Sreten Jocic soll 1,5 Millionen. Euro für Mordanschlag auf Ivo Pukanic bezahlt haben
In Belgrad beginnt am Dienstag der Prozess um den Mordanschlag auf den kroatischen Journalisten Ivo Pukanic und seinen Mitarbeiter Niko Franic vor eineinhalb Jahren. Angeklagt sich der Belgrader Mafia-Boss Sreten Jocic alias "Joca Amsterdam" und zwei weitere Personen. Jocic soll einer "derzeit noch nicht identifizierten Person" 1,5 Millionen Euro dafür gezahlt haben, den Herausgeber von "Nacional" zu ermorden. Er habe seinen später in Kroatien festgenommenen Mitarbeiter Slobodan Djurovic beauftragt, den Mordanschlag "schnellstmöglich" vorzunehmen.
Die Zeitschrift "Nacional" war bekannt für Enthüllungsgeschichten über diverse Geschäfte der Balkan-Mafia, vor allem beim Zigarettenschmuggel, in die angeblich auch prominente Politiker verstrickt waren. Dies soll auch der Grund für seine Ermordung gewesen sein. Pukanic und Franic wurden vor dem Redaktionsgebäude durch eine ferngezündete Bombe getötet.
Im Fall Pukanic läuft seit Februar in Zagreb ein Verfahren gegen fünf Personen, die am Anschlag beteiligt waren und in Kroatien festgenommen wurden. Jocic war im April 2009 in Belgrad festgenommen worden, die mitangeklagten Mafiosi Zeljko Milovanovic und Milenko Kuzmanovic einen Monat später.
Der Fall Pukanic gilt in Belgrad als Beispiel für die neuerdings erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen den Innenministerien Serbiens und Kroatiens. (APA)