Flugausfälle

Vulkanasche wird teuer für die Airlines

16. April 2010, 20:41
  • Artikelbild
    foto: apa/fohringer

    Warten, bis die Wolke vorbeizieht: Airline-Beschäftigte am Freitag auf dem Wiener Flughafen.

  • Artikelbild
    foto: apa/epa/techt

    "Höhere Gewalt" in Form der Vulkanasche in der Luft hielt die Flugzeuge und damit auch die Passagiere auf dem Boden.

AUA ist nicht gegen das Naturereignis versichert - IATA rechnet mit Umsatzeinbußen von täglich 200 Millionen Euro

Der Ausbruch des Vulkans in Island wird für Europas Airlines sehr teuer. Der Luftfahrtverband IATA teilte mit, insgesamt dürften die Airlines nach gegenwärtiger Einschätzung Umsatzeinbußen von täglich 200 Millionen Dollar erleiden. Hinzu kämen weitere Kosten, etwa für das Umleiten von Flugzeugen sowie die Versorgung gestrandeter Passagiere. Ein Branchenexperte in London sagte, den großen Gesellschaften könnten jeweils Verluste von 11,5 Millionen Euro pro Tag entstehen. 

"An einem normalen Tag würden unsere Mitglieder mit Umsätzen von 200 Mio. Euro rechnen", sagte David Henderson, Sprecher des Verbands der europäischen Fluggesellschaften AEA. Da am Freitag aber rund 60 Prozent der Flüge ausgefallen sind, wären dies allein schon 120 Mio. Euro. Dazu kommt: Die Airlines müssen sich um die Unterbringung und Verpflegung von gestrandeten Gästen kümmern.

Keine Versicherung

Auch die Austrian Airlines erwarten durch die erzwungene Betriebseinstellung negative "Auswirkungen in Millionenhöhe", sagte Sprecher Martin Hehemann. Die AUA sei - wie auch die anderen Fluglinien - nicht dagegen versichert, das Ereignis falle wohl unter "höhere Gewalt". Genauere Summen wollte Hehemann mit Hinweis auf Wettbewerber sowie auf die noch nicht feststehende Dauer der Unterbrechung nicht nennen.

Die größte europäische Fluggesellschaft, AUA-Mutter Lufthansa, konnte zunächst ebenfalls keine Angaben zu den Schäden machen. Allerdings hatte sie vor den Pilotenstreiks im Februar hochgerechnet, dass jeder Streiktag mit rund 25 Mio. Euro zu Buche schlage. Nach dem eintägigen Streik mit rund 2.000 ausgefallenen Flügen bezifferte sie den Schaden einschließlich Spätfolgen auf rund 50 Mio. Euro. Zum Vergleich: Allein am Donnerstag und Freitag fielen europaweit rund zehnmal so viele Flüge aus wie beim Lufthansa-Streik.

Aktien im Minus

Bis Freitag, 20 Uhr hat die Lufthansa alle Flüge von und nach Frankfurt abgesagt. Täglich hat Lufthansa weltweit 1.800 Flüge, die meisten davon werden über die Drehkreuze Frankfurt und München abgewickelt. Laut der europäischen Luftraumüberwachung Eurocontrol sollen am heutigen Freitag 60 Prozent der innereuropäischen Flüge gestrichen werden.

In ganz Europa gaben die Aktien von Fluggesellschaften am Freitag nach. Betroffen von dem Chaos im Luftverkehr sind aber nicht nur die Airlines, sondern die ganze europäische Volkswirtschaft. Firmen kommen nicht mehr an dringend benötigte Waren, gestrandete Geschäftsreisende müssen in Hotels ausharren. Profiteure der Krise dürften dagegen die Deutsche Bahn und Autovermieter sein, auf die viele verhinderte Flugreisende auswichen.

Rechte der Passagiere

Die AUA muss Passagieren, deren Flüge ausgefallen sind, das Ticket refundieren, die betroffenen Fluggäste können sich aber bis zum 22. April dazu entscheiden, ihre Flüge zu einem späteren Zeitpunkt anzutreten. Die Rechte der Passagiere würden von EU-Bestimmungen genau geregelt, sagte Hehemann (siehe dazu auch Artikel). Bisher sind am Freitag 28 AUA-Flüge ausgefallen. Täglich hat die AUA rund 400 Starts und Landungen.  (APA/red)

Kommentar posten
13 Postings
korruptes österreich
00
18.4.2010, 14:52

oh gott sehe schon die schlagzeile aua muss notverstaatlicht werden.....

chelene chirsch
00
18.4.2010, 14:38
AUA

"Die Airlines müssen sich um die Unterbringung und Verpflegung von gestrandeten Gästen kümmern."

nicht nur, dass man in japan wie ein thunfisch am strand festsitzt, noch dazu sagen sie einem noch frech "pech gehabt" ins gesicht.

eigentlich erwarte ich von der aua alternativen wie bspw. umleitung ueber italien oder kroatien (nicht gesperrt), statt einem "kein anschluss unter dieser nummer".

Simplicius Simplicissimus
00
20.4.2010, 13:00
Man soll sich niemals ...

... zuviel erwarten. Im Übrigen: etwas Zeit lassen, sie werden als Steuerzahler den Fluglinien unter die Arme greifen dürfen. Dazu sind wir ja da.

clementinchen
00
18.4.2010, 12:15

interessant ist nicht was ihnen entgeht, sondern wieviel die normal 24/7/365 umsetzen.

HelmHer
00
17.4.2010, 17:46
Noch eine naive Frage

Warum kann die AUA nicht mit ihren Dash 8 in einer Reiseflughöhe von max. 5000m Richtung Süden, Bologna, Mailand, Venedig, oder Rom, etc. fliegen?
Ist zwar teurer als bei normaler Flughöhe (max. ca 7600m) , aber immerhin eine Notlösung.

Airbusflieger
00
17.4.2010, 22:16
Etwas zum Nachlesen:

https://www.cfmu.eurocontrol.int/PUBPORTAL... index.html
Nicht die Airlines verwalten den Luftraum! Ohne entsprechenden Informationen und nachweisbarer Gefahrlosigkeit wird Keiner entscheiden, dass kommerzieller Personentransport zu erlauben ist.
Österreich zeichnet sich gerade wieder besonders aus, bei uns hat nämlich Keiner eine Ahnung wie er die Konzentration in den verschiedenen Höhen nachweisen könnte.
Man könnte zwar bei der TUM nachfragen, aber ich vermute mal, das die dazu nötige Frage nichtmal formuliert werden kann. Es lebe die Ausrede, denn ohne Ahnung über die Konzentration der Asche, braucht man auch nicht über die Gefährdungsschwelle nachdenken.

HelmHer
00
18.4.2010, 14:23
Danke für Hinweis

Ich war zuwenig präzise. Besser wäre gewesen zu fragen, warum AUA und andere Airlines nicht versuchen von Austro bzw. Eurocontrol die Freigabe für diese Dash und ähnliche Flugzeuge zu bekommen.

AAugenzeuge
00
17.4.2010, 11:23
naive frage

ersparen sich die airlines bei den aktuellen finanzproblemen durch solche flugausfälle nicht eigentlich eine menge geld? sie produzieren doch mit vielen unausgelasteten flügen, hohen treibstoffpreisen und landungsgebühren eigentlich in vielen bereichen defizite, oder? und würde - angenommen die aussetzung der flüge wäre eine konzertierte aktion aufgrund einer _sehr_ vorsichtigen auslegung des sicherheitsbegriffs - das nicht den airlines ein handfestes druckmittel gegenüber den flughäfen und deren tarifgestaltung in die hand geben? nur so eine überlegung... weil mich der medienhype darüber stutzig macht... erinnert mich an mediale hysterie zugunsten der pharmakonzerne bei schweinegrippe, tamiflu etc...???

thomaso buscetti
00
17.4.2010, 19:27
also sparen tun die sich glaub ich nix

der sprit und landegebühren sind wahrscheinlich das einzige, was sie sicher ersparen können. gleichzeitig müssen sie aber weiterhin voll löhne, etc weiterzahlen und die versorgung von gestrandeten gästen ist auch alles andere als billig.

chelene chirsch
00
17.5.2010, 21:50
bissl spät, aber...

für den direkten ausfall, e.g. ein flugtag durch vulkan, zahlt bspw. die AUA GAR NICHTS.

für alles andere kann man streiten gehen, mehr als die reinen hotelkosten (wie gesagt "minus eine nacht") wird wohl einen anwalt erfordern.

"versorgung" ist bei der AUA weiters ein dehnbarer begriff - ausserhalb wiens gehört etwa "luft zum atmen" bereits zum upper-class-service.

man mag nun argumentieren, die JAL und KLM machten es teilweise nicht anders - nun, auch nicht gerade nobel.

dsgf dfgdfgh
00
17.4.2010, 16:31
naja

"ersparen" ist denke ich das falsche wort. man muss ja hier sehen, dass die airlines alle ein budget stehen haben und natürlich auch kostenrechnungsmäßig etc. das gesamte jahr durchkalkuliert haben.
Dieses ereignis kippt die gesamten pläne der airlines, es drückt den Umsatz und ja, es fallen vl. ein paar unprofitable linien aus, aber aus der betriebswirtschaftslehre wissen wir, dass wir unprofitable linien normalerweise sowieso nicht weiterführen sollen und profitable ausbauen. daher sollte es in einem gut geführten betrieb eher weniger unprofitable linien geben. man muss ja die auslastung möglichst hoch halten. Daher überwiegt der verlust auf jeden fall.

Peter_23
01
16.4.2010, 19:38
Einfach

ein paar neue Kredite aufnehmen, damit ein wenig herumswapen und debitieren, und schwups, schon sind alle Finanzprobleme gelöst.

Die Leute von AUA und Co sollten sich mehr von AWD und Co in diesen tollen Sachen beraten lassen. :-)

Waldgaenger
00
16.4.2010, 19:44
Österreicher

Der neue Ferresgatte Maschmayr hat aber ebenso wie Haider noch rechtzeitig an eine Bank (Credit Suisse) verkauft,

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.