Grenzsoldaten wurden ausgeraubt

14. April 2003, 19:00
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Räuber stahlen jungen Wehrmännern Gewehre und Ausrüstung

Eisenstadt - Mit einer unangenehmen Überraschung endete für zwei steirische Grundwehrdiener in der Nacht auf Montag vorerst der Assistenzeinsatz an der burgenländischen Grenze. Die beiden 19-Jährigen wurden von Unbekannten überfallen und beraubt.

Gegen 1.30 Uhr kam es bei einem Überwachungsposten in der Nähe von Andau (Bez. Neusiedl am See) zu dem Zwischenfall. Die beiden Soldaten wurden im Finstern von zwei maskierten und mit Pistolen bewaffneten Tätern überrascht. Nach derzeitigem Erkenntnisstand der Ermittler dürften sich die Männer von der österreichischen Seite her genähert haben.

Sturmgewehre, Munition, ein Funk- und ein Nachtsichtgerät

Die Räuber fesselten ihre Opfer und stahlen ihnen die beiden Sturmgewehre, Munition, ein Funk- und ein Nachtsichtgerät. Anschließend sperrten die Männer die Präsenzdiener in das Postenhäuschen und machten sich aus dem Staub.

Die beiden 19-jährigen Soldaten konnten sich selbst befreien und riefen über ihr Handy, dass die Räuber übersehen hatten, bei ihrer vorgesetzten Dienststelle um Hilfe. Die vom Bundesheer verständigte Exekutive organisierte zusammen mit ungarischen Beamten eine Alarmfahndung die jedoch ergebnislos verlief.

Erster Vorfall

"Das Bundesheer ist seit 6. September 1990 hier an der Grenze im Assistenzeinsatz, aber das ist der erste derartige Vorfall", erklärt der Pressesprecher Sepp Erhard vom Militärkommando Burgenland. "Sollten es die beiden Betroffenen wünschen, werden wir ihnen selbstverständlich psychologische Betreuung zur Verfügung stellen."

In den zwölfeinhalb Jahren des Assistenzeinsatzes an den Grenzen Niederösterreichs und des Burgenlandes haben bisher mehr als 250.000 Soldaten ihren Dienst versehen. Mehr als 75.000 illegale Grenzgänger wurden dabei aufgegriffen. Der Einsatz muss jährlich vom Ministerrat neu bewilligt werden, im laufenden Jahr erhält das Heer jedoch erstmals Geld für den Einsatz und muss die Kosten nicht aus dem eigenen Budget abdecken. (moe/DER STANDARD, Printausgabe, 1.4.2003)

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