Absage

Die "Lange Nacht der Forschung" fällt erneut aus

19. April 2010 12:48

Wissenschaftsministerin: Konzept müsse "nachgeschärft" werden - mit stärkerer Einbindung von Universitäten

Wien - Die "Lange Nacht der Forschung" fällt heuer erneut aus: Das gab Wissenschaftsministerin Beatrix Karl am Montag im Rahmen einer Veranstaltung des Managementclubs bekannt. Die drei beteiligten Ministerien - neben dem Wissenschaftsministerium das Wirtschafts- und das Infrastrukturressort - hätten sich nach einer Evaluierung zu diesem Schritt entschlossen, hieß es aus dem Wissenschaftsministerium. Diese habe "positive Aspekte, aber auch einen gewissen Optimierungsbedarf gezeigt". So müsse etwa das "Konzept nachgeschärft" werden. Beispielsweise sollen künftig Universitäten stärker eingebunden werden. Im Vorjahr hatten alle drei verantwortlichen Minister noch betont, 2010 wieder eine "Lange Nacht der Forschung" veranstalten zu wollen.

Damit fällt die 2005 erstmals durchgeführte "Lange Nacht der Forschung" nach 2006 und 2007 bereits zum dritten Mal aus. Stattgefunden hat sie dagegen 2005, 2008 und 2009. Im Vorjahr verzeichnete die Veranstaltung, bei der Universitäten, Fachhochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen bei freiem Eintritt ihre Türen für das breite Publikum öffnen, mit 366.000 Besuchen an den Standorten Dornbirn, Graz, Innsbruck, Krems, Tulln, Linz, Salzburg und Wien einen neuen Teilnehmerrekord. Die drei Ministerien haben im Vorjahr 1,2 Millionen Euro für die "Lange Nacht" aufgebracht - jeweils 40 Prozent kamen von Wissenschafts- und Infrastrukturressort, 20 Prozent vom Wirtschaftsministerium.

Interessierte können zumindest in der Bundeshauptstadt auf das von 18. bis 20. September stattfindende "3. Wiener Forschungsfest" ausweichen. Der Standort für die Veranstaltung steht noch nicht fest, Teile des Projekts wandern im Rahmen des "Forschungsfests on Tour" durch Einkaufszentren. (APA)

Kommentar posten
23 Postings
Andreas Exenberger
20.04.2010 19:29
Da gibts eigentlich nur eines zu sagen:

nämlich BRAVO!

Ausgerechnet jene Veranstaltung, deren einziger Zweck es ist, Forschung an einem Abend FÜR ALLE zugänglich zu machen (um was anderes geht es nicht), mit dem Argument abzusägen, das Konzept gehöre "nachgeschärft", ist schon toll.
Dass sie außerdem dieses Ziel offensichtlich erreicht und nicht nur positive Stimmung für Wissenschaft macht, sondern vielleicht auch Jugendliche zum Forschen aktiviert, machts noch toller.

Na ja, es geht eben ums Geld. Aber man müsste ja nicht unbedingt eine Marketingagentur engagieren, damits Geld kostet, sondern man könnte doch eigentlich auch einfach die Unis (und wer sonst noch will) machen lassen. Die meisten, die mitmachen, machen es ja sowieso gratis. Also: Termin festlegen und geht scho!

ja aber
20.04.2010 13:26
"konzept nachgeschaerft"???

haette man sich das nicht das ganze letzte jahr ueberlegen koennen? ich dachte oesterreich will mehr fuer die forschung tun? dazu gehoert auch das thema neuen gesellschaftsgruppen nahe zu bringen. offensichtlich waren das wiedereinmal nur leere politikerversprechen.

hauptsache wir haben gugging, dass nur in niederoesterreich ein eliteinsitut ist.

Mark Syl
20.04.2010 10:36
hm

dafür gibt's im Herbst dann die lange Nacht der Religionen *graus* ... gerade in diesen Zeiten wäre es so wichtig gewesen

standardabweichung
20.04.2010 10:23

die chargen der övp gewährleisten ohnedies seit frau gehrer die nicht endenwollende nacht der forschung

rätätä, rätätä ...
20.04.2010 21:06

wollt ich auch grade sagen, da is mir wer zuvor gekommen.

Lange Nacht der Forschung brauch'ma keine abhalten, bei der gegenwärtigen budgetären Situation ist ewige Finsternis garantiert. :-)

Aber an der Universität Linz z.B. kann man sich sein Hirn pimpen lassen.

johamb2
 
20.04.2010 00:50
Schade...

wieder nix! Wahrscheinlich wird diese Veranstaltung (wie schon die Scienceweek) in Etappen entsorgt!

johamb2
 
20.04.2010 00:27
Schade

wieder nix! Wahrscheinlich wird auch diese Veranstaltung (so wie die Science Week) in Etappen entsorgt ...

one coin, two sides
 
19.04.2010 22:10
Wieso wird immer am Sinnvollen gespart?

Ich fand die Veranstaltung ganz phänomenal und die Kinder rissen sich darum, dabei zu sein. War zumindest in Wien eine bunte Mischung (Uni, Firmen, Behörden...).
Möchte nicht wissen, wieviele Jugendliche sich durch solche Veranstaltungen zu den Naturwissenschaften und überhaupt allem, das nicht von der WU, Juridicum oder Medizin kommt, hingeführt wurden.
Gespart wird dort, wo es den Entscheidern am wenigsten weh tut, und nicht dort, wo vielleicht ein konsternierter Firmenchef anruft, wo seine Forschungsförderung bleibt, sonst muss er aber gleich, gleich mindestens 100 Leute rausschmeissen.

Stammdaten
19.04.2010 16:34
Zeit für ein eindeutiges Häh?

"Beispielsweise sollen künftig Universitäten stärker eingebunden werden."

Kann mir jemand diesen Satz erklären? Wer sonst ausser den Universitäten war eingebunden und wer hat nicht mitgemacht? Bei uns in Innsbruck war so ziemlich die ganze Uni auf den Beinen und wir haben für zwei Mensa Gutscheine in unserer unbezahlten Freizeit wie die Blöden Samstag und Sonntag geackert.

Kann die Frau Minister nicht einfach sagen, dass sie Geld sparen will, ... Warum dieser Eiertanz?

Naeich
 
20.04.2010 02:24
Ausser Universitaeten ...

waren jedenfalls etwa auch nichtuniversitaere Forschungsinstitute eingebunden.

Ansonsten 100% Zustimmung.

Mario23
19.04.2010 19:19
Stimmt schon, zB was voriges Jahr die TU Wien gar nicht eingebunden - da gab es genau NICHTS.

Das war voriges Jahr eher nur von FHs organisiert.

velvet80
19.04.2010 15:27
wann gibt es endlich die Meldung:


"Beatrix Karl fällt als Wissenschaftministerin aus."

ich warte sehnsüchtigst.

Enteignet Dichand
19.04.2010 20:00

bringt leider nix - die övp hat dutzende von diesen betonköpfen auf lager...

schoensprech
19.04.2010 14:28
das ist weil sie an den unis mehr mit intrigieren beschäftigt sind als mit dem forschen

und das kann man halt schwer ausstellen.
sollen die an der medizin in innsbruck ein plakat über den prozess des unirats gegen ihren ehemals geschäftsführenden vizerektor bringen ? (verklagt wegen abgezweigter instituts-diagnostikeinnahmen)
oder die verlorenen arbeitsgerichtsverfahren, wie zb gegen den unter fadenscheinigen gründen abgesetzten früheren rektor?
wär doch mal was, damit die youngsters mitbekommen, was sie an der uni wirklich erwartet.

J.Oe.
19.04.2010 14:11
Alternative

Am Astronomietag am 24. April 2010 kann man zumindest einen Blick hinter die Kulissen der astronomischen Forschung werfen. Weitere Infos unter www.univie.ac.at/astro und www.astronomie2009.at

davethekilla
20.04.2010 12:41
Die alte Garde :-)

viel erfolg für den 24.4.
Als side-comment: Es hat sich seit dem Hahn nichts in Österreich verändert....

Michael Gruberbauer
19.04.2010 16:46
Jürgen?

Einen schönen Gruß und gutes Gelingen :)

Jane Lane
 
19.04.2010 13:40
"Die "Lange Nacht der Forschung" fällt erneut aus"

Ist ja geradezu analog zur Wissenschaftslandschaft in Österreich allgemein...

Mynnia
 
19.04.2010 13:23

Das finde ich gemein...Hatte mich drauf gefreut. Bin ja selbst ein bisschen dabei *unbezahlte Hilfskraft aus Spaß* xD

Demosthenes
19.04.2010 23:50
ihr posting

finde ich "erfrischend", selbst um 23:49, danke!

c1at
19.04.2010 13:19
was heißt

"stärkere einbindung der wirtschaft"???
außer wirtschaft macht die wirtschaft eh nur wirtschaft :-) und bei forschung haben sie eh nicht wirklich was verloren...sponsern vielleicht...

t-bonesteak
19.04.2010 13:21
d.h.

werbung. pardon, public relations - halt, korrekterweise muss man das "forschungsförderung" nennen ;-)

c1at
19.04.2010 15:32
ahhh

so heißt das :-)

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.