Mentoring-Projekt für Jugendliche auf Bewährung
Die Idee ist gut und schnell geschildert: Führungskräfte der mittleren und oberen Managementebene - gefestigte, erfolgreiche Persönlichkeiten - geben Jugendlichen, die mit dem Gesetz in Konflikt gekommen und auf Bewährung sind, Nachhilfe, was korrektes soziales Verhalten betrifft. Das Mentoring-Projekt "Chancen geben - Chancen Leben!" entstand aus einer Idee von Robert Slameczka, Geschäftsführer von Noris Feuerlöscher, und wird von Martina Linzer und Sabrina Schifrer, Geschäftsführerinnen von Gain & Sustain, abgewickelt.
Vorläufig wird das Ganze in Kärnten und der Steiermark starten, jeweils 25 Jugendliche, die vom Verein Neustart schon länger betreut und als geeignet ausgewählt werden, sollen in den Genuss des Mentorings kommen. Idealerweise bekommen sie dadurch genug Festigung, um den Rest ihres Lebens nicht mehr auf die Schiefe Bahn zu gelangen;im besten Fall ergibt sich sogar eine Arbeitsbeziehung, wenn sich Mentor und Mentee gut verstehen.
Diebstahl oder Körperverletzung seien die schwersten Delikte der ersten Mentees im Alter von 18 bis 24 Jahren, so Schifrer, an die "ganz schweren Fälle" wolle man sich nicht gleich zu Beginn wagen. Start soll im Juni sein, die Länge des Pilotversuchs ist vorerst auf sechs Monate angesetzt.
Nun hofft man auf genügend interessierte Unternehmen, die bereit sind, nehmen Arbeitszeit bzw. -kraft für den guten Zweck auch noch zur Projektfinanzierung beizutragen. Das Konzept sieht verschiedene Trainingseinheiten für beide Seiten vor: Konflikt- und Stressbewältigung für die Mentees, "Management durch Mediation" für Mentoren.
Die Weiterbildungskosten würden sich für Unternehmen, die in ihre Corporate Social Responsibility investieren möchten, auf der Ebene von etwa 2000 Euro belaufen, sagt Schifrer, die auf ein wohlwollendes Echo hofft. (Bernhard Madlener, DER STANDARD, Printausgabe, 17./18.4.2010)