Im Internet sind bereits viele Vulkanologen unterwegs, die uns an unangenehme Fakten erinnern
Die isländische Sprache geht ziemlich unverändert auf das Altnordische zurück (Barbara Rosenkranz, Achtung!). Die jüngsten geothermischen Ereignisse zwingen uns, dass wir uns mit schönen Namen wie Eyjafjallajökull (Inselberggletscher) oder Mýrdalsjökull (Gletscher am Sumpf) oder Fimmvörðuháls (Bergrücken der fünf Steinmänner) beschäftigen.
Je nach Entwicklung der Aschenwolke können wir dann vielleicht diesen und die nächsten Sommer auf der Nordhalbkugel vergessen. Das wäre noch die geringste Sorge. Im Internet sind bereits viele (Hobby- und Experten-)Vulkanologen unterwegs, die uns an unangenehme Fakten erinnern: Beim Ausbruch der isländischen Laki-Spalte 1783 sorgte die Gasentwicklung für einen extrem kalten Winter in Europa, komplett mit Ernteausfällen und Hungersnöten. Und dann gibt es noch die sogenannten Supervulkane. Vor 74.000 Jahren verdunkelte der Ausbruch des Toba auf Sumatra die Erde sechs Jahre lang. Der darauf folgende "Vulkanische Winter" hat die damals noch im Anfängerstatus befindliche Menschheit gleich wieder auf 5000 bis 10.000 Exemplare dezimiert. Ein berühmter Supervulkan ist der Yellowstone in den USA, in Europa gibt es einen bei Neapel (Phlegräische Felder) und einen bei der Insel Kos in der Ostägäis.
Irgendwie denkt man an das legendäre Telegramm aus der Tante Jolesch: "Seid besorgt. Brief folgt." (Hans Rauscher/DER STANDARD-Printausgabe, 17. 4. 2010)