"Geschichtsstunde für Rosenkranz"

20. April 2010, 19:42
  • Artikelbild
    foto: matthias cremer

    Jugendliche legten am Dienstag die Namen von jüdischen NS-Opfern am Wiener Ballhausplatz auf.

Jugendliche wollten Bundespräsidentschaftskandidatin Rosenkranz an die NS-Zeit erinnern - Aktion am Ballhausplatz

Wien - Als "Mahnung gegen Fremdenfeindlichkeit, Vorurteile und Hetze" haben Jugendliche Dienstagnachmittag bei der Aktion "Geschichtsstunde für Rosenkranz" zehntausende Blätter mit den Namen von österreichischen NS-Opfern jüdischen Glaubens am Wiener Ballhausplatz niedergelegt. Man wolle damit zeigen, "wohin es führt, wenn man mit Intoleranz und Überheblichkeit gegenüber anderen sein Weltbild zementiert", meinte Organisator Josef Neumayr von "A Letter To The Stars".

Rosenkranz wird an NS-Opfer erinnert

Die Aktion richtet sich an alle, "die in ihrer Schulzeit nicht über die dunkelste Zeit Österreichs gelernt haben oder lernen wollten", spielte Neumayr auch auf die umstrittenen Aussagen der Freiheitlichen Präsidentschaftskandidatin Barbara Rosenkranz an.

Kooperationspartner waren u.a. die Pfadfinder, die Katholische Jugend, die Aktion Kritischer SchülerInnen, die Schülerunion, das Hilfswerk Wien, das Mauthausen-Komitee Kärnten, die Muslimische Jugend und die Jüdischen Österreichischen HochschülerInnen.

"Wir brauchen ein Gewissen"

Die Blätter mit den Namen der NS-Opfer wurden von Jugendlichen mit Steinen, die teilweise aus dem Steinbruch des ehemaligen KZ Mauthausen stammen, am Ballhausplatz vor dem Sitz des Bundespräsidenten beschwert. Getrübt haben die Aktion mehrere Windstöße und zwischenzeitlicher Regen, trotzdem wurde weitergemacht: Es sei ein "Omen, dass die Namen über die Stadt verteilt werden", so Neumayr.

Auch KZ-Überlebende waren bei der Aktion anwesend. "Das ist das andere Österreich", meinte etwa Rudolf Gelbard, "das bedeutet mir viel". Auch der ehemalige EU-Kommissar Franz Fischler (ÖVP), der zufällig vorbeikam, hielt die Idee für "großartig", denn "wir brauchen in Österreich ein Gewissen".

FPÖ findet Aktion "verwerflich"

Kritik löste die Aktion bei der FPÖ aus: Generalsekretär Herbert Kickl erklärte in einer Aussendung, die "Wichtigkeit des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus" sei "für alle Parteien in der Zweiten Republik völlig unbestritten", die "Geschichtsstunde für Rosenkranz" stehe aber im "offenkundigem Zusammenhang mit der Präsidentschaftswahl".

Wenn ein "tagespolitisches Ziel" verfolgt werde, um eine "untadelig-demokratische Kandidatin" wenige Tage vor einer Wahl "menschlich, moralisch und politisch zu diskreditieren", sagte Kickl, dann müssten sich die Initiatoren der Aktion vorwerfen lassen, "das NS-Opfer-Gedenken und damit die NS-Opfer zu missbrauchen", und dies sei "verwerflich".

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 161
1 2 3 4
FalscherProphet
10
22.4.2010, 07:05
Eine weitere treffende Aktion zum Thema Rosenkranz -

wenn auch am anderen Ende der Ernsthaftigkeits-Skala -

ist das Liedchen "Mein Strachelschwein", wo der Frau Kellernazi eine eigene Einlage gewidmet ist:

http://derstandard.at/1271374662645

homer simpson9
 
83
21.4.2010, 19:27
1 woche vor der Wahl?????

wieso jez?

wieso nicht schon viel früher???????

ganz genau weil die veranstaltung war nicht für die Opfer geadacht sondern hatte politischen hintergrund

unsere jungend wird instrumentalisiert.

ICH HÄTTE DA NIE MITGEMACHT! Ich bin selbst noch jung und ich bin froh dass ich frei denken kann und mich nicht von so schei** Politikern für irgendwas instrumentalisieren lasse!

das war eine schei** aktion auf dem rücken der NS opfer! Man soll an sie Gedenken, aber das tun die ja nicht die machen das ja nur um politisches kapital daraus zu schlagen!

und das finde ich wirklich letztklassig!!

T. Freud
04
22.4.2010, 09:15

letztklassig finde ich, dass Rosenkranz ihre Einstellung damit zu begründen, seit der Schule nichts mehr dazugelernt zu haben!

Und ich unterstelle den NS-Opfern mal, dass es in ihrem Sinne gewesen wäre, mithelfen zu können, dass soetwas, wie es ihnen passierte, nie wieder passiert.

Auch die Tatsache, dass ehemalige KZ-Insassen an der Aktion teilnahmen, widerspricht Ihren Annahmen völlig.

Aber ich find's ja schön, dass Sie und Ihresgleichen nervös werden, wenn mit Fakten argumentiert wird!

homer simpson9
 
00
22.4.2010, 14:50

wenn keine wahl ansteht legt niemand kränze hin, und vor der wahl kommen sie alle mit ihren kränzen daher

das ist das einzige was WIRKLICH letztklassig ist!

lassen sie die ihre politische einstellung mal beiseite und denken sie darüber nach

T. Freud
01
23.4.2010, 08:19

Auch damit liegen Sie falsch.
Der Opfer der NS-Zeit wird mindestens jährlich gedacht, unabhängig davon, ob Wahlen in dem Jahr sind, oder nicht.

Und die Aussagen Ihrer BP-Kandidatin zeigen, dass dies notwendiger ist, denn zuvor!

Also hörn's auf zu jammern, die Rosenkranz ist zu unbedeutend, als dass man alles auf sie beziehen müsste.

FalscherProphet
13
22.4.2010, 05:53
Jetzt pudel Dich nicht so erbärmlich auf,

Du Simpsons Namens-Missbraucher.

Du stehst zu Deiner Frau Kellernazi?
Dann wähle sie doch.

Falls es nicht sogar für Dich zu beschämend ist, eine Person aus dem Horst Rosenkranz / Gerd Honsik Milieu zu wählen.

pepitschek1
31
21.4.2010, 16:18
letters to the stars my ass...

so eine gefühlsduselei ist vollkommen überflüssig und sinnlos, eine inhaltliche aufbereitung wär besser...

aber besser als nichts, und der gelbert ist ein ein sympathischer typ, er spricht so schen weanerisch...

ich kann den film "der Mann auf dem Balkon" des Wifar empfehlen...

Peter Hammer 06
22
21.4.2010, 19:02
Der Gelbert heisst GELBART ..

..und wie soll ein gstandener Weaner anders reden als "Weanrisch".
Und die Aktion "Letters to the stars" ist gut und wichtig!

1,8 promille
02
21.4.2010, 22:21

prof. rudolf gelbard, mit verlaub. beeindruckend finde ich vor allem sein schier unbegrenztes historisches wissen

Peter Hammer 06
00
22.4.2010, 08:04
Das zweite "grün" ist von mir armen Sünder. ;--))

Peter Hammer 06
00
22.4.2010, 07:30
Natürlich mit "D" und natürlich Professor,.....

...für mich aber ist er, schon seit unserer gemeinsamen Zeit hinter dem Anti-Waldheim-Stand am Stefansplatz der "Rudi" und er wird es hoffentlich noch lange bleiben.

pepitschek1
34
21.4.2010, 15:52
das NS-opfer, dass sich durch diese aktion

missbraucht sieht, möchte ich kennenlernen.

die paar, die ich kenne, sind ziemlich anti-nazi...

zimbo
 
11
21.4.2010, 15:19
Perfekter Zeitpunkt, um den Gesetzestext zum Ende der Meinungsfreiheit durchzubringen

http://tinyurl.com/yycta82

zimbo
 
73
21.4.2010, 15:10
Diskriminierdende Veranstaltung, die Zigeuner, Sozialisten und verbale Widerständler bewußt ausgrenzt.

Rosalie0403
03
21.4.2010, 16:14
und ein User..

der wieder einmal keine Ahnung hat und munter drauf los postet..

es wurde niemand ausgegrenzt - es wurde an alle namentlich bekannten Opfer aus Österreich gedacht ohne ein Vorurteil betreffend politischer Einstellung, religion oder ethnischer Herkunft !!

zimbo
 
10
22.4.2010, 09:56
Im Artikel stand, der geändert wurde, j*dische...

Diesbezüglicher Hinweis wurde nicht freigeschalten.

Peter Hammer 06
00
22.4.2010, 11:13
"Kohle" erhalten?

zimbo
 
00
22.4.2010, 12:10
Aber nein, ..Opfer,

waren aber nicht nur..

Peter Hammer 06
00
22.4.2010, 12:31
Lesen'S aufmerksam meinen unten stehenden...

...Beitrag und Sie werden (vielleicht!) wissen was ich meine.

Peter Hammer 06
03
22.4.2010, 07:36
Von einem wie >zimbo<, .....

...der anderer Stelle zu dieser Aktion und den teilgenommenen Jugendlichen >vielleicht gibts Kohle?< schmiert ist nichts zu erwarten.

Gilgamesh
25
21.4.2010, 14:44

Ewig gestrigen kann man leider Geschichte nicht wirklich vermitteln, die verstehen das einfach nicht, da zu dumm....

wildkater
00
22.4.2010, 11:11

...deshalb wählen's ja auch die Rosenkranz. Wenn's das Kreuzerl hinbekommen.

Hafner
34
21.4.2010, 13:49
Ich finds ja immer wieder erheiternd ...

... wenn die Intoleranten "Toleranz!" brüllen.

Peter Hammer 06
03
22.4.2010, 07:40
Welch' rechtes Gewäsch! Schon wieder seit....

..ihr die Armen, so wie zwischen 1933 - 1945.

FalscherProphet
00
22.4.2010, 05:58
Wer von der rechtsextremen FPÖ

brüllte denn zuletzt "Toleranz" ?

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 161
1 2 3 4

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.