Johann Zimmermann studierte Betriebswirtschaft und Kunststofftechnik - Er gründete 2007 das Unternehmen Naku
STANDARD: Sie stellen mit Ihrem Unternehmen Naku Produkte aus Biokunststoff her. Wie kommen die beim Konsumenten an?
Zimmermann: Gut. Vor allem weil unsere Frischhaltebeutel tatsächlich länger frisch halten. Allerdings ist die Kommunikations-Intensität bis zum Endverbraucher sehr hoch. Die Frage ist immer: Wie viel ist Bio wert? Diese Kaufentscheidungen kann man kaum vorhersagen.
STANDARD: Wie sehen Sie sich - als grüner Unternehmer, Idealist?
Zimmermann: Ich selber würde mich als realistischen Idealisten bezeichnen. Mit Naku stehen wir mit einem Bein in der industriellen Fertigung und mit dem anderen im Umweltbewusstsein.
STANDARD: Zwischen zwei Welten ...
Zimmermann: Ja. Für die Kunststoffindustrie sind wir revolutionär grün. Die radikalen Bioanhänger verstehen nicht, warum wir für unseren Kunststoff keinen handgesäten Biomais nehmen.
STANDARD: Warum machen Sie das, was Sie machen, überhaupt?
Zimmermann: Es klingt vielleicht hart, aber es geht mir in erster Linie nicht um die schönere Umwelt, sondern darum, dass es so wie es jetzt ist, nicht weitergehen kann. Wir wissen alle, dass Ressourcen im modernen, sparenden Kreislauf geführt werden müssen.
STANDARD: Wissen und tun sind unterschiedliche Dinge ...
Zimmermann: Stimmt. Noch vor fünf Jahren hat man uns ausgelacht. Heute beginnt man zu verstehen, dass man, wenn man dem Bio-Prozess mehr Gewicht verleihen möchte, darauf achten muss, dass der Konsument nicht auf Komfort verzichten will. (Heidi Aichinger, DER STANDARD, Printausgabe, 17./18.4.2010)