"Konsument"-Test

Kaum Pestizide in Import-Erdbeeren

21. April 2010, 10:40
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    foto: ap/heribert proepper

    Sowohl der Testsieger als auch der -verlierer kam aus Ägypten.

Pestizid-Rückstände sind meist nur in Spuren nachweisbar - Zwei von 17 Proben waren sehr hoch belastet

Wien - Sind importierte Erdbeeren ein Gesundheitsrisiko? Dieser Frage ging das Magazin "Konsument" nach und testete importierte Erdbeeren auf Schadstoffe. Abgesehen von zwei Ausreißern fiel die Bilanz gut aus, großteils waren Pestizide nur in Spuren nachweisbar.

Zwei von 17 Proben hoch belastet

Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat im Februar 17 gekaufte Proben auf Pestizide untersucht. Die Erdbeeren kamen aus Spanien, Marokko, Ägypten und Italien. Die am stärksten belasteten Erdbeeren mit Ursprungsort Ägypten stammten vom Wiener Naschmarkt. Eine ebenfalls hohe Belastung wurde in aus Marokko importierten Erdbeeren einer Zielpunkt-Filiale festgestellt. Laut "Konsument" waren diese beiden Proben derart stark belastet, dass sie nicht in den Verkauf gelangen hätten dürfen. In allen anderen getesteten Erdbeeren waren Pestizide nur in Spuren nachweisbar.

Der betroffene Standler am Naschmarkt hielt gegenüber den Konsumentenschützern fest: "Es ist uns als Einzelhändler nicht zumutbar, eine Laboranalyse der von uns gekauften Ware durchzuführen. Diese Kontrollen müssten unserer Meinung nach durch eine höhere Instanz erfolgen, schon alleine um einen großflächigen Absatz zu verhindern." Man wollte jedenfalls nicht mehr beim betreffenden Zulieferer am Großgrünmarkt einkaufen. Auch Zielpunkt hat den Lieferanten nach dem "Konsument"-Test "bis auf weiteres gesperrt". Die Kontrollmaßnahmen seien erhöht worden. 

Testsieger und -verlierer aus Ägypten

Als Testsieger stellten sich die Erdbeeren einer Lidl-Filiale heraus, bei der als einzige Probe überhaupt keine Pestizide nachweisbar waren. Diese Erdbeeren kamen, ebenso wie die hoch belasteten Erdbeeren vom Naschmarkt, aus Ägypten. "Vor allem bei kleinen Kindern, deren Organismus auf Schadstoffe aller Art besonders reagiert, ist durch eine zu hohe Schadstoffdosis bereits eine akute Gesundheitsschädigung möglich", verdeutlicht VKI-Ernährungswissenschafterin Birgit Beck.
Tipp der Ernährungswissenschafterin: "Wie stark Obst oder Gemüse mit Pestiziden belastet ist, lässt sich mit freiem Auge nicht erkennen. Umso ratsamer ist, dieses vor dem Verzehr gründlich zu waschen. Rückstände von Pflanzenschutzmitteln verschwinden dadurch zwar nicht, werden aber zumindest mengenmäßig verringert." Die Wahrscheinlichkeit, dass Obst und Gemüse mit Pestiziden belastet ist, sei zudem geringer, wenn man saisonal einkaufe. "Damit trägt man zugleich zur Schonung des Klimas bei." (red/APA)

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24 Postings
mediview
 
00
22.4.2010, 13:50
Ich will alles und jetzt...

Fast keine Pestizide, aber kugelten die Erbeeren alleine nach Österreich? Oder sind sie vielleicht per LKW, oder per Flugzeug gereist? Wie sieht dies nun aus mit den CO2-Spuren....?http://mediview.wordpress.com/

acca acca
16
21.4.2010, 20:46

Die VKI hätte auch gleich untersuchen sollen ob sich Spuren von Erdbeergeschmack finden lässt.
Im Moment haben die Import Beeren überhaupt keinen Geschmack.

Laran Wish
00
22.4.2010, 07:55

Das Problem haben Sie nicht, wenn Sie saisonal einkaufen. Es ist kaum überraschend, dass importierte Erdbeeren nach nichts schmecken. Sie werden aufgrund der langen Transportwege geerntet, wenn Sie noch gar nicht reif sind.

Alles klar?

natoll
00
22.4.2010, 08:59

das gleiche kannst auch bei den lokalen erdbeeren haben. kommt eben auf die sorte an und vielen züchtungen fehlt eben der intensive geschmack. manche finden das sogar gut so. ich weniger.

salamix
00
22.4.2010, 07:36

Ich erinnere mich an eine Ö1 Diagonal Sendung, wo von überraschend geschmackvollen Erdbeeren die Rede war- oh, Überraschung- mit Aroma versetzt.....

Baer8
00
21.4.2010, 19:49
Spritzen unsere Bauern die Erdbeeren eigentlich überhaupt nicht?

Heiliger Stuhlgang
01
22.4.2010, 11:30
Warum schreiben sie das so laut?

gärtner
00
21.4.2010, 20:27

kommt drauf an wie hoch der ertrag sein soll,
wenn man ganz auf chemie verzichtet muss man sich drauf einstellen, dass pilze, würmer, milben, blattläuse, schnecken usw. ihren tribut fordern werden und zwar gewaltig.
o und unkraut jäten muss man dann auch andauernd.

Daniela Hoffmann
10
21.4.2010, 18:25
nur in Spuren nachweisbar?

Sieht man sich die Ergebnisse des VKI Tests genau an, kann man wohl kaum Entwarnung geben. Einige der nachgewiesenen Pestizide können trotz Einhaltung von gesetzlichen Obergrenzen nicht bedenkenlos verzehrt werden. Mehr als die Hälfte der getesteten Früchte ist mit mehr als zwei Wirkstoffen belastet. Auch wenn bei jedem einzelnen Wirkstoff die gesetzlich erlaubte Höchstmenge nicht überschritten wird, können synergistische Wirkungen der Einzelstoffe (die nicht unbedingt rein additiv sein müssen) nicht ausgeschlossen werden.
GLOBAL 2000 empfiehlt die österreichische Bio-Erdbeersaison (die ersten Freilanderdbeeren gibt's ca. Ende Mai) abzuwarten und dann mit gutem Gewissen zu genießen.

Nilpferd
00
21.4.2010, 15:09

Ändert nichts daran dass sie nicht schmecken...

Beissreflex-Posting eines schwachen Verunsicherten
00
21.4.2010, 11:41
waschen hilft NICHT gegen die meisten pestizide!

gut dass der test positiv war, denn sonst hätten die heimischen erdbeeren die schlechte presse ausbaden müssen.

Caroline P.
 
05
21.4.2010, 11:34
Wer kauft Erdbeeren aus Ägypten oder Marokko?

(Zuckerbäcker ausgenommen.) Schon Ware aus Spanien ist klimatechnisch ein Skandal. Italien würde ich in Notfällen gelten lassen...:-)

metall81
00
27.4.2010, 13:38
Schon Ware aus Spanien ist klimatechnisch ein Skandal.

Stimmt, daher hol ich mir jedes einzelne Tragerl vom Biobauern aus nur 15 Kilometern Entfernung selbst mit'm Auto ab.


(Wer Ironie findet darf sie behalten.)

J R
40
22.4.2010, 01:20

ich esse jeden Tag, seit Jahren je nach Verfügbarkeit bis zu einem halben Kilo pro Tag und lebe noch, fühle mich wohl und aüßerst fit. Und obs klimatechnisch ein Skandal ist, ist mir, auf gut wienerisch gesagt, blunzn.
Habe die Ehre.

Dr. Seltsam
 
17
21.4.2010, 12:58

Die Dinge sind nicht immer so einfach, wie sie sich auf den ersten Blick darstellen.

Tomaten aus Spanien oder Süditalien haben z.B. eine deutlich bessere Klimabilanz als Glashaustomaten aus Österreich. Auch argentinisches Rindfleisch schneidet besser ab, als heimisches Rind.

Energieverbrauch ist nicht nur der Transport, sondern auch Heizung, Düngung, Futtermittel, ...

Dunkelgrau
00
21.4.2010, 15:08

Quelle?

Dr. Seltsam
 
00
21.4.2010, 16:12

http://www.br-online.de/bayern2/i... 553798.xml

Es ist aber auch relativ einleuchtend, dass es weniger Co2 verursacht, wenn man ein tiefgefrohrenes Stück Rindfleisch aus Argentinien nach Europa verschifft anstatt Sojabohnen als Viehfutter aus Brasilien einzuführen und Rinder in geheizten Ställen zu halten.

Bettina K.
00
22.4.2010, 12:11
In dem Bericht steht aber nichts über spanische Tomantem - oder?

Das mit dem Rindfleich lasse ich mir ja noch einreden - vor allem wenn man kein BIO-Rindfleisch kauft - aber spanische Paradeiser oder Erdbeeren?? - nein danke.
Mal abgesehen davon, dass die nach nichts schmecken - haben Sie "We feed the world" gesehen? Seitdem rühre ich nix spanisches mehr an.

Dr. Seltsam
 
00
22.4.2010, 12:35

Also argentinisches Rindfleisch von Rindern, die ihr Leben lang nur auf der Weide gestanden sind, ist mindestens so Bio, wie alles, was Sie bei uns so bekommen.

Ad spanische Agrarprodukte: Hier ist es nicht um Pestizidbelastung oder Arbeitsbedungungen gegangen, sondern um die CO2-Bilanz. Hier zeigt sich einfach, dass die Transportwege im Verhältnis zur Produktion nur einen geringen Teil des CO2 Ausstoßes verursachen. Das sollte man einmal so zur Kenntnis nehmen.

Übrigens: Wenn Sie mit dem Auto zum Biobauern fahren, um dort Ihr Gemüse abzuholen, können Sie sowieso alle CO2-Überlegungen über Bord schmeißen.

Bettina K.
00
22.4.2010, 12:13
meinte natürlich Tomaten

... ist ja klar dass keine Tomantem im Bericht vorkommen :-)

dieter van teese
02
21.4.2010, 19:01
"geheizte Ställe"


Es gibt in der Rinderzucht keine geheizten Ställe. Jedenfalls nicht südlich des Polarkreises.

Das dürfen Sie sich gerne vom Bauern Ihres Vertrauens bestätigen lassen.

;)

Caroline P.
 
01
21.4.2010, 13:14
Wirklich? Sogar argentinisches Rindfleisch?

Das wusste ich nicht - danke für die Information.
Trotzdem würde ich heimisches Rindfleisch aus Bio-Landwirtschaft bevorzugen, und zwar selten - das wäre dann auch wieder o.k., oder? Schließlich will ich schon auch, dass heimische Bauern in Würde überleben können.

salamix
00
22.4.2010, 07:46

ja, eben, in der Energiebilanz wird nicht berücksichtigt, dass der nicht mehr Bauer nach Wien, Graz oder sonst wo auspendeln muss, um Geld zu verdienen, wenn seine Produkte nicht gekauft werden. Also lieber heimische Produkte kaufen.

metall81
00
27.4.2010, 13:41
Dafür muss der heimische Bauer für seine....

...5 Pimperl-Hektar einen Traktor kaufen, der nur unwesentlich weniger CO2-Emission verursacht als der vom Rinderzüchter in Argentinien.

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