Lieberman: Erzwungene Lösung würde Gewalt schüren

20. April 2010, 19:53

Ultrarechter Außenminister will "neue Realität" schaffen

Der Volltext dieses auf Agenturmeldungen basierenden Artikels steht aus rechtlichen Gründen nicht mehr zur Verfügung.
Kommentar posten
24 Postings
troob
124
21.4.2010, 20:32
Was hat er denn laut dem Artikel gesagt? Er hat 1. festgestellt, daß es ein guter Weg wäre, wenn Israel sicher ist 2. die Palästinenser mehr Wohlstand haben und 3. erst unter diesen Umständen über ein abschließendes Friedensabkommen verhandelt wir

Was hat er denn laut dem Artikel gesagt?

Er hat 1. festgestellt, daß es ein guter Weg wäre, wenn Israel sicher ist

2. die Palästinenser mehr Wohlstand haben

und 3. erst unter diesen Umständen über ein abschließendes Friedensabkommen verhandelt wird.

Was daran ist so schlecht, daß es die Aufregung hier rechtfertigt?

Ist Sicherheit für Israel für die poster hier im thread so unannehmbar, daß sie diese Beiträge erbrechen müssen?

Halten sie es etwa nicht aus, daß der böse böse Lieberman vorschlägt, daß die Palästinenser mehr Wohlstand haben sollten?

Ist e so unlogisch, daß über ein abschließendes Friedensabkommen erst dann verahndelt wird, wenn es beiden Partnern besser geht?

Ich kann die Beiträge hier wirklich nicht nachvollziehen.

Nicht, daß mir Lieberman sympathisch wäre, aber was genau ist ihm bezüglich dieser Aussagen denn vorzuwerfen?

Der Mann kann durchaus vernünftig argumentieren, daß es vielleicht bisher deswegen nicht geklappt hat, weil eben die Rahmenbedingungen nicht gepasst haben. Deswegen schlägt er Rahmenbedingungen vor, die seiner Meinung nach sinnvoll wären, um einem Frieden näher zu kommen.

Was daran so böse sein soll, entzieht sich meinem Verständnis.

Tower Hill
08
22.4.2010, 07:44
Punkt 2 ist für die Palästinenser

nicht erreichbar solange die derzeitige Politik Isaels aufrecht erhalten wird. Abgesehen von Gaza, wo die Abriegelung Punkt 1 geschuldet ist, kann auch in WJL unter den derzeitigen Umständen wohl kaum erreicht werden.

Wäre so ein Ansinnen ehrlich gemeint, müsste Lieberman gleichzeitig einen Stop aller Bautätigkeiten außerhalb der Grünen Linie vorschlagen. So sieht es eher danach aus, als würde die neue Realität eine Politik der vollendeten Tatsachen bedeuten.

troob
71
22.4.2010, 19:37
Das ist vielleicht ihr Argument!

@Tower Hill

Aber kein anderer poster hat das angesprochen.

Lesen sie die Beiträge.

Ich bleibe bei meiner Kritik...

btw.: Ich kenne keine Aussage Liebermans, die diesen Vorschlägen entgegenstehen würde. Witzigerweise war es ja bis vor der Intifada auch so, daß Araber aus dem Gazastreifen ebenso wie aus Judäa und Samaria regelmäßig in Israel arbeiteten, und diese Wertschöpfung trug viel zur Steigerung des Wohlstandes bei.

Und es wird ja jetzt auch immer wieder von israelbashenden postern gefordert, Israel möge die Grenzbeschränkungen aufheben und eine völlige Reisefreiheit herstellen (nicht. wiederherstellen! Die gab es nie), damit diese Gastarbeiter wieder Jobs in Israel bekommen können.

Also so absurd ist dieser Gedankengang doch gar nicht....

Ob es dafür in Israel eine politische Mehrheit gibt, hinterfrage ich allerdings. Die Aussicht, daß dann wieder einmal ein Baggerfahrer Amok fährt, ist für den Durchschnittsbürger in Israel naturgemäß weit weniger attraktiv als für den israelbashenden poster hier im thread...

Tower Hill
02
23.4.2010, 06:26
Nun, wenn Sie sich das Programm von Israel Beitenu ansehen,

werden Sie sehen, daß Lieberman ein Anhänger der Lanf-für-Land-Politik ist. Was heißt: vorantreiben des Siedlungsbaus und damit eine Verhandlungslösung in weite Ferne schieben.

Israel hat das Recht, seine Grenzen zu schließen, wie jeder andere Staat auch. Dieses Recht endet aber dann, wenn es seine Grenzen so ausdehnt, daß palästinensiche Bauern nicht mehr ungehindert auf ihre Felder und Plantagen gelangen können. Oder im WJL den Bewegungsfreiraum mit Kontrollpunkten einschränkt bzw. Strassen überhaupt nur für Palästinenser sperrt.

troob
10
24.4.2010, 14:38
Ja selbstverständlich! Was denn sonst! Er hat ja gelernt, wie es die Gegner machen!

@Tower Hill

Nach dem Unabhängigkeitskrieg 1949 lehnten die Araber Frieden strikt ab, auch Staaten, die weit weg von Israel sind und keinerlei Territorialkonflikt haben. Es blieb bei bilateralen Waffenstillständen. Zu dem Zeitpunkt hielt Israel keine Gebiete besetzt.

Obwohl es also unbestritten keine besetzten Gebiete gab, gab es keinen Frieden. Ganz und gar nicht. Die Rhetorik von Israels Gegnern war immer genozidal, die entsprechenden Texte sind public domain.

Völkerrechtlich ist die Situation, daß sich Staaten, die einen Krieg begonnen und verloren haben, mit Unterstützung der UN jeglichen Friedensverhandlungen über 6 Jahrzehnte verschließen, na ja, ungewöhnlich.

Nach dem 6-Tage-Krieg gab es auf die israelischen Avancen nur die berüchtigten 3 No's von Khartoum - ein Friedensschluß wurde dezidiert ausgeschlossen.

Stattdessen erfanden die Araber den Slogan von "Land gegen Frieden".

z.B.: Syrien, daß als Vorleistung die Golanhöhen zurück will - vor einem eventuell möglichen Friedensschluß. Sozusagen: Gib mir meinen Einsatz erst zurück, dann spielen wir ein neues Spiel.

Die Haltung der Hezbullah und der Hamas muß ich ihnen nicht erörtern.

Auch die PA spielt dieses Spiel, hätte gerne als Vorleistung Dinge, von denen sie fürchtet, sie in Verhandlungen nicht bekommen zu können.

Lieberman sagt nun, es wird keine Vorleistungen mehr geben - Land ist ein Pfand, das der bekommen kann, der Frieden schließt...

Tower Hill
01
26.4.2010, 08:06
"...Land ist ein Pfand, das der bekommen kann, der Frieden schließt..."

Ich denke, daß hier eines der größten Hindernisse vorliegt. Die Siedler zurückzuführen ist schwer, wenn nicht unmöglich. Mal abgesehen vom logistischen und finanziellen Aspekt: schon die Räumungen am Golan haben gezeigt, daß das nicht ohne Gewalt abgehen wird.

Wenn der Ausbau jetzt munter weitergeht wird eine Verhandlungslösung immer unwahrscheinlicher. Abgesehen davon, daß es für die "gemäßigten" Palästinenser ein fatales Signal ist: wir kooperieren und verzichten auf Gewalt, Israel macht aber genauso weiter wie zuvor.

Makronaut
22
22.4.2010, 13:46

erstaunlicherweise gibt es im wjl gerade eine ziemlichen aufschwung:

http://www.sueddeutsche.de/politik/7... 6256/text/

Tower Hill
02
22.4.2010, 14:33
Dschenin ist eine wohl Ausnahme, wenngleich es wirtschaftlich in WJL etwas aufwärts ging

Hier ein paar Auszüge aus dem offiziellen israelischen Bericht für 2008 (für 2009 wahrscheinlich im Mai verfügbar):

"Dennoch hat wegen des Rückgangs der Gehälter und der steigenden Jugendarbeitslosigkeit im
gegenwärtigen Stadium noch keine Erhöhung des Lebensstandards der Bewohner des Westjordanlands eingesetzt."

"Aus den vorliegenden Zahlen geht hervor, dass die internationale Hilfe beinahe 50% der Einnahmen der PA darstellt; 2007 waren es 46%"

"Diese Situation unterscheidet sich sehr von der des Jahres 2007, da die PA gezwungen ist, das Haushaltsdefizit (in Höhe von 277 Millionen Euro) mit Hilfe verschiedener Finanzierungsquellen auszugleichen."

Die neuen Daten werden auch der Wirtschaftskrise Rechnung tragen, fürchte ich.

Makronaut
21
22.4.2010, 14:50

das wäre tatsächlich spannend.

ich habe nämlich den eindruck, dass fayyads arbeit früchte zu tragen beginnt:

http://derstandard.at/125928252... en-Prozent

Tower Hill
02
22.4.2010, 17:57
5 % warens 2008!

Auf jeden Fall steht WJL um vieles besser da als Gaza. Arbeitslosigkeit 20,7 % zu 41,3 %, Inflation 9,8 zu 14,0, Handelsvolumen mit Israel 2,3 Mrd. € zu 356 Mio.

Der 2008er-Bericht ist nicht so optimistisch für 2009. Und im Standardbericht sind UN und Weltbank auch nicht euphorisch.

Makronaut
00
23.4.2010, 14:47

...gut, gaza ist da natürlich kein vergleich.

Reddogg
 
13
21.4.2010, 22:17

Mehr Zeit um noch mehr Fakten zu schaffen. Nur mal grob als Brocken hingeworfen, um dass Sie sich herum ein wenig informieren können.

Gilgamesh
13
21.4.2010, 14:24

Aber nur von Seiten der Kampfsiedler, also der Freunde vom rechtsextremen Recken Liebermann...

Kunigunde IV
211
21.4.2010, 11:45
Standesgemäss

sollte Liebermann anstelle eines Tischtennisballes mit einer Eierhandgranate Tischtennis spielen.
Was anderes macht er sonst ja auch nicht.

Fetz Pepi
19
21.4.2010, 09:37
"Geduldszynismus"

Wir Israelis können warten meint Leibermann, wir hausen ja nicht so wie die in den besetzten Gebieten

Tower Hill
112
21.4.2010, 06:21
Lieberman will "neue Realitäten" schaffen?

Drollig! Der Iran will das auch. Was ihm aber gar nicht gefällt.

elput
415
21.4.2010, 06:12
eine "neue Realität"

kann nur ein Abzug aller Siedler bedeuten. Die Aufgabe aller besetzten und annektierten Gebiete und die Gründung eines Staates Palästina. Ohne wenn und aber!

mistaG
03
21.4.2010, 12:47
oder...

...so wie er bereits gesagt hat: die palästinenser ins meer treiben. auch eine atombombe auf gaza hat er einst vorgeschlagen.

Makronaut
41
21.4.2010, 12:23

warum so radikal? das ist einerseits unrealistisch - und andererseits gibts eine bessere lösung:

http://www.geneva-accord.org/

that´s it
74
20.4.2010, 20:58
wie ahnungslos....

ist der verfasser dieses artikels eigentlich? lieberman ist nicht chef einer "siedlerpartei" sondern von "unser haus israel" partei der russischstämmigen israelis...

owl
26
21.4.2010, 11:54
ich sehe

keinen unterschied

DAS SCHLAGLOCH UND SEIN KIND
03
21.4.2010, 11:02

Moldavier bitte,kein Russe.

Makronaut
10
21.4.2010, 12:24

wer sagt, dass lieberman russe wäre? o_O

Der kluge Siedler packt schon jetzt die Koffer
03
21.4.2010, 12:13

Sehr richtig. Kein Russe möchte nämlich mit Moldawiern verglichen werden.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.