Früherer bosnischer Innenminister in Belgrad festgenommen

14. April 2003, 18:26
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Geschäftsmann Mandic soll Kontakte zu Zemun-Mafia gehabt haben

Belgrad - Die Belgrader Polizei hat am Montag auch den kontroversen bosnisch-serbischen Geschäftsmann und früheren bosnischen Innenminister Momcilo Mandic festgenommen. In einer Aussendung des serbischen Innenministeriums vom Montag wird der Inhaber der Firma Manko "mehrerer Straftaten" verdächtigt. Weitere Angaben wurden seitens der Polizei nicht gemacht.

Mandic mit Mafia-Gruppe von Zemun in Verbindung gebracht

Mandic war in der Öffentlichkeit neuerdings wiederholt mit der Mafia-Gruppe von Zemun, die für die Ermordung von Regierungschef Zoran Djindjic verantwortlich gemacht wird, in Verbindung gebracht worden. Er soll auch die inzwischen verbotene Tageszeitung ''Nacional'' finanziell unterstützt haben, die für ihre Hetze gegen die Regierung Djindjic bekannt war. Der frühere bosnische Innenminister Mandic war nach dem Ende des Bosnien-Krieges im Jahr 1995 zuerst stellvertretender Innenminister der bosnisch-serbischen Republik und danach Justizminister. Später übersiedelte Mandic nach Belgrad, wo er das Kontaktbüro des bosnisch-serbischen Landesteiles leitete.

Einfrierung der Bankkonten Mandics angeordnet

Der Hohe Repräsentant der Staatengemeinschaft in Bosnien-Herzegowina, Paddy Ashdown, hatte vor einigen Wochen die Einfrierung der Bankkonten Mandics angeordnet. Der Geschäftsmann wird nämlich verdächtigt, den untergetauchten früheren bosnisch-serbischen Zivilführer Radovan Karadzic finanziell zu unterstützen. Die Zusammenarbeit zwischen der Polizeibehörden der beiden Staaten war heute auch das Thema eines Gesprächs zwischen dem bosnisch-serbischen Innenminister Zoran Djeric mit seinem serbischen Amtskollegen Dusan Mihajlovic.

Vor Reservisten der ''Roten Barette''gewarnt

Der frühere bosnisch-serbische Ministerpräsident Milorad Dodik hatte am Wochenende erklärt, dass er Anfang März den ermordeten Regierungschef Zoran Djindjic vor Reservisten der ''Roten Barette'' (serbische Spezialpolizeieinheit) in der Serbischen Republik gewarnt habe. Um wie viele Personen es sich handeln soll, wurde zuerst nicht bekannt. Die inzwischen aufgelöste Spezialpolizeieinheit soll laut offiziellen Kreisen nie mehr als 5.000 Angehörige gehabt haben. Zuletzt sollen der Einheit etwa 1.200 Personen angehört haben.(APA)

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