Kanada: Unabhängigkeitsbefürworter verlieren Macht in Quebec

15. April 2003, 15:31
posten

Liberale gewinnen 46 Prozent der Stimmen bei Parlamentswahlen in kanadischer Provinz

Montreal - Die Befürworter der Unabhängigkeit Quebecs haben nach Hochrechnungen bei der Parlamentswahl in der kanadischen Provinz nach neun Jahren ihre Mehrheit verloren. Gewinner war die auch auf nationaler Ebene regierende Liberale Partei, die nach den Hochrechnungen vom Dienstag 46 Prozent der Stimmen oder 76 (bisher 50) der 125 Sitze im Provinzparlament erhielt.

Die separatistische Parti Quebecois, die seit 1994 in Montreal regiert, verbuchte starke Verluste und kam nur noch auf 45 Mandate nach 67 Mandaten bei der letzten Wahl 1998. Die konservative Action Democratique du Quebec verlor einen Sitz und zieht nur noch mit 4 Abgeordneten ins Parlament ein. Von den 5,5 Millionen Wahlberechtigten gaben etwas mehr als 69 Prozent ihre Stimme ab.

Der Verlierer der Wahl und Vorsitzende der Parti Quebecois, Bernard Landry, gratulierte dem Chef der Liberalen und nächsten Regierungschef in der Provinz Quebec, Jean Charest, zum Wahlsieg. Der kanadische Premierminister Jean Chretien zeigte sich während eines offiziellen Besuchs in der Dominikanischen Republik erfreut über den Sieg seiner Partei in der französischsprachigen Provinz.

Charest hatte im Wahlkampf angekündigt, er werde die Einkommenssteuern in der Provinz Quebec um 27 Prozent senken und alle öffentlichen Ausgaben bis auf die im Gesundheits- und Bildungswesen einfrieren. Künftig soll auch von der ersten Schulklasse an Englisch in der teils französischsprachigen Provinz unterrichtet werden.

Bei einem Volksentscheid 1995 hatten die Separatisten mit ihrem Vorschlag, Quebec für unabhängig zu erklären, nur knapp verloren. (APA/dpa)

Share if you care.