Digital geboren und rekrutiert

31. August 2010, 17:41
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Die neue Generation der "Digital Natives" ist auf Jobsuche

Ein etwas älterer Unternehmer hat mir kürzlich in einem Interview erzählt: "Damals, als die E-Mail in Mode kam, hat mein Geschäftspartner gesagt: 'Damit kann ich dir jetzt Nachrichten auf dem Computer hinterlassen - eine Spielerei halt'." Das entlockt heute ein Schmunzeln, denn ohne dieser "Spielerei" ist Arbeit in den meisten Branchen gar nicht mehr denkbar. Könnte es den letzten social media-Abstinenzlern heute ähnlich gehen, laufen sie Gefahr etwas zu verpassen, wenn sie neue Kommunikations- und Selbstmarketingmöglichkeiten im Web als Spielerei abtun?

Nach "Trend-Aussitzen" sieht es im Moment nämlich nicht aus. Ins Personal-Geschäft hat das so genannte social recruiting Einzug gehalten, online Karriereplattformen werben damit um die neue Generation der Arbeitnehmer. Für die "Digital Natives", die mit digitalen Technologien schon aufgewachsen sind und alle anderen, die sich damit auseinander setzen, mag sich die Mund-zu-Mund-Propaganda für die Jobsuche auf social media und social networks ausgeweitet haben.

Welche Vor- und welche Nachteile das hat, darüber wurde schon ausführlich nachgedacht und auch darüber, ob man fast schon "eigenartig" ist, wenn man im Internet keine Abdrücke hinterlässt. Das wirft neue Fragen auf: Steht man karriere-mäßig im Abseits, wenn man nicht mit von der Partie ist? Droht eine neue Art von Diskriminierung? Oder sind social media für Karrierezwecke überbewertet? (derStandard.at, 1.9.2010)

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