Österreichs Luftraum bleibt gesperrt

18. April 2010 15:46
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    Foto: nasa

    Die braune Aschewolke ist hier auf einem Satellitenbild der NASA zu erkennen - Im linken oberen Eck befindet sich Island

Sperre bis Montag, 2.00 - Fluggesellschaften kritisieren Luftraumsperrung - AUA: Ersatzflugplan am Montag möglich

Paris/London/Brüssel/Reykjavik/Wien -Österreichs Flughäfen blieben wie die meisten in Europa auch am Sonntag gesperrt. Der unter Flugraum bleibe - so die Austro Control - bis mindestens bis Montag, 2.00 Uhr früh, gesperrt. Das hat die Austro Control am Sonntagvormittag beschlossen. "Die vorliegenden Daten des für ganz Europa zuständigen Volcanic Ash Advisory Centers (VAAC) lassen keine andere Maßnahme zu", meinte Austro Control-Sprecher Markus Pohanka. Ab einer Reisehöhe von zwölf Kilometer bleibe der Luftraum aber grundsätzlich offen, was Überflüg zumindest ermöglich. Wie lange der Luftraum gesperrt bleibt, ist derzeit nicht absehbar. "Neben den uns übermittelten Daten beobachten wir auch ständig unsere eigenen Wetterdaten und werten diese aus", erläuterte der Austro Control-Sprecher.

Kritik und Tests

Kritik kam am Wochenende jedoch von nationalen und internationalen Fluggesellschaften. Sie forderten Testflüge und Untersuchungen, wie hoch die Partikeldichte in der Wolke tatsächlich ist. Bislang wurden die Schließung lediglich auf der Basis einer Computerberechnung durchgeführt. Mit speziellen Messflugzeugen sollen ab Montag die Konzentration der Vulkanasche über dem europäischen Luftraum analysiert werden. In Österreich gibt es jedoch keine solche Maschine. 

Die Austrian Airlines und Niki Laude (Flyniki) haben in einer gemeinsamen Pressekonferenz am Samstag die Sperre des Luftraums kritisiert und bezweifelt,  dass die Vulkanasche noch eine Gefahr darstelle. "Die Partikel sind nach Rücksprache mit meinem Triebwerkserzeuger mittlerweile kein Problem mehr. Meiner Meinung nach könnte man schon lange fliegen", sagte Lauda. Am Sonntag haben sowohl die AUA als auf Flyniki Testflüge durchgeführt. Austrian Airlines sind mit einem A320 und drei Cockpit-Crews von Wien nach Graz geflogen, um aus der steirischen Landeshauptstadt in der Folge auch zwei Boeing 737 nach Schwechat zu überstellen. 

Lauda: Sperrung "ein Skandal"

Niki Lauda persönlich navigierte einen A-320 von Wien nach Salzburg und retour."Es war für mich der schönste Flug, blauer Himmel, ich verstehe das alles nicht." Das sagte Lauda am Sonntag unmittelbar nach der Landung des Airbus A 320 in Salzburg: "Es passiert nichts", stellte er zu den Auswirkungen des Vulkanstaubs fest. Der Test sei völlig ohne Probleme verlaufen. Heftige Kritik übte Lauda an der Sperre des Luftraums. Weil ein Vulkan in Island ausbreche, werde ohne Fakten der gesamte Luftraum gesperrt. "Das ist ein Skandal", meinte Lauda. Er hoffe, dass nach den Testflügen die Verantwortlichen über das Flugverbot anfingen zu denken, erklärte der Airlinechef: "Sie sollen messen gehen oder den Airlines glauben und ihnen die Verantwortung überlassen", forderte Lauda. Beide Fluglinien wollte die Flugzeuge im Anschluss an die Testflüge auf Schäden untersuchen.

AUA bietet Busse nach Frankfurt und Zürich an

Die Austrian Airlines haben auf den Stillstand am Flughafen Wien in Schwechat reagiert und ihren "gestrandeten" Passagieren Busse nach Frankfurt und Zürich angeboten. AUA-Sprecher Martin Hehemann erklärte, es könnten bei Bedarf auch weitere Destinationen angefahren werden. Die ersten beiden Busse fuhren am Sonntag um 11.00 und 12.00 Uhr aus Schwechat ab. "Wir habe uns dazu entschlossen, weil einfach nicht absehbar ist, wann die Luftraumsperre aufgehoben wird", so Hehemann.

Tests auch in Deutschland

Die von dem tagelangen Flugverbot gebeutelten Airlines machen ihrem Unmut Luft: Der Himmel über weiten Teilen Europas sei nur aufgrund theoretischer Annahmen gesperrt worden, kritisieren Deutsche Lufthansa und Air Berlin. "Durch das Flugverbot, das ausschließlich auf Computerberechnungen beruht, entsteht ein volkswirtschaftlicher Schaden in Milliardenhöhe", sagte Lufthansa-Konzernsprecher Klaus Walther der "Bild am Sonntag".

Die Testmaschinen der Airline seien am Samstag bis auf acht Kilometer Höhe aufgestiegen. Es habe bei anschließenden Untersuchungen nicht "auch nur den kleinsten Kratzer" gegeben. "Darum fordern wir für die Zukunft, dass vor einem Flugverbot verlässliche Messungen vorliegen müssen." Auch Air-Berlin-Chef Joachim Hunold kritisierte in dem Blatt, dass der Luftraum nur aufgrund von Computersimulationen dichtgemacht worden sei.

Niederlande kündigen weitere Testflüge an

Die Niederlande haben am Sonntag in der Früh weitere Testflüge angekündigt, um die Gefahr durch die aus Island kommende Vulkan-Aschewolke zu prüfen. Ein KLM-Flug am Vortrag sei erfolgreich verlaufen, teilte das Transportministerium mit. Auch im Ausland seien Flugzeuge ohne Probleme gestartet.

Bei Testflügen am Samstag hatte auch die deutsche Lufthansa keine Beschädigungen festgestellt. Der Konzern flog zehn Flugzeuge ohne Passagiere von München nach Frankfurt und testete Höhen bis 8.000 Meter. Dabei wurden dem Konzern zufolge weder die Cockpit-Fenster noch der Rumpf oder die Triebwerke beschädigt.

269 Flüge am Samstag gestrichen

Am Samstag wurden alleine in Wien 269 Abflüge gestrichen. Erstmals in der Geschichte des Airports sei damit ein ganzer Betriebstag ausgefallen, sagte Vorstandsdirektor Gerhard Schmid. Der Flughafen verliere damit knapp eine Mio. Euro, merkte Sprecher Peter Kleemann an

Einen Ausfall von 24 Stunden durchgehend habe es noch nie gegeben, betonte Schmid. Bisherige Unterbrechungen seien stets von kürzerer Dauer gewesen. Der Vorstandsdirektor erinnerte daran, dass der Flughafen auch im Anschluss an 9/11 "bei erhöhten Sicherheitsvorkehrungen operativ geblieben" sei. (APA/red)

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Posting 1 bis 25 von 1245
zitronen_bob
18.04.2010 16:38
Ein bisschen unverständlich ...

... ist für mich aber die Entscheidung "(...) Ab einer Reisehöhe von zwölf Kilometer bleibe der Luftraum aber grundsätzlich offen, was Überflüge zumindest ermöglich. (...)".

Wenn die Gefahr durch die Aschepartikel in geringeren Flughöhen in (Mittel-)Europa von den Behörden derart hoch eingeschätzt (!) wird, dass nach wie vor nicht gestartet und gelandet werden darf, wie kann dann Flugverkehr über Europa überhaupt erlaubt werden? Es muss ja wohl auch der nicht so unwahrscheinliche Fall einer durch welche Gründe auch immer erzwungenen Ausweichlandung eines ursprünglich als "Überflug" geplanten Fluges berücksichtigt werden - und der müsste dann wieder "durch die Asche" ...

wirdeinlichtleinseinamendedestunnels
18.04.2010 17:40
wirdeinlichtleinseinamendedestunnels
18.04.2010 17:34
Ein

link mit tollen satellitenbildern u. flugbewegungen live: http://www.radarvirtuel.com/#

wirdeinlichtleinseinamendedestunnels
18.04.2010 20:32
captaineskimo
18.04.2010 16:27

selten solche dummen kommentare gelesen. die meisten freuen sich, wenn die luftfahrt still steht. hier geht es um arbeitsplätze!

Chris-08
18.04.2010 16:44
nein gehts nicht

die leute reisen dann halt anders oder machen Videokonferenzen

GSP1866
18.04.2010 20:09

Chris - 08 IQ?

captaineskimo
18.04.2010 17:00

chris 8 jahre?
stimmt, da geht es nicht um arbeitsplätze. da hast du recht. wenn keine flugzeuge mehr fliegen können, bauen die fluggesellschaften natürliche keine arbeitsplätze ab.

Sepp Seppi
18.04.2010 16:17
Flugverbot

ist nicht nur für den geizigen Lauda ein Desaster, sondern auch für viele andere Unternehmen. Es ist leicht zu verstehen was passiert wenn man für längere Zeit von MItteleuropa nicht nach zb Moskau kommt, von China hingegen schon.

Heimwerkerkönig
 
18.04.2010 16:06
Es soll ja sogar der Sommer "ausfallen"...

... wenn dieser böse Vulkan noch einige Zeit so weitermacht.

Man nenne mich einen schrulligen Spinner, aber mir wäre ein kühlerer Sommer sehr willkommen.
Mit dieser schwülen Affenhitze, kann ich nämlich nichts anfangen.

Außerdem würde die Erderwärmung gebremst.
Tja, wer hätte gedacht, dass Feinstaub solch positive Nebeneffekte haben kann ^^
(OK, jeder der schon mal was von "Global Dimming" gehört hat - also nicht viele).

aners
 
18.04.2010 16:05
polen

putin ist jedenfalls heute sicher in polen gelandet,
auch der ukrainische präsident kam per flugzeug...

anakabasa
 
18.04.2010 16:04
momentan eine flugzeug mitten in der vulkanasche

... und es sieht so aus als würde es orientierungslos im kreis fliegen.

http://www.radarvirtuel.com

@ Club-der-dichten-Toten; danke für den link.

Schlaubi Schlumpf
18.04.2010 15:53
Verstehe zwar von Flugzeugtechnik nix...

.. und weiß somit nicht was die können und was nicht.

Alerdings finde ich es erfrischend, dass Sicherheit manchmal über Quartalszahlen steht. Das Gegenteil kommt ja so oft vor, dass es kaum noch jemanden krazt.
Leid tun mir die Geschäftsleute schon, die jetzt mal am Boden bleiben müssen. Aber die sind sicher auch lieber mal eine Woche Daheim als schlimmstenfalls Tot (hoffe ich zumindest).

wahre Lüge
 
18.04.2010 15:53
jetzt haben die Fiaker Hochsaison

wie zu Mozarts Zeiten
einmal Wien Salzburg und zurück
Kerosin ist Heu geworden

Arnold Hau
18.04.2010 15:53
Letzer Aufruf

Herr Lauda gebucht von Grössenwahn nach Konkurs wird dingend gebeten seinen Schlapfen zu halten. Danke.

jomei1
18.04.2010 15:45
Flugerlaubnis für Politiker

Aus meiner Sicht spricht nichts dagegen, dass Politiker zu Ihrem EU-Meetings fliegen.

steinscheisser karl
18.04.2010 15:52
genau, ...

der herr lauda sollte fliegen und die herren felderer (IHS) und aiginger (WIFO) gleich mitnehmen, die verbreiten soviel heiße luft, das dem vulkan die puste ausgehen könnte, ...

Arnold Hau
18.04.2010 15:50
Und was ist mit den Piloten?

jomei1
18.04.2010 15:56
Politiker könne selber Fliegen

Politiker können nämlich grundsätzlich alles besser als jeder andere Mensch. Sicherheitshalber sollte Pilot Faymann, mit dem Pröll als Co-Pilot fliegen. Zu weit sind die unschlagbar.

livocht
18.04.2010 15:50
ich würDe bis dienstag..

ich würde bis dienstag die flughäfen schließen das ist sicherer!..:)

Arnold Hau
18.04.2010 15:45
Steht nur zu hoffen, das sich die Behörden da nicht unter Druck setzen lassen

Die Airlines würden es halt darauf ankommen lassen, habe ich den Eindruck. Mit Glück passiert nichts, dann waren die Behörden dumm. Und mit Pech fällt ein Flieger runter, der war dann aber eh versichert (und Geld wäre jetzt sowieso gut) und das "konnte man vorher ja nicht Wissen, man hat alle menschenmöglichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen".

Gerhard Hornik
18.04.2010 15:37
Wunder

Es ist ein wahres Wunder das Österreich auch mal Maßnahmen trifft.
Sonst heißt es in Ö bei allem immer "Uns kann nichts passieren, Österreich ist geschützt, Hier kommt das nicht vor usw" lauter Müll.
Endlich macht Österreich auch mal das was alle anderen machen, endlich.

Arroganz_kommt_vor_dem_Fall
18.04.2010 15:25
Lieber Herr Lauda und an die anderen Profitgeier Fluglinien

Offensichtlich steht ihre so tolle und konkurenzfähige Luftlinie ziemlich knapp für dem Konkurs - wie es Air Berlin wirklich geht wissen ja eh die AIG und die Münchner Rück. Bitte verschonen sie uns mit ihre blöden Halbweisheiten welche aus reinem Pofit und Überlebensgier ihres Lebenstraumes des Egoprojekts Lauda flyNiki Air nun enstehen. Europaweites Flugverbot wird nicht zum Spass ausgerufen oder verantworten Sie den Absturzes eines Jets auf bewohntes Gebiet? Testflüge des Militärs in zahlreichen Ländern haben genau das Gegenteil bewiesen was sie nun von sich geben. Warum nennen Sie das nicht obwohl sie diese Tatsachen kennen? Also bei ihnen muss der Hut schon sehr stark brennen wenn man mit solchen unverwantwortlichen Aussagen kommt.

Der Manner
18.04.2010 15:46
Jaja, die Gier...

... und von was leben Sie, ehrnewerter Poster? Vom Staat? Vom Betteln? Oder erwägen Sie doch manuelle Tätigkeiten zwecks Broterwerb? Wie die tausenden ANgestellten und Arbeiter der Fluglinien? ... die dann wg. Ihrer "Gier" nicht wissen wo Sie den schnöden Mammon zur Bezahlung der Gehälter und Löhne hernehmen sollen?

wahre Lüge
 
18.04.2010 15:46
schon wieder eine Schubumkehr bei N.L

testen ja
aber cui bono
und die Leichen im Keler

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