Rekordjagd und Stilfragen auf den Achttausendern

19. April 2010, 18:51
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    foto: epa

    Südkoreanerin Oh Eun-sun könnte demnächst das "Projekt 14" vollenden.

Pasaban und Oh Eun-sun, zwei Frauen mit je 13 Gipfeln, auf der Jagd nach allen 14 Achttausendern

Kathmandu/Wien - Dass sie einen Wettlauf bestreiten, bestreiten sie. Und doch wird am Ende eine von ihnen die Nase vorne gehabt haben oder eigentlich oben - als erste Frau auf allen 14 Achttausendern dieser Welt.

Zunächst hatte es so ausgesehen, als würde jedenfalls eine Europäerin das Rennen machen, die Österreicherin Gerlinde Kaltenbrunner (39), die Italienerin Nives Meroi (48) oder die Spanierin Edurne Pasaban (36). Dann mischte sich die Südkoreanerin Oh Eun-sun (44) ein, sie hakte im Eiltempo einen Gipfel nach dem anderen ab, nun fehlt ihr allein noch die Annapurna, der zehnthöchste Berg der Welt, der freilich als einer der gefährlichsten Achttausender gilt. Dieser Tage will Oh Eun-sun den Gipfel und damit ihr großes Ziel erreichen, das sie unter dem Titel "Projekt 14" angepeilt hat. Sie wäre dann, was die Rekordbücher angeht, das weibliche Pendant zu Reinhold Messner, der am 16. Oktober 1986 auf dem Lhotse, seinem 14. Achttausender, stand.

Allerdings würde Oh Eun-sun nicht nur Anerkennung, sondern auch Kritik ernten, lehnen doch viele Kollegen ihren Stil des Bergsteigens ab. Die Südkoreanerin greift bei Bedarf zu künstlichem Sauerstoff, lässt sich von Trägern helfen und fliegt per Helikopter von Basislager zu Basislager, um Zeit zu gewinnen. Generell umstritten ist ihre Besteigung des Kangchendzönga, es gibt kein Gipfelfoto, auf dem sie einwandfrei zu identifizieren wäre. Kaltenbrunner, Meroi und, mit Abstrichen, Pasaban hingegen sind vorwiegend im Alpinstil unterwegs, versichern ihre Routen selbst, sie verzichten weitgehend auf Trägerhilfe und gänzlich auf künstlichen Sauerstoff.

Darüber hinaus sucht sich etwa Kaltenbrunner stets schwierige Routen aus wie aktuell am Everest, den sie gemeinsam mit ihrem Mann Ralf Dujmovits in den nächsten Wochen nordwandmäßig durch das sogenannte Japaner- und das Hornbeincouloir besteigen will, ein 3000 Meter hohes "Supercouloir" , das erst ein einziges Mal ohne künstlichen Sauerstoff und zuletzt 1991 durchstiegen werden konnte.

Auf die Oberösterreicherin wartet neben dem mit 8848 Metern höchsten auch noch der zweithöchste Berg der Welt, der K2 (8611 m). Meroi hält bei elf Achttausendern. So sieht es derzeit danach aus, als könnte Oh Eun-sun, wenn überhaupt, von Pasaban noch abgefangen werden. Die Baskin stand vergangenen Samstag auf der Annapurna, hält nun ebenfalls bei 13 Achttausendern, ausständig ist der Shisha Pangma (8027 m). Dass auch Pasaban der Ehrgeiz packte, beweist die Tatsache, dass nun auch sie per Hubschrauber ins Basislager kommt. So erklärt sich vielleicht auch, wieso Pasaban und Oh Eun-sun, der ansonsten oft die kalte Schulter gezeigt wird, einander kürzlich im Annapurna-Basislager trafen, um Tee zu trinken.

Von dort aus geht vielleicht bald die Geschichte von Oh Eun-sun, der ersten Frau auf allen Achttausendern, um die Welt. Die Kameraleute treten einander schon auf die Füße. Am Everest, abseits vom Normalweg, hat derweil Kaltenbrunner, begleitet nur von Dujmovits und ihrem Koch Sitaram Rai, ihr Basislager auf dem zentralen Rongbukgletscher aufgeschlagen. Es sei "völlig still und einsam" , berichtet sie, "was wir als sehr angenehm empfinden." (Fritz Neumann, DER STANDARD, Printausgabe, Dienstag, 20. April 2010)

Kommentar posten
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Henry Flower
00
27.4.2010, 15:38
Oh

hats schon geschafft.

BerndDasBrot
 
00
27.4.2010, 14:24

endlich ist das theater mit wer wird die erste sein vorbei. ich glaub dass alle froh darüber sind.

Der Endsiecher
00
23.4.2010, 12:33

Ego-Trip³!

1.Jamaikanisches Slalomteam
 
00
22.4.2010, 23:26
Das ist dann einfach ungültig!

Wer Sauerstoff,Hubschrauber und Träger braucht hat in der Höhe einfach nix verloren und auch keinerlei Ruhm für irgendwelche Besteigungen verdient da er/sie ohne das ganze Zeug da oben sowie nicht (über-)lebensfähig wäre.PUNKT.

alte frau
00
20.4.2010, 20:30

mit dem helikopter zum basislager - einfach widerlich!

the Shelby
00
29.4.2010, 14:47

Ja, wieso nicht gleich mim Heli auf den Gipfel?
Alle Gipfel in X Stunden?

annna nyme
00
30.4.2010, 07:12
geht nicht

die Luft ist zu dünn

werwolfi
00
20.4.2010, 18:30

auch wenn sie eventuell als erste überall oben gewesen sein wird - die koreanerin mit ihrem halbschuhtouristenstil zählt einfach nicht ;oP

Pasaban (oder von mir aus Kaltenbrunner) for teh win! ;o)

yokozuna
00
20.4.2010, 17:46
Bitte den Gipfel sauberhalten!

Ich habe gehört, dass manche Bergsteiger auf der Routen soviel Mist wegwerfen, dass die Sherpas einmal einen Putzwanderung im Gipfelbereich der Everest machen.
http://news.yahoo.com/s/ap/2010... ng_everest

139389
00
26.4.2010, 15:07

Ja, bekommen aber auch z.B. EUR xy pro Sauerstoffflasche die zurückgebracht wird, et.

forever52
73
20.4.2010, 15:14
Hat die Kaltenbrunner...

...eigentlich nichts besseres zu tun ?

testarossa
00
21.4.2010, 19:41

Ihr Job ist schon der Beste!

devianz
03
20.4.2010, 19:20

na seit sie mit dem posten im forum aufgehört hat, steht ihr sehr viel zeit zur verfügung.

alte frau
00
20.4.2010, 20:31

ich bin nicht gerlinde kaltenbrunner

seltsam
00
20.4.2010, 16:01

ähm... nein.. sie verdient damit ihr geld... vorträge, bücher etc

W.I.G
00
20.4.2010, 16:45

Echt??

Hustler
00
20.4.2010, 13:18
Dieser (sinnlose) Wettkampf erinnert mich an Nordwand

Und I hoff die Gerlinde hat viel Spass in der Nordwand, scheint eine der anspruchsvolleren Routen zu sein.

Der Klaus
217
20.4.2010, 11:19
ich hab ehrlich gesagt nicht viel

Ahnung von der Welt jenseits der 8000 aber ich war im November letzten Jahres auf ueber 6500 im Makalu Valley und hab zumindest a bissl eine Ahnung woraufs beim Hoehenbergsteigen ankommt.

Demzufolge kann sich die Suedkoreanerin genau eingraben mit dieser Schummelei
Von basecamp zu basecamp zu fliegen per Helicopter ... wenn ich das schon hoer. Laecherlich.
Bisschen kuenstlichen Sauerstoff fuer Notfaelle lass ich mir ja noch einreden aber wenigstens selber gehn bis zum Basecamp sollt sie schon.

vor der Kaltenbrunner hab ich jedenfalls tiefsten Respekt

mei Meinung

derKlaus

Black Burner
00
20.4.2010, 18:10
Königin der Herzen

Na ja, das Bergsteigen beginnt oberhalb des Basislagers; nach dem Prinzip "kein Beförderungsmittel" müßte unsere größte Bergsteigerin von Kathmandu zum Everest-Basislager auf der Nordseite zu Fuß trekken, eine Strecke die man mit dem Auto fährt. Aber keine Sorge, wie so oft in Österreich wird Sie das Rennen voraussichtlich nicht gewinnen, aber die eigentliche Siegerin sein, die Wahre Bergsteigerin der Herzen. Übrigens, Sauerstoffmangel ist auch nicht gut, wie man an ein paar Pionieren sieht. Sherpa = Volk aus dem Osten (kein Träger).

Der Klaus
00
20.4.2010, 20:33
Lukla

ich finde alles was in der Everest region ist (kumbu) sollte zumindest von Lukla aus erklommen werden
bis dahin kann man ja noch fliegen von kathmandu

die meisten basislager liegen ja schon weit ueber 5000m von da nach dort mit dem helicopter ist echt schummeln

Karl Kater
01
20.4.2010, 14:40
Eine echter Experte

Sie waren also auch mit der Makalu Valley Seilbahn unterwegs -mit oder ohne Ermäßigung?
Respekt.

Der Klaus
00
20.4.2010, 20:34
Mera Peak

Ich war am Mera Peak und bin so wie die meisten trekker von Lukla zu Fuss gehatscht. Keine Traeger, nur ein Koch der uns ab dem letzten dorf beim Wasser schmelzen geholfen hat und die Nudeln zubereitet.

mfG

der Klaus

Ruben Manuel Da Silva
01
20.4.2010, 10:44

den begriff couloir (rinne) hätte man schon erklären können.

Miss Deutung
00
28.4.2010, 23:02

Wozu? Französisch ist eh Schulbildung.

SCNR.

Hofer1002
01
20.4.2010, 10:31

Ich hoffe nur,das alle vier es überleben werden.Die Besteigung aller vierzehn Achttausender mag für die Presse ein Thema sein,aber die wirklichen Höchstleistungen im Alpinismus finden heutzutage woanders statt.

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