EU-Razzia bei Chemieunternehmen

14. April 2003, 14:58
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Durchsuchungen in vier Ländern - Wegen Preisabsprachen

Brüssel - Mehrere europäische Chemieunternehmen sind ins kartellrechtliche Visier der Europäischen Kommission geraten. Die EU-Behörde teilte am Montag mit, Brüsseler Beamte hätten unterstützt von vier nationalen Kartellbehörden unangekündigte Hausdurchsuchungen bei mehreren europäischen Chemiegruppen durchgeführt. Angaben zu den betroffenen Unternehmen sowie den EU-Staaten, in denen die Razzien stattgefunden haben, machte die Kommission wie in solchen Fällen üblich nicht.

Die Hausdurchsuchungen hätten bei den führenden Herstellern von Wasserstoffperixiden, Enthärtungsmitteln, Lösungsmitteln sowie Methakryladen stattgefunden, wie es lediglich in einer Mitteilung hieß. EU-Wettbewerbshüter Mario Monti habe den Verdacht, die Unternehmen könnten sich über Preise, Märkte und Kunden abgesprochen sowie vertrauliche Geschäftsinformationen ausgetauscht haben. Seine Sprecherin betonte, die Untersuchung stehe ganz am Anfang und noch sei nicht klar, ob die Unternehmen tatsächlich gegen EU-Kartellrecht verstoßen haben.

Sollten die Kartellbeamten allerdings Beweise finden, droht den Unternehmen ein formelles EU-Verfahren, an dessen Ende empfindliche Bußgelder stehen können. Bis zu einem Abschluss der Untersuchung können indes viele Jahre vergehen.

BASF bestätigt Untersuchungen

Der Chemiekonzern BASF hat bestätigt, dass bei ihm Durchsuchungen der EU-Kommission stattgefunden haben. Die Kommission habe nach einem Anfangsverdacht wegen wettbewerbschädlichem Verhalten bei Lösungsmitteln, Methacrylat-Monomeren und so genannten Plasticicers Durchsuchungen durchgeführt, teilte BASF mit.

"Wir haben mit der Kommission zusammengearbeitet und sie mit den benötigten Informationen und Dokumenten versorgt", sagte eine Sprecherin.

Auch Solvay hat bereits bestätigt, von der Durchsuchung betroffen zu sein.(APA/vwd)

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