Komplexes wird einfach spannend

16. April 2010, 18:48
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    foto: spektrum akademischer verlag

    Mark Henderson, "50 Schlüsselideen. Genetik" . € 25,70 / 208 Seiten. Spektrum Akademischer Verlag 2010

Ein präziser Überblick über die komplizierte Materie Gentechnik

Mark Henderson beherrscht sein Handwerk. Er ist Wissenschaftsredakteur bei der Times und schafft es, komplexe Sachverhalte anschaulich zu erklären - und spannend zu schildern. Das ist ein Kunststück bei einer derart komplizierten Materie wie Gentechnik.

Der Autor destillierte die wichtigsten Fragenkomplexe heraus und versuchte, in möglichst kompakter Form Antworten zu geben: Was verrät die Erbsubstanz DNA? Welche Bedeutung hat das Klonschaf Dolly? Was kann Gentherapie wirklich?

Henderson geht chronologisch vor, nimmt die Leser Schritt für Schritt mit. Am Anfang der Entdeckungsreise steht der altösterreichische Mönch Gregor Mendel, den Henderson als "Pionier der Genetik" beschreibt. Der Autor zeigt auch Irrwege auf, die Wissenschafter wie etwa T. H. Morgan beschritten. Morgan hat seinen Irrtum aber eingesehen und einen neuen Weg eingeschlagen, der die Wissenschaft dann weitergebracht hat. "Anders als dies heutzutage Politiker machen", wie Henderson sarkastisch anmerkt.

Durch die Simplifizierung wird zwar einiges verkürzt oder weggelassen, wie die Polymerase-Kettenreaktion. Kontroverse Themen spart der britische Journalist aber nicht aus. So geht er auch auf die Argumente der Gentechnikgegner ein. Kreationismus verweist er dagegen gleich am Buchanfang in den Bereich der unwissenschaftlichen Sichtweisen.

Der Anspruch des Autors ist es nicht, wissenschaftlich zu reüssieren, sondern einen kompakten Überblick zu bieten. Hilfreich sind dabei Zeitleisten, Grafiken und Zitate zur Orientierung und Einordnung. So ist ein spannender Crashkurs in Sachen Gentechnik entstanden. Das Buch mit dem Originaltitel "50 genetics ideas you really need to know" erschien nun - übersetzt von Andrea Kamphuis - auch auf Deutsch. (Alexandra Föderl-Schmid/DER STANDARD, Printausgabe, 17./18. 4. 2010)

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