Budget

SPÖ-Geschäftsführer fordert höhere Steuern für Reiche

20. April 2010, 18:14

Kräuter: Spitzenverdiener mit mehr als 300.000 Euro sollen fünf Prozent mehr zahlen

So an die 50 Spitzenmanager staatsnaher Unternehmen verdienen mehr als der Bundeskanzler, also 280.000 Euro und drüber. Für den SPÖ-Bundesgeschäftsführer Günther Kräuter Anlass genug, "jetzt im Lichte der Wirtschaftskrise und der notwendigen Budgetsanierung", die "Bestverdiener" zur Kassa zu bitten.

Der rote Parteigeschäftsführer fordert im Standard-Gespräch, dass Einkommensbezieher, die mehr als 300.000 Euro im Jahr verdienen, künftig mehr Steuern zahlen sollen. Kräuter: "Das ist absolut zumutbar. Wer 300.000 und mehr verdient, ist in der Lage, zusätzlich fünf Prozent mehr Steuern zu bezahlen. Das trifft nur Leute, die ausgesorgt haben, das ist vertretbar."

Dies sei auch als Signal zu sehen, dass diese Bestverdiener - laut Kräuter würde es ohnehin nur einige "Hundertschaften" treffen - ihren Beitrag zur Bewältigung der Wirtschaftskrise leisten. Der SPÖ-Politiker: "Es ist auch im Sinne der Verteilungsgerechtigkeit wichtig, dass wir hier ganz deutliche Zeichen setzen."

Er glaube nicht, das eine steuerliche Mehrbelastung zu einer Abwanderung von Spitzenmanagern führen würde. Kräuter: "Fünf Prozent mehr ab 300.000 würde ich eher als Äquivalent für das, was Österreich zu bieten hat, sehen. Dafür bekommen die Spitzenverdiener eine hohes Maß an Sicherheit, große kulturelle Werte und eine weitgehend intakte Umwelt. Nur wegen fünf Prozent mehr Steuern wird niemand in den Osten oder sonst wohin auswandern."
"Unvernünftig hohe Steuern"

Für eine ähnliche Regelung ist kürzlich übrigens auch der Bauunternehmer und frühere LiF-Politiker Hans Peter Haselsteiner eingetreten. Er plädierte dafür, den Spitzensteuersatz für sehr hohe Einkommen anzuheben. Haselsteiner hält auch eine Vermögenszuwachssteuer für "fair."

Der Ex-LiF-Politiker hatte bereits 2008 in einem Standard-Interview gemeint: "Ich bin für das Prinzip ,Unvernünftig hohe Steuern auf unvernünftig hohe Einkommen.' Wenn man von seiner zehnten Million nur mehr 200.000 Euro bekommt, ist das ja auch nicht schlecht, oder?"

Kräuter will aber grundsätzlich bei den Managergehältern umrühren. Für jene Unternehmen mit staatlicher Beteiligung verlangt Kräuter "endlich mehr Transparenz". Es sei bis heute auch dem Rechnungshof nicht möglich, die exakten Einkommen der einzelnen Manager zu eruieren.

Kräuter: "Finanzminister Josef Pröll soll, wie es in Deutschland längst der Fall ist, bis Jahresende ein klares Managerbezügegesetz vorlegen. Mit exakten Regeln und Höhen für Boni-Zahlungen und Abfertigungen." (Walter Müller/DER STANDARD-Printausgabe, 21.4.2010)

Kommentar posten
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Pauli Feuerstein
00
22.4.2010, 16:03
Ein Grenzsteuersatz von 55% ist nicht zu rechtfertigen.

Spitzenmanager werden eben in Zukunft z.B. in der Schweiz positioniert. Der Kräuter ist durch Nichts zu ersetzen ...

*N*

Viktor Adler
21
22.4.2010, 00:22
WIESO haben die Länder mit flat tax

die geringsten Einnahmenprobleme? Zum Beispiel unser (von der sozialdemokratischen SMER regiertes) Nachbarland Slowakei.

Strache, Österreichs Schande!
03
22.4.2010, 00:27
Du willst doch nicht die Slowakei als Vorbild darstellen

fahr mal nach Lozorno oder nach Moravski Jan und schau dir den Wohlstand dort an, du Vogerl!

Rotzbub
21
22.4.2010, 09:02
Vielleicht hat das ja...

...mit 45 Jahren ein bisserl zuviel Sozialismus zu tun....

pepitant
00
22.4.2010, 12:42
Wielange gilt das noch ?

Nochmal 20 Jahre ?

also dann ...
02
22.4.2010, 00:07
wenn reiche zu wenig steuern zahlen ... erklärt dies zu einem guten teil auch die finanzkrise !

e m p i r i s c h... zeigt sich, dass
das oberste % der US in 1928 ca. 1/4 ( ! ) der einkommen auf sich vereinte.
danach sank dies wieder auf unter 9 %.
2 0 0 6 jedoch...
verdienten nur 1 % wieder 23 % aller einkommen.
- - -
d.h.
es ist notwendig die progressiven eink.steuern stark zu erhöhen, dh. einkommen v. z.b ÜBER 1 mio euro
sollten mi 80 % besteuert werden.
ROOSEVELT`S "new deal" der 30iger jahre
besteuerte einkommen über 200.000 $ mit 91 % (!)
(entspricht heute ca. 2 mio euro)
bis in die 80iger jahre betrug die steuer 80 %...
o h n e dass es dem US-kapitalismus schadete.
http://www.ftd.de/wirtschaf... &blogId=10
also :
70 % eink.steuer ab 300 k /y.

Rotzbub
00
22.4.2010, 09:24
emprisch...

...gesehen gibt es in Österreich nur relativ wenige die über 300 T€ Einkommen/anno zu versteuerndes Einkommen. Das hätte nicht den großen Hebel für eine Einkommensumverteilung, auch wenn's gerecht klingt.

Ich wäre für mehr Vermögen für "nach Unten". Auf Grund der hohen Besteuerung des Mittelstandes schafft es da kaum jemand mehr Vermögen aufzubauen. Die Steuern für den mittleren Einkommensbereich gehören gesenkt und zwar über radikale Einsparungen. Vermögensaufbau ist eben nur ab einem gewissen Nettoeinkommen möglich.

Der new deal war übrigens nicht wegen der hohen Spitzensteuersätze erfolgreich, sondern über ein Bündel sozialer und wirtschaftspolitischer Maßnahmen. Und er hätte beihahe des Staatshaushalt gecrasht...dann kam aber Krieg

also dann ...
00
22.4.2010, 21:58
stimmt - wenn sie es auf natürlich personen beziehen.

aber wieso...
sollte es bei stiftungen und anderen gesellschaften
keine stärkere progression geben.
die grossen unternehmen z.b. zahlen ja nicht mal 25 % köst - sondern ca. nur die h ä l f t e.

ausserdem ist 300 k zu hoch gegriffen.
ab 100 - 150 000 wären locker 60% grenzsteuersatz möglich und richtig.

ad. mittelstand - stimmt.
der median ...beträgt p.a. ca. 22.000 - brutto !
hier gilt es anreize für einen vermögensaufbau zu schaffen, yes.

ad. new deal...
ja - es war ein bündel an massnahmen, vor allem jedoch die invesitionen in die infrastruktur, die arb.plätze schufen.
die reichen...steuer beschränkte, was auch wichtig war, die immense anhäufung von eink.reichtum
bei einem kleinen teil der bevölkerung.

Heavyweather
00
21.4.2010, 23:49

10% der Österreich besitzen 70% des Kapitales.
Der blöde Mittelstand zahlt denen auch noch die Rettung der Banken...LOL

pepitant
00
22.4.2010, 13:15
Ich rechne mich auch

zum blöden Mittelstand.
Wenn Sie nun noch bitte eine praktikable Lösung für mich hätten...

nodiesop
01
21.4.2010, 22:43
vernünftige Ansätze

jemand der 300.000 und mehr verdient würde das nicht mal spüren...

dennoch sind das die geizigsten Bürger...

eine Kapitaltransfersteuer würde das Problem auch lösen...

1 Mrd. Euro an Steuern pro Jahr würden diese bringen...

Foromat
10
21.4.2010, 23:46

wieviele menschen kennen sie die mehr als 300k pa verdienen und woher wissen sie das die meistens due geizigsten sind ?
ich denke das ein hoeherer spitzensteuersatz durchazs sinnvoll ist aber budgets werden wir damit nicht sanieren

was bzw wie ist die kapitaltransfersteuer gestahltet si dass sie genau 1 mrd bringt , haben sie einen link dazu ?

Kasamandl
11
21.4.2010, 22:25
Vergebliche Liebesmüh'. Die dem Strache nachlaufen,

werden auch nach dieser Populismusattacke nicht "Heil Kräuter" rufen. Aber dafür werden sich weitere seriöse Wähler von der SPÖ abwenden.

Strache, Österreichs Schande!
11
21.4.2010, 22:37
Und du bist natürlich so ein "seriöser Wähler" der SPÖ, stimmts?

by the way, wie war der Geschäftsgang heute bei euch im Lagerhaus?

Viktor Adler
11
22.4.2010, 00:19
Ich habe keinen Kräuter mehr gebraucht,

um ehemaliger SPÖ-Wähler zu werden. Mich haben schon andere vertrieben. Aber der Unsinn, den Kräuter verzapft, bringt mich sicher nicht zurück.

SOBE
01
21.4.2010, 21:19
Und wann

kommen endlich die ersten Vorschläge wie man Ausgaben einsparen kann? Man hört täglich nur neue Steuerideen.
Hier die erste: Halbiert den Nationalrat und die Parteienförderung. Ich wette niemand würde es merken.

Strache, Österreichs Schande!
01
21.4.2010, 22:28
Das würde tatsächlich nicht auffallen

und gleich auch die Landeskammern um mindestens 50% reduzieren.

Ich sehe nicht ein warum wir ohnehin brillante Redner wie diesen hier bezahlen müssen:


http://www.youtube.com/watch?v=mQHpkwuwZ3E


Canosso
01
21.4.2010, 19:44
Steuerfreiheit des 13. und 14. Gehalt deckeln!

Bei dem Gewinnfreibetrag der Unternehmer gibt es auch einen Deckel, wieso sollen die Manager nicht auch eine auf den Deckel.

Foromat
10
21.4.2010, 23:48

steuerbeg auf 13 und 14 am besten abschaffen das ist sowieso a bledsinn

Strache, Österreichs Schande!
00
22.4.2010, 00:40
Du betreibst einen Würschtelstand, drum is olles a Bledsinn, stimmts?

Foromat
00
22.4.2010, 08:55
leider nicht, aber an gscheiten würschtelstand hätte ich schon gern ....

nein, ich sehe nicht ein, warum man eine unnotwendige komplexität ins steuersystem reinbringen muss. eine deckelung bringt wieder nur einen weitere zusatzregelung mitsich.

lesen sie doch mal die steuerkodices in Österreich, ein sinnloses konvolut an regelungen, mit ausnahmen und ausnahmen von den ausnahmen. hier hat sich jede lobby irgendwann mal irgendwie verewigt und wir tragen den bledsinn über jahrzehnte mit.
und das alles mit dem ziel ein "gerechtes" steuersystem zu entwerfen, anstatt mal grob über den kamm zu scheren und uns allen (und den behörden) kosten zu ersparen und damit weniger zu benötigen.
der gipfel ist ja die forderung f.e. st.beg. des jahres-1/6 für wirtschaftstreibende. ich bin selbständig aber das ist doch ein hohn

Strache, Österreichs Schande!
01
21.4.2010, 22:23
Das ist sicher eine überlegenswerte Idee

warum wirklich keine Deckelung?

RS69
 
00
21.4.2010, 19:54

Eine Deckelung - analog zur Deckelung der Selbstständigen ausgeführt - würde kaum einen praktischen Unterschied machen. So viele Leute gibt's auch wieder nicht, bei denen das 13 u 14 Gehalt alleine mehr als 100 TEUR ausmachen.

Da kosten Gesetzesänderung und Umsetzung um Grössenordnungen mehr, als das an Einnahmen bringt.

Abschaffung der begünstigten Besteuerung von 13 u 14 wäre schon ein Thema - dann aber über Alle Einkommensstufen der Angestellten.

pepitant
00
22.4.2010, 13:19
Nein, eben nicht über ALLE,

Steuern sollen einen Lenkungseffekt haben, sonst sind sie nur Geldeintreiberei.

RS69
 
00
22.4.2010, 18:54

Steuern sind Geldeintreiberei.

Welches Beispiel hätten Sie, wo Steuern sinnvolle Steuerungseffekte wirkungsvoll umgesetzt hätten?


Bei Lenkungseffekten ist immer die Frage: Sinnvoll aus wessen Sicht? Bei Umverteilung werden immer Partikulärinteressen bedient - Gewinnen kann nur der, der die stärkere Lobby hat.

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