Koalition dreht weiter an der Steuerschraube

19. April 2010, 17:48

In den nächsten vier Jahren plant die Regierung Steuererhöhungen um 4,1 Milliarden Euro: Auf den Sozialstaat kommen empfindliche Einschnitte zu

Wien - Die für das nächste Jahr geplanten Steuererhöhungen werden keine Eintagsfliege sein: Die rot-schwarze Koalition hat vor, die Steuereinnahmen bis 2014 kontinuierlich nach oben zu schrauben. Dies geht aus dem Strategiebericht der Bundesregierung für die Jahre 2011 bis 2014 hervor, der dem Standard vorliegt.

Demnach plant der Bund "einnahmenseitige Maßnahmen", die sich bis 2014 auf knapp 2,8 Milliarden Euro summieren sollen. Um diesen Wert zu erreichen, müssen die tatsächlichen Steuererhöhungen allerdings deutlich höher ausfallen. Laut Finanzausgleich erhält der Bund nämlich "nur" zwei Drittel der staatlichen Steuereinnahmen, der Rest geht an die Länder und Gemeinden. Soll die im Strategiebericht aufgestellte Rechnung aufgehen, müssen die neuen Steuerquellen 2014 gut 4,1 Milliarden Euro in die Kasse spülen. Für 2011 kommt man auf die bereits bekannten 1,7 Milliarden, 2012 auf 2,88 Milliarden, 2013 auf 3,5 Milliarden.

Allerdings pocht man im Finanzministerium darauf, dass sich die Länder verpflichtet hätten, jene Summen, die sie via Steuern zusätzlich bekommen, durch Reformen und Ausgabenkürzungen wieder einzusparen. Wie, das bedarf noch intensiver Verhandlungen, die laut Ministerium wohl kaum bis Oktober, wenn das Parlament das Budget sehen will, beendet sein werden.

Über konkrete Steuererhöhungen und Kürzungen gibt das Strategiepapier keine Auskünfte. Festgeschrieben sind lediglich die Sparziele für die einzelnen Budgetposten. Aus der Tabelle lässt sich schließen, dass auf den Sozialstaat beträchtliche Einschnitte zukommen: Die Hälfte der Einsparungen entfällt Jahr für Jahr auf die Bereiche Arbeit, Familie und Jugend, Sozialversicherung und Pensionen (inklusive Beamte).

Fixiert ist auch der Fahrplan punkto Budgetdefizit. Heute, Dienstag, wird der Ministerrat das entsprechende Finanzrahmengesetz beschließen. SPÖ und ÖVP halten am Plan fest, das Budgetdefizit bis 2013 von 4,7 Prozent (2010) auf 2,7 Prozent zu drücken. Für 2014 wird ein Minus von 2,3 Prozent angepeilt - was allerdings bereits eine neue Regierung zu verantworten haben wird.

"Pure Abkassier-Aktion"

"Unverschämtheit" und "Armutszeugnis" nennen FPÖ beziehungsweise BZÖ die geplanten Steuererhöhungen. Aber auch die Koalitionsparteien richten sich keine Freundlichkeiten aus. Die SPÖ kritisiert die von der ÖVP gepushte Ökosteuer als "pure Abkassier-Aktion" und macht einen neuen Gegenvorschlag. Um ihre Wohnhäuser thermisch zu sanieren, sollten Bürger geförderte Kredite bekommen, meinen die Abgeordneten Christoph Matznetter und Petra Bayer. Der Staat würde demnach die Zinsen für die Kredite zahlen, die Rückzahlung obliege den Hausbewohnern - allerdings erst nach Zweijahresfrist, falls sich die Einsparungen bemerkbar machten. Mit einem Fördervolumen von 450 Millionen könnte die öffentliche Hand Investitionen von 7,5 Milliarden Euro stimulieren, rechnet Matznetter vor, 500.000 Haushalte könnten profitieren. (Gerald John, DER STANDARD, Printausgabe, 20.4.2010)

Kommentar posten
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Recht ist Auslegungssache
02
20.4.2010, 17:03
Allgemeines Statement:

Verbrecher gehören ins Gefängnis.
Oder hart bestraft.
Bei uns rennen sie frei herum und machen P......

Kraftakt
00
20.4.2010, 13:01

Gibt es eigentlich auch Politiker die sich für eine Politikerabgabe einsetzen? Anscheinend denkt das Wahlvolk, dass österreichische Politiker zu viel verdienen (AUT BP verdient mehr als US BP). Wenn sich keiner der Politiker für die Wünsche des Volkes einsetzt, warum sollte man dann noch wählen gehen (um das Steuererhöhungen der Regierung seitens der Politiker mit dem Wahlergebnise gerechtfertigt zu haben)?

Wieviel Demokratie ist es bitte?
01
20.4.2010, 12:55
Völlig unnötig

Drum gibt's von mir nix!

Weil:

Pröll ja mindestens 15 Milliarden + 8% Zinsen von den banken zurückbekommt, nicht wahr?!

http://derstandard.at/122535871... ikaGroup=7

mosgassner
04
20.4.2010, 12:40
Ich träume von einem Land...

...in dem sich die Politiker als "Volksvertreter" verstehen und in Demut für eine gewählte Amtszeit das Volksvermögen treuhänderisch verwalten. Die Vergabe der Posten rekrutiert sich aus den bewiesenen Kompetenzen und Expertisen.

Höchstes Ziel dieser Personen ist es, dem Bürger zu dienen und den Lebensstandard zu erhöhen. Dazu gehört auch mit den vom Volk bereitgestellten Mitteln das Auslangen zu finden. Nach abgelaufener Amtsperiode gehen diese Personen wieder in den angestammten Beruf.

Der Begriff "Regierung" existiert in diesem Land nicht! Denn die Personen sind "VOLKSVERTRETER" und werden einzig und allein so genannt, damit sie es NIEMALS vergessen mögen!!!

Utopie, aber schön...

EuroExpert
20
20.4.2010, 16:56
gute idee

warum gehen sie nicht ins ausland, wenn sie sich hier so schlecht behandelt fühlen ?
andere erdenbewohner können nur davon träumen in so einem land wie österreich geboren zu werden !

teuerzahler
00
21.4.2010, 06:29
du bist auch ein träumer,

oder du gehörst nicht zu denen, die in summe aktiv in die verschiedenen transfertöpfe einzahlen.

wenn du so zufrieden bist mit der performance unserer politiker und beamtenheere und jedem, der von etwas besserem träumt, die existenzberechtigung auf dieser insel der seligen absprichst, dann schlage ich vor, du zahlst einen extra-jubelperser-steuerzuschlag.

machst du doch gerne, oder?

Wieviel Demokratie ist es bitte?
03
20.4.2010, 13:05
Pröll

21.4.09: „Wer jetzt über Steuererhöhungen oder neue Steuern redet, der hilft der Wirtschaft nicht auf die Sprünge, sondern stellt ihr ein Bein.“ - warnte Josef Pröll in seiner ersten Budgetrede vor dem Nationalrat.

„Ich habe Ihnen deutlich gesagt, es gibt keine neuen Steuern, das war auch eine Grundlage der Bildung dieser Bundesregierung.“

So - und weil wir Politiker dazu erziehen müssen, nicht zu Lügen und Wort zu halten, zahlen wir nix mehr!

http://img150.imageshack.us/img150/35... 9684of.jpg

Bittersweet Me
03
20.4.2010, 12:38

Die SPÖ-ÖVP-Regierung geht damit einmal mehr den Weg des geringsten Widerstandes und verzichtet auf nötige Strukturreformen!

Und ich dachte, die (kleine) Große Koalition ist die beste Regierungsform um große Reformen umzusetzen! Nur von Reformen sieht man leider nicht einmal Ansätze!


Ich bin es leid von unfähigen und populistischen Politikern vertreten zu werden!

weiserknabe
01
20.4.2010, 12:36
Alles nicht so schlimm

Erst retten wir die Banken, dann den Staat. Wir Kleinen müssen eben unseren Beitrag leisten. Und so lange die Cafés und Rstaurants voll sind, so lange H & M, Saturn und Co gute Umsätze schreiben, kann es auch niemanden bei uns schlecht gehen.

Gell?

Seth Gecko
00
20.4.2010, 12:30
unsere presse is echt lustig oder langsam

seit monaten ist der konsoldierungsbedarf bis 2014 und darüber hinaus bekannt (ministratsvortrag). da sind einnnahmen und ausgaben (gesetzliche verpflichtungen etc.) aufgeführt.
ohne strukturreformen geht da gar nix mehr, dh es wird weh tun und zwar allen. für viele wirds existenzbedrohend. inflation ist ein eigens thema.
zum thema "beamte" (öffentlich bedienstete): in vielen bereichen (gesundheit, exekutive, bildung) krachts jetzt schon allen ecken und enden. lösung: personal einsparen!!??!!a kabarett!
der gesamte personalaufwand macht 7 milliarden aus.dann gibts aber keine öffentlichen güter/leistungen mehr.

Revan
10
20.4.2010, 12:14

an alle die sich hier aufregen, dass die Steuern erhöht werden, aber nicht eingespart wird...

wie wäre es mal den ganzen Text zu lesen, anstatt nur der Überschrift...

>>>Aus der Tabelle lässt sich schließen, dass auf den Sozialstaat beträchtliche Einschnitte zukommen: Die Hälfte der Einsparungen entfällt Jahr für Jahr auf die Bereiche Arbeit, Familie und Jugend, Sozialversicherung und Pensionen (inklusive Beamte).<<<

Aguirre74
 
01
20.4.2010, 12:43

Die sollten nicht die Hälfte bei den Sozialausgaben einsparen, sondern die Hälfte der Beamten. Ich bin nicht mehr bereit die Hälfte meines Einkommens abzuliefern um sinnlose Politposten, vor allem in den Ländern, zu erhalten. Alles was der Pröll und seine VP-geknebelte Beamtenschar kann, das kann man mit der Hälfte des Aufwandes auf Bundesebene wohl auch machen (in den anderen Ländern wird es wohl ähnlich sein). Gibts halt keine 9 Landtage mehr, wir werdens überleben. Mal sehen wie die so frei werdenden "Spitzenkräfte" (mit Spitzengehalt) dann auf dem freien Markt reüssieren.

Winter20
01
20.4.2010, 11:47
Suche nach Geld in fremden Geldbörsen: Die einzige Kernkompetenz der SPÖVP-Regierung!

manfred ortner
019
20.4.2010, 11:44
Ohne Verwaltungsreform KEINE neuen Steuern!!! Das müsste das oberste Prinzip jeder VERANTWORTUNGSVOLLEN und dem GERECHTIGKEITSPRINZIP verpflichteten Regierung sein!


Nur ein Beispiel:

Seit 2005 sind alle Bundesbeamten und Lehrer, die damals unter 50 waren, "harmonisiert", mit der Konseqenz einer zukünftigen Altersversorgung, die nicht einmal ansatzweise mehr den heutigen Leistungen (im Volksmund: Privilegien!) entspricht.

In den Ländern und Gemeinden gibt es diese "Harmonie" bis heute noch NICHT. Die "besten" Altersversorgungsleistungen haben Kärnten (Hypo lässt grüßen!) und Wien (Da wurde noch nicht einmal die Pensionsreform Anfang der 90er des letzten Jhs. umgesetzt!).

Und von den Doppel- und Mehrfachstrukturen in diesem Staat, die uns - völlig SINNLOS - viel Geld kosten, will ich jetzt gar nicht zu schreiben anfangen.

Johnny Brainstorm
02
20.4.2010, 12:11
Verantwortungsvolle Regierung

Ein Oxymoron...

RogerRabbit
02
20.4.2010, 12:00

gebe ihnen vollkommen Recht. Wieder mal nur an der Steuerschraube drehen, denn für etwas anderes haben unsere Politiker nicht den Weitblick. Ihr Horizont beschränkt sich auf weniger als eine Legislaturperiode. Wenn man Wahlkampf und Regierungsbildung, dann noch Urlaub usw abzieht kommt man vielleicht auf 3 Jahre. Für manche von unseren Politikern ist selbst das zu viel. Für ernshafte Reformen müsste man halt langfristig denken. Stattdessen dürfen wir uns jetzt die nächsten Monate über Finanzausgleichssteuer versus Ökosteuer freuen - passender Weise von genau den "Richtigen" - arghhh

Beissreflex-Posting eines schwachen Verunsicherten
00
20.4.2010, 11:34
auch populisten müssen irgendwann rechnungen zahlen

mikromalist
 
06
20.4.2010, 11:43
Ja, aber beglichen

werden diese in Pyramidenspielen von "kommenden Zahlern".

die bundesregierung
06
20.4.2010, 11:29
das kommt davon wenn in den fetten jahren nicht umsichtig mit dem geld umgegangen wird


wohin sind denn die rekordsteuereinnahmen aus den vergangenen jahren verschwunden

40 jahre schuldenpolitik
jetzt kommt die rechnung

steuererhöhungen sind aber nur die eine seite
der nächste hammer werden die durch regierungen und ezb verursachten inflationsraten der nächsten jahre
da wird es den bürgern europas noch die augerln heraushauen wenn sie eines tages merken dass ihr erspartes nichts mehr wert ist

Erich Hardy
04
20.4.2010, 11:27
Der gelernte Österreicher weiß: Es werden die Steuern erhöht und nicht gespart.

Und es gibt immer noch Leute, die das beklatschen (Stockholmsyndrom) und reinfalle auf die Totschlagargumente der Sozialpopulisten:
"Kaputtsparen", "Weg in die soziale Kälte", "Sparen am Rücken der Ärmsten",..

teuerzahler
00
20.4.2010, 11:38
ja,

weil schuldenmachen und zinsen an die kapitalgeber zahlen, ja so sozial ist.

bereits jeder 3. bis 4. steuereuro geht in zinsendienst!!!

Erich Hardy
00
20.4.2010, 11:41

Man hätte in den fetten Jahren sparen müssen, aber die Sozialpopulisten wollten ja wiedergewählt werden (Faymann/Dichand & Co.)

teuerzahler
03
20.4.2010, 11:47
nicht vergessen die wähler!

sie sind nicht unschuldig!

wer brandstifter wählt, wird feuer ernten!!!

hiasll
02
20.4.2010, 11:57

Leider weiß der Großteil nicht was gut für den Staat ist!

Wie soll es das gemeine Fußvolk wissen, wenn es nicht einmal die sozialistischen Politiker wissen?

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