Vulkanasche

ÖGB widerspricht WKÖ: Keine Arbeitsleistung, doch Geld

20. April 2010, 11:33

GPA: Arbeitgeber trägt das Entgeltfortzahlungsrisiko

Wien - Nach der Arbeiterkammer hat nun auch der ÖGB der Meinung der Wirtschaftskammer widersprochen, dass Beschäftigte bei einem Arbeitsausfall durch die Vulkanasche kein Entgelt bekommen. "Es muss bezweifelt werden, dass die derzeitige Sperre des Luftraums tatsächlich die Allgemeinheit betrifft, wie dies die Wirtschaftskammer behauptet. Die überwältigende Mehrheit aller Arbeitnehmern ist zweifellos pünktlich zur Arbeit erschienen. Betroffen sind lediglich jene ArbeitnehmerInnen, die am Wochenende wegen der Luftraumsperre nicht aus dem Urlaub zurückkehren konnten", so die Leiterin der GPA-djp-Rechtsabteilung Andrea Komar.

Selbst wenn die Allgemeinheit betroffen wäre, hieße das aber nicht notwendigerweise, dass die Beschäftigten keinen Anspruch auf Entgeltfortzahlung hätten. Als Grundsatz gelte: Waren durch ein Ereignis einzelne Arbeitnehmer gehindert, den Arbeitsplatz zu erreichen, während andere zur Arbeit erscheinen konnten, so trägt der Arbeitgeber das Entgeltfortzahlungsrisiko, betonte die Gewerkschaft.

Die AK bleibt dabei: Bei Dienstverhinderung durch Vulkanasche gibt es ein Recht auf Entgeltfortzahlung Arbeitnehmer haben ein Recht auf Entgeltfortzahlung, wenn sie durch "höhere Gewalt" wie etwa Vulkanaschewolken an der Rückkehr an ihren Arbeitsplatz verhindert sind. Voraussetzung sei, dass sie ihre Verhinderung gemeldet haben und alles getan haben, um zurück an die Arbeit zu kommen. Für Angestellte gelte dies auf jeden Fall, bei Arbeitern könne es im Kollektivvertrag Sonderregelungen geben. (APA/red)

Woodpecker
10
23.4.2010, 07:04
Nicht nur die Arbeitnehmer

Auch die Fluggesellschaften, Logistikunternehmer, ja vielleicht sogar Flughafenbetreiber selbst werden versuchen, sich sogut es geht "schadlos" zu halten, indem sie ihre Rechtsabteilungen auf die Flugsicherung und den Staat "ansetzen", wo es geht.
Das kostet sogar dann massiv Geld für angeblich unnötige Beamte in den Verkehrs- und Justizministerien, wenn alles abgeschmettert wird.
Ein Vorschlag wäre hier: zahlt's Euch doch selber. Wenn die Arbeitnehmer zum Verzicht auf Lohnfortzahlung aufgefordert werden, dann auch gleich das Geld und die Arbeitszeit der ohnehin mit wichtigeren Sachen überlasteten Richter sparen.
Apropos: bekommen ascheverhinderte Piloten, die zum Dienstantritt nicht (mit)fliegen konnten, auch kein Gehalt?

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