Pestizid-Rückstände sind meist nur in Spuren nachweisbar - Zwei von 17 Proben waren sehr hoch belastet
Wien - Sind importierte Erdbeeren ein Gesundheitsrisiko? Dieser Frage ging das Magazin "Konsument" nach und testete importierte Erdbeeren auf Schadstoffe. Abgesehen von zwei Ausreißern fiel die Bilanz gut aus, großteils waren Pestizide nur in Spuren nachweisbar.
Zwei von 17 Proben hoch belastet
Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat im Februar 17 gekaufte Proben auf Pestizide untersucht. Die Erdbeeren kamen aus Spanien, Marokko, Ägypten und Italien. Die am stärksten belasteten Erdbeeren mit Ursprungsort Ägypten stammten vom Wiener Naschmarkt. Eine ebenfalls hohe Belastung wurde in aus Marokko importierten Erdbeeren einer Zielpunkt-Filiale festgestellt. Laut "Konsument" waren diese beiden Proben derart stark belastet, dass sie nicht in den Verkauf gelangen hätten dürfen. In allen anderen getesteten Erdbeeren waren Pestizide nur in Spuren nachweisbar.
Der betroffene Standler am Naschmarkt hielt gegenüber den Konsumentenschützern fest: "Es ist uns als Einzelhändler nicht zumutbar, eine Laboranalyse der von uns gekauften Ware durchzuführen. Diese Kontrollen müssten unserer Meinung nach durch eine höhere Instanz erfolgen, schon alleine um einen großflächigen Absatz zu verhindern." Man wollte jedenfalls nicht mehr beim betreffenden Zulieferer am Großgrünmarkt einkaufen. Auch Zielpunkt hat den Lieferanten nach dem "Konsument"-Test "bis auf weiteres gesperrt". Die Kontrollmaßnahmen seien erhöht worden.
Testsieger und -verlierer aus Ägypten
Als Testsieger stellten sich die Erdbeeren einer Lidl-Filiale heraus, bei der als einzige Probe überhaupt keine Pestizide nachweisbar waren. Diese Erdbeeren kamen, ebenso wie die hoch belasteten Erdbeeren vom Naschmarkt, aus Ägypten. "Vor allem bei kleinen Kindern, deren Organismus auf Schadstoffe aller Art besonders reagiert, ist durch eine zu hohe Schadstoffdosis bereits eine akute Gesundheitsschädigung möglich", verdeutlicht VKI-Ernährungswissenschafterin Birgit Beck.
Tipp der Ernährungswissenschafterin: "Wie stark Obst oder Gemüse mit Pestiziden belastet ist, lässt sich mit freiem Auge nicht erkennen. Umso ratsamer ist, dieses vor dem Verzehr gründlich zu waschen. Rückstände von Pflanzenschutzmitteln verschwinden dadurch zwar nicht, werden aber zumindest mengenmäßig verringert." Die Wahrscheinlichkeit, dass Obst und Gemüse mit Pestiziden belastet ist, sei zudem geringer, wenn man saisonal einkaufe. "Damit trägt man zugleich zur Schonung des Klimas bei." (red/APA)