Virtuelle Kamera verspricht neue TV-Perspektiven

17. April 2010, 15:56
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    TV-Bild aus unterschiedlichen Perspektiven

Zuseher beim Fußball am Feld oder bei Konzerten in der ersten Reihe

Das belgische Forschungsinstitut imec hat eine Videotechnologie entwickelt, die völlig neue Seher-Perspektiven bei Sport- und anderen Veranstaltungen verspricht. Die im Rahmen der NAB Show vorgestellte "imec Virtual Camera" verarbeitet dazu die Signale mehrerer HD-IP-Kameras derart, dass die Regie dem Zuseher einen beliebigen Blickwinkel bieten kann.

"Wenn man zum Beispiel ein Fußballfeld mit 20 positionsfesten IP-Kameras abdeckt, kann die virtuelle Kamera überall rund um und auch auf dem Platz positioniert werden", erklärt Bart van Poucke, imec Business Development Manager für den Bereich Smart Systems Design. So wird beispielsweise eine Schiedsrichter-Perspektive möglich, aber auch ein virtueller Sitz in der ersten Reihe bei einem Rockkonzert.

Vielseitig einsetzbar

Ein großer Vorteil der iVC ist dem Forschungsinstitut zufolge, dass sie nicht wie andere Lösung auf eine Sportart zugeschnitten sei. Vielmehr könne sie leicht für ein breites Spektrum von Events von Ballet über Tennis und Fußball bis hin zu Rockkonzerten genutzt werden. Im Prinzip sei jede Sportart möglich, die auf einer ebenen Oberfläche ausgetragen wird. "Bei Autorennen wäre allerdings eine unrealistisch hohe Kamerazahl erforderlich", meint van Poucke.

Denn um eine Rennstrecke ausreichend gut abzudecken, währen wohl alle 100 Meter zehn Kameras erforderlich, wohingegen van Poucke zufolge 15 bis 20 Stück für eine Konzertbühne genügen. Ballsportarten bewegen sich in einem ähnlichen Bereich und das theoretische Minimum für kleine Events wären nur fünf Kameras. "Intern konstruieren wir dann eine Tiefenkarte aller Objekte und kennen in diesem Sinne ihre Position im dreidimensionalen Raum", so der imec-Mitarbeiter.

Neue Perspektiven

Mithilfe dieses Zugangs kann ein Regisseur dann für das TV-Bild beliebige Blickrichtungen nutzen und den Zuseher so nahe ans Geschehen bringen, wie er will. So könnte beispielsweise einer Balletttänzerin ganz genau auf die Zehen geschaut werden. Beim Fußball wiederum wird es möglich, dem Stürmer beim Torschuss quasi auf der Schulter zu sitzen oder als Seher die oft umstrittene Schiedsrichterperspektive zu erleben.

Zur diesjährigen Weltmeisterschaft in Südafrika sollten Fußballfans allerdings noch nicht auf derartige Möglichkeiten hoffen. Denn die imec Virtual Camera ist noch ein Prototyp, wenngleich sich das möglichst bald ändern soll. "Wir suchen derzeit einen Pilotkunden. Das wird uns erlauben, den Zeitpunkt des endgültigen Produktstarts genauer einzuschätzen", sagt van Poucke.

(pte)

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13 Postings
thomazz
01
20.4.2010, 15:18

und war's jetzt ein foul oder nicht?

FunkFish
00
19.4.2010, 14:53

nicht schlecht

Kantig
00
18.4.2010, 10:07
Wow - ein Hammer.

Nörgler gibt es immer!

werwolfi
00
18.4.2010, 04:36

eine blöde bezeichnung... die kamera(s) ist (sind) ja nicht virtuell, sondern sehr real ;oP

der "virtuelle Sitz in der ersten Reihe bei einem Rockkonzert" trifft es schon viel besser.

rick astley
00
18.4.2010, 12:26

ein haufen realer kameras, aber aus den bildern dieser wird ein 3d modell berechnet und dieses dann wieder von einer "beliebigen" position aus betrachtet. das bild das du im endeffekt siehst wurde von keiner der realen kameras so aufgenommen, also spricht man von einer virtuellen kamera

werwolfi
00
18.4.2010, 20:43

das hatte ich allerdings anders verstanden - von 3D ist im artikel keine rede.

nach ansehen des videos muss ich dir recht geben - es geht um das rausrechnen der tiefeninformation.

so wie der artikel geschrieben ist, bekam man den eindruck es ging nur um mehr auswahl bei den perspektiven.

heute ist fast morgen
00
17.4.2010, 22:42
Gibt es denn soetwas nicht schon länger beim A. Football?

meine mich an zumindest rudimentäre Replays in der Art erinnern zu können...

rick astley
00
18.4.2010, 12:27
Vorratsdatenspeicherung = Verfassungswidrig!
11
17.4.2010, 21:15
die beste kamera und vid. technologie bringt nix

wenn anstelle von live übertragungen immer nur werbung und rückblicke eingeblendet werden...

oder die kamera(s) irgendwo anders hinfilmen, als man selber sehen möchte...

Dante Alighieri
00
17.4.2010, 23:57

Den zweiten Punkt würde so eine Technologie eben beseitigen. Den ersten natürlich nicht -- aber ohne Werbung gehts eben nicht.

superficial
00
18.4.2010, 11:29

also, es wird weiterhin einen regisseur geben, der entscheidet, was du sehen wirst. da hilft die beste technologie nix.

rick astley
00
18.4.2010, 12:28

noch ein paar mal schlafen und du bekommst alle streams nach hause und kannst dir die kameraposition selber aussuchen.

pommfritz
02
19.4.2010, 12:35

...im zuschauerraum bei den spieler-frauen... :D

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