"Weltgipfel der Völker" sucht Schuldige am Klimawandel

20. April 2010, 19:04
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    foto: ap/karita

    Vertreter der Ureinwohner Südamerikas, die an den Gipfelgesprächen teilnehmen.

Treffen der Entwicklungsländer in Cochabamba

Cochabama/Wien - Auf Einladung von Präsident Evo Morales hat am Dienstag im bolivianischen Andenort Cochabamba der alternative Klimagipfel begonnen. An die 20.000 Forscher, Aktivisten und Politiker - viele davon aus Entwicklungsländern - waren auf der "Weltkonferenz der Völker" eingeladen, um über Strategien gegen den Klimawandel zu debattieren.

Der Gipfel war aus der Frustration lateinamerikanischer Führer über den Verlauf des Kopenhagener Klimatreffens entstanden. Immer wieder hatten Staatschef Morales und sein Amtskollege Hugo Chávez aus Venezuela in der Vergangenheit darauf hingewiesen, dass die Schuld am Klimawandel vor allem bei den Industrienationen liege. Auch am ersten Tag der Konferenz prangerte Boliviens Uno-Botschafter Pablo Solón die "irrationale Industrialisierung" des Westens an.

Bereits im Vorfeld konnten die Teilnehmerstaaten erwirken, dass ihre Forderungen in den Text des geplanten UN-Klimavertrag mit einfließen werden. Der UN-Vertrag soll weitergehen als das Abkommen von Kopenhagen, und verpflichtende Grenzen für CO2-Emissionen einführen.

Unklar ist jedoch, wie weit die eigene Verantwortung der wirtschaftlich erstarkten Staaten Lateinamerikas ein Thema sein wird. Venezuela ist einer der weltgrößten Exporteure von Erdöl, und finanziert damit viele soziale Leistungen. Bolivien verfügt über die zweitgrößten Erdgasreserven, und schloss erst vor kurzem mit Brasilien ein Abkommen über die gemeinsame Ausbeutung seiner Bodenschätze ab. (red/DER STANDARD, Printausgabe, 21.4.2010)

Kommentar posten
12 Postings
Doc1971
01
21.4.2010, 13:48
Rückblick auf die Temperaturgeschichte

Grafiken zur Temperaturentwicklung der Nordhalbkugel:

Quelle sind Eisbohrkerndaten der NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration) für Zentral-Grönland, d.h. die Daten werden nicht durch verschiedene Wassertemperaturen der Küstenregionen verfälscht. Die Fehlergenauigkeit wird mit ~1% angegeben.

Anhand der Steigungswinkel läßt sich leicht erkennen, ob die aktuelle Temperaturzunahme wirklich außergewöhnlich ist:

http://tinyurl.com/y25al4k

Zum Vergleich NOAA-Link: http://tinyurl.com/y3anrn8

Ergänzend ab 1895 (USA): http://tinyurl.com/y3o85ou

Alf von Melmak
 
20
21.4.2010, 07:00
Immer wieder hatten Staatschef Morales und sein Amtskollege Hugo Chávez aus Venezuela in der Vergangenheit darauf hingewiesen, dass die Schuld am Klimawandel vor allem bei den Industrienationen liege


Ja und? Gibt es denn IRGENDETWAS, wofür Hugo Chavez und Konsorten die Schuld auch bei sich selbst suchen würden?

freiheitdermeinung
01
21.4.2010, 05:03
Schuldig sind natuerlich immer die Anderen

und der Endeffekt bei alle diesen Suchen nach Schuldigen soll ja nur einer sein: den herauszufinden, der bezahlen soll. Sued- und Mittelamerika sollten mal den Blick nach Asien lenken wo etwas weniger gemault wird. Obwohl dort vor 50 oder 100 Jahren die Ausgangsbedingungen nicht besser waren als in Ost- und Suedostasien gibt es heute frappante Unterschiede. Wo ist das sued- und mittelamerikanische Korea, Taiwan, China oder Sinagpur? An den boesen Industrielaendern des sog. Westens kanns nicht allein gelegen haben. Nein, nein hier wird nach einer Moeglichkeit gesucht z.B. Oesterreich die Verantwortung zuzuschieben und daraus bare Muenze zu machen.

Searles
 
00
21.4.2010, 12:25

Ein bisserl suedamerikanische Geschichte lernen, dann findest du Antworten auf Fragen.

Herzerzog Johann
00
20.4.2010, 22:05
Wenn sich die Üblichen versammeln ...

... kann es eh nur einen Schuldigen geben.

Ava Tar
11
20.4.2010, 20:56
Jo, mei.

Damit wir auch künftig die Erdäpfel von Deutschland nach Italien zum Waschen führen können, muß eben die 3.Welt an die CO2-Kette gelegt werden

Wäre ja noch schöner, wenn die sich entwickeln, dann geben sie die Rohstoffe nicht mehr so billig.

tempa
12
21.4.2010, 11:34

Tja, wie kommt es eigentlich, das sie sich nie um Fakten kümmern?

"Demnach haben die Schwellenländer im vergangen Jahr 51,2 Prozent des Primärenergieangebots der Welt verbraucht und damit die in der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit (OECD) zusammengeschlossenen Industriestaaten erstmals überrundet."

"In der OECD sank der Primärenergieverbrauch dagegen um 1,3 Prozent."

"In der Stromerzeugung hätten die Chinesen die EU überholt, beim Ausstoß des Klimagases Kohlendioxid Amerika vom ersten Platz verdrängt."

http://www.fazfinance.net/Aktuell/W... -6778.html

Ach, und:
http://www.zeit.de/2009/03/Afrika

hema1
 
00
21.4.2010, 10:36
unnötiger Transportwahnsinn

Gut geschrieben!
Ich hoffe trotzdem, dass sich bald etwas zum Positiven ändert.

Ernst Guevara
00
20.4.2010, 20:45
ein paar infos..

World People's Conference on Climate Change and the Rights of Mother Earth
http://pwccc.wordpress.com

Voice of Civil Society Loud and Clear in Cochabamba
http://ipsnews.net/news.asp?... news=51099

Opposition Mounts to Carbon Compensation Schemes
http://ipsnews.net/news.asp?... news=51104

In Defence of Pachamama
http://ipsnews.net/news.asp?... news=51070

Ernst Guevara
04
20.4.2010, 20:40
es ist völlig absurd, ländern wie bolivien und venezuela die "eigene verantwortung" für den klimawandel zum vorwurf zu machen.

ganz so als ob es sich hier um gleiche ausgangsbedingungen handle. aber es ist nun mal nicht das gleiche, ob ein land wie die USA oder deutschland, die eine lange tradition der ausbeutung der sog. "dritten welt" hinter sich haben, die umwelt verpestet oder ob bolivien, ein land, das die meiste zeit kolonial unterworfen und daher in seiner wirtschaftlichen und sonstigen entwicklung gehemmt war, zur umweltverschmutzung einen - im verhältnis winzigen - beitrag leistet. bolivien kann es sich einfach nicht leisten, auf sein wichtigstes exportprodukt (erdgas) zu verzichten, die USA oder europa könnten jedoch ruhig ein paar gänge zurückschalten. ziemlich lächerlich, wie hier von der verantwortung der industrieländer abgelenkt werden soll.

Der Neue Mensch
01
20.4.2010, 23:44
Scheinheiliges Gegacker

Wer den Rohstoff fördert, verkauft und damit gutes Geld verdient, der ist auch in der Mitverantwortung, was mit diesem Rohstoff geschieht.

Es ist höchst scheinheilig besonders von einem Hugo Chávez, Venezuelas Natur zum Zwecke der Ölförderung kaputt zu machen, im eigenen Lande Benzinpreise weit unter den lokalen Herstellungskosten anzubieten, vom Marktwert ganz zu schweigen, und sich dann hinstellen und erklären, die USA und Europa sind allein Schuld am Klimawandel, wobei ein anderer Großverbraucher, nämlich China, von dieser Kritik ausgespart wird.

*space
11
22.4.2010, 10:02
Scheinheiliges Gegacker

Wenn Sie sich den Pro-Kopf-Ausstoß an CO2 ansehen würden, dann würden Sie frappierende Unterschiede zwischen den USA und China feststellen. Ich bin mir bei China eher sicher, dass die etwas dagegen unternehmen, schließlich werden auch westliche Konzerne als Sünder ausgemacht. Wahrscheinlich werden die dann ihre Werke dichtmachen und nach Vietnam gehen, was ja die Einseitigkeit kap. Wirtschaftens beweist.

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