Kaczynski-Begräbnis

Umstrittene Beisetzung in Königsgruft

19. April 2010, 13:02

Zahlreiche Absagen ausländischer Staatsgäste wegen Vulkanasche, Medwedew eingeflogen - mit Video

Krakau - Nach einem Staatsakt ist der polnische Präsident Lech Kaczynski am Sonntag in Krakau zusammen mit seiner Frau Maria zu Grabe getragen worden. Zehntausende Polen nutzten zuvor noch einmal die Gelegenheit, von dem zu Lebzeiten umstrittenen Präsidenten Abschied zu nehmen.

Zu dem Staatsbegräbnis in Krakau hatten sich zum Abschluss der Trauerfeierlichkeiten in Polen auch fast 100 Präsidenten, Regierungschefs und gekrönte Häupter angesagt. Doch wegen der Vulkanasche aus Island und der Sperrung weiter Teile des europäischen Luftraums sagten über 40 von ihnen ihre Teilnahme kurzfristig ab, darunter US-Präsident Barack Obama und Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Medwedew trotzt der Aschewolke

Unbeeindruckt von der Aschewolke traf dagegen der russische Präsident Dmitri Medwedew am Sonntagmittag noch mit einer Sondermaschine in Krakau ein. Auf den russischen Präsidenten, dessen Land eine schwierige Vergangenheit mit Polen hat, richteten sich am Sonntag die Augen vieler Polen.

Im Gespräch mit dem polnischen Regierungschef Donald Tusk sagte Medwedew vor der Totenmesse, die Trauer habe beide Nationen verbunden. Auch künftig sei das russische Volk bereit zur Zusammenarbeit. Medwedew legte in der Marienkirche einen Strauß scharlachroter Rosen nieder und zündete eine Kerze an. Das russische Staatsfernsehen übertrug das Staatsbegräbnis direkt. Als wichtigster ausländischer Politiker wurde Medwedew in der Krakauer Marienkirche ganz nach vorne zu seinem Sitz geführt.

Köhler und Westerwelle anwesend

Deutschland wurde von Bundespräsident Horst Köhler und Bundesaußenminister Guido Westerwelle vertreten. Sie waren per Hubschrauber angereist. Von den übrigen hochrangigen Staatsgästen, die es noch zum Staatsbegräbnis geschafft hatten, kamen die meisten aus den östlichen, weniger von der Vulkanasche betroffenen Teilen Europas und aus Asien.

Die Trauerzeremonie begann am Sonntag mit Gedenkminuten und Sirenengeheul in ganz Krakau. Nach der Messe in der prächtigen Marienkirche wurden die in rot-weiße Flaggen gehüllten Särge dann auf Geschütz-Lafetten durch die Krakauer Altstadt zur Wawel-Burg gebracht. Erneut säumten Tausende Menschen die Straßen. In der Wawel- Kathedrale auf der Burg sollte das Paar in einem Sarkophag an der Seite von polnischen Königen und Nationalhelden die letzte Ruhe finden.

Umstrittene Beisetzung

Dass der erzkonservative Präsident Kaczynski auf dem Burgberg Wawel, der ehemaligen Königsresidenz in Krakau und einem der bedeutendsten nationalen Symbole, zur letzten Ruhe gebettet wird, ist umstritten. Kritiker argumentieren, dass er nicht neben Königen und Nationalhelden beerdigt werden sollte.

Die Särge mit dem Präsidentenpaar waren am Sonntagvormittag in Krakau eingetroffen. Sie wurden dann vom Krakauer Flughafen Balice in die Marienkirche am Hauptmarkt der Altstadt gebracht. Unter strahlend blauem Himmel säumten dabei Tausende Trauernde die Straßen von Krakau. Als der Konvoi durch die engen Gassen fuhr, spendeten die Wartenden Beifall und warfen gelbe und rote Nelken vor die Leichenwagen, die Lieblingsblumen von Maria.

Bereits am Vortag hatten Hunderttausende Menschen in Warschau bei einem Staatsakt Abschied von dem Präsidenten genommen und der fast hundert Toten des Flugzeugabsturzes vor einer Woche in Russland gedacht. Bei den Feierlichkeiten in Warschau standen Kaczynskis Zwillingsbruder Jaroslaw und Marta, die Tochter des verunglückten Präsidentenpaares, gefasst vor einer Bühne, auf der ein Altar aufgebaut war.

Premierminister Donald Tusk nannte den Absturz der Präsidentenmaschine die größte Tragödie der polnischen Nachkriegsgeschichte. Parlamentschef Bronislaw Komorowski, das amtierende Staatsoberhaupt, appellierte an die Polen, in diesen schweren Stunden zusammenzustehen. "Nur selten gibt es Augenblicke in der Geschichte einer Nation, in denen wir wissen und fühlen, dass wir wirklich zusammenstehen", sagte er. "Die Katastrophe bei Smolensk war ein solcher Augenblick."

Absturz im Nebel

Kaczynskis Maschine war bei Smolensk in Westrussland bei dichtem Nebel abgestürzt. Es wird vermutet, dass ein Pilotenfehler die Ursache war. Die Delegation war auf dem Weg zu Gedenkveranstaltungen zum 70. Jahrestag der Hinrichtungen in Katyn gewesen. Der sowjetische Geheimdienst hatte damals 22.000 polnische Offiziere und andere Mitglieder der Führungselite umgebracht.

Der Absturz und die Trauer um die Toten hatte nicht nur die Polen geeint, er hatte auch Polen und Russland nähergebracht. Der Metropolit von Krakau, Kardinal Stanislaw Dziwisz, rief angesichts der Flugkatastrophe in Smolensk mit fast hundert Toten Polen und Russen zur Versöhnung auf. Die Tragödie vor einer Woche habe viel Gutes in beiden Nationen freigesetzt, sagte Dziwisz bei der Trauermesse. (APA)

Kommentar posten
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juri chebesta
00
20.4.2010, 19:45
eine schande für österreich?

geh bitte, als würd das wirklich jemanden betreffen. aber aufregen tun sich hier die meisten wie die weissganserln....is doch lachhaft. get a life!

n i1
10
19.4.2010, 22:33
schande, nur schande

katastrophales benehmen, eine schande f.österreich

Andrew Jones
10
19.4.2010, 18:54
Also alle, die wollten - sind gekommen!

Übrigens, sehr gescheit von Medwedew. Ich bin sicher es verbindet nun Polen und Russen.

Al Bundy
44
19.4.2010, 14:05
ich verstehe voll, dass fischer zu diesem langweiligen spektakel nicht gefahren ist.

selbst in polen war der präsident umstritten. jetzt machen sie halt ein theater daraus...

Andrew Jones
21
19.4.2010, 18:52
Nein, Sie irren sich.

panther reh (alles fließt)
78
19.4.2010, 12:31
Liebe schwarzbraune Entrüstungsgemeinde,

macht euch nur keine falsche Hoffnung, 99,9% der Österreicher nehmen mit Genugtuung zur Kenntnis, dass unser Herr Bundespräsident Heinz Fischer NICHT die beschwerliche und völlig überflüssige Reise nach Krakau unternommen hat!

busch schurli
13
19.4.2010, 14:48

das hat nichts mit schwarzbraun zu tun, sondern damit dass wohl einige hier weder ein außenpolitisches gespür haben noch historische fakten kennen/verstehen.

polen hat seinen präsidenten und zahlreiche weitere spitzenkräfte verloren. und da hat man als wirtschaftlicher, historischer und eu-partner gefälligst seine anteilnahme durch seine anwesenheit auszudrücken. dafür gibt es repräsentanten.

es ist dabei völlig blunzen, ob man die wertvorstellungen des polnischen präsidenten geteilt hat oder verabscheut; er war der demokratisch gewählte oberste pole.

Moritz Untreu
31
19.4.2010, 16:34
Absolut richtig!

Als Konfessionsloser hab ich Kaczynski's Politik auch nicht gemocht aber er ist immerhin der Repräsentant Polens und imho ist es ein Skandal, dass Fischer nicht dabei war. Es geht hier nicht um Kaczynski, sondern um das polnische Volk.

finito benito next hirohito
00
21.4.2010, 12:55
Das polnische Volk??

Fischer ist der österreichische Bundespräsident und war Kaczynski etwa bei Klestils Begräbnis?

KeyOZ
50
19.4.2010, 13:35
Stimmt,

gibt ja nichts zu hollen wie '39!

finito benito next hirohito
01
19.4.2010, 13:59
So ein Holler.


Chien de Pique
21
19.4.2010, 13:24

Haben sie da irgendwelche Anhaltspunkte, Belege?

thomas rainer
62
19.4.2010, 13:11
...panther ...

... seit gestern zu mittag sind sie ständig in diesem forum und posten bedenklichen unsinn. Haben sie denn nichts besseres zu tun? Netzsüchtig? Hocknstaad? Parteisoldat?

Wollkönigin
03
19.4.2010, 13:14
Sie sind ja offensichtlich auch da.


Fillet of Soul
00
19.4.2010, 14:57

wir sind alle da!

derZeit
20
19.4.2010, 13:02
Etwas verzerrtes Realitätsbild

was Sie da haben.

nodiesop
23
19.4.2010, 12:19
höchstwahrscheinlich haben sie ihren Tod selber verschuldet, wie unlängst zu lesen war

und jetzt werden diese Nationalisten auch noch in den Himmel gehoben...

Ernst Dorfner
00
19.4.2010, 11:56
Wie einer zum Helden wird

Da geht er zur offiziellen Feier nicht nach Katyn, weil er den Russen aus den Weg gehen will, und organisiert seine eigene private Feierstunde als Staatsoberhaupt in einem anderen Land mit Hilfe des Diplomatentenpasses (oder war das mit den Russen abgestimmt, die aber dem fernzubleiben hatten). Und dann fliegt er dort gewissermaßen in Eigenregie dorthin - mitsamt einen Tross von Leuten. Ich schickt diese dann in den Tod. Als Überlebender hätte er sich zeitlebens fragen müssen, warum er auf diese Eigenwilligkeit betanden hat. Der Tod jedoch macht ihn zum Helden. Und trifft dann doch noch den Russen.

t-bonesteak
00
19.4.2010, 22:49
er war zu der offiziellen feier nicht eingeladen worden

Sternchen100
56
19.4.2010, 11:01

Präsident Lech Kaczynskis Tod war tragisch, ohne Frage, aber einen Platz in der Wawelsburg wie die polnischen Könige, und dann auch noch seine Frau Maria dazu, das geht zu weit. Er war ein konservativkatholischer und rechtsradikaler umstrittener Mensch und am Gängelband seines älteren noch aggressiveren Zwillingsbruders Jaroslaw (bis 2007 Ministerpräsident).

ilrio xxxxx
 
00
19.4.2010, 13:46
sie kennen sich gut aus mit der polnischen geschichte

oder plappern sie nur alles nach was bisher gelesen haben ?

evolution hunter
50
19.4.2010, 12:28

Warum wissen Sie, dass sein Zwillingsbruder älter ist? Waren Sie bei der Geburt dabei?

Al Bundy
00
19.4.2010, 13:46
dumm, dumm und nochmals dumm.

wenn die menschheit deren wissen nur darauf stützen würde, wo sie überall dabei waren, dann sind wir dümmer als ein affe!

evolution hunter
00
19.4.2010, 14:06

Ja, das dürfte auf Sie zutreffen. Mein Posting sollte implizit die Irritation ausdrücken, die man üblicherweise beim Lesen des Ausdrucks "älterer Zwillingsbruder" (in einem solchen Kontext) hat. Das dürften Sie nicht verstanden haben, macht nichts.

Wollkönigin
13
19.4.2010, 12:52

Das ist allgemein bekannt.

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