Erste Bilder des Vulkans aus der Luft möglich - Wetterlage dürfte sich in den kommenden Tagen kaum ändern
Reykjavik - Vorerst kein Hoffnungsschimmer aus Island
für den Flugverkehr in Europa. Meteorologen und Vulkanologen in
Reykjavik erklärten am Samstag übereinstimmend, dass der Vulkan unter
dem Gletscher Eyjafjalla weiter riesige Mengen Dampf und Asche in die
Atmosphäre stößt und Änderungen nicht in Sicht sind.
Dies werde "sicher noch Tage, vielleicht aber auch Wochen oder
Monate so weitergehen", sagte eine Sprecherin des Meteorologischen
Institutes im Rundfunk. Die Rauchsäule erreiche wie in der letzten
Nacht eine Höhe von etwa acht Kilometern, ehe sie sich ausbreitet.
Der Wind treibt die für Flugzeuge gefährliche Wolke nach wie vor in
südliche Richtung auf den europäischen Kontinent zu.
In der östlichen Umgebung des Vulkans sorgt die massiv
niederfallende Asche für immer mehr Dunkelheit auch am Tag. Nach
Angaben des Außenministeriums bestehen weder für die Anwohner noch
sonst auf Island eine gesundheitliche Gefahren durch den Ausbruch .
Weiter geöffnet ist auch der internationale isländische Flughafen
Keflavik, auf dem der Verkehr Richtung Nordamerika ohne Störungen
abgewickelt werden kann. Grund dafür ist, dass die Rauchwolke im
südlichen Teil Islands direkt von der der Insel weggetrieben wird.
"Wir erwarten keine großen Veränderungen"
"Derzeit stehen Großbritannien und ein Großteil Europas unter
Hochdruckeinfluss, was bedeutet, dass der Wind relativ schwach ist
und die Wolke sich nur langsam auflöst", sagte Graeme Leitch vom
britischen Wetterdienst. "Wir erwarten keine großen Veränderungen in
den nächsten Tagen."
Matthew Roberts vom isländischen Wetterdienst erklärte, dass
bisher nur ein Drittel des Gletschereises in der Umgebung des
ausgebrochenen Vulkans Eyjafjallajökull abgeschmolzen ist. Das
verdampfende Wasser ist ein wichtiger Faktor bei der Entstehung der
Aschewolke.
Nach Angaben von Leitch reicht die Aschesäule über dem
Eyjafjallajökull mittlerweile bis in eine Höhe von auf 9.150 Meter.
Die Vulkanaktivität intensiviere sich weiter. (APA/dpa)