Vorarlberger: Drogenproblem ist groß

14. April 2003, 13:48
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Jeder Fünfte hat laut Untersuchung der Wiener Zeitschrift für Suchtforschung schon einmal Rauschtgift konsumiert

Bregenz - 64,3 Prozent der Vorarlberger halten die Drogenproblematik im Land für sehr groß oder groß. Das ergab eine Umfrage unter mehr als 2000 Vorarlbergern, deren Ergebnisse nun in der Wiener Zeitschrift für Suchtforschung publiziert wurden. Jeder Fünfte gab an, bereits selbst illegale Drogen konsumiert zu haben. Zwei Drittel lehnen die Straffreistellung des Cannabis-Konsums ab.

In Auftrag gegeben wurde die Telefonumfrage vom Institut für Suchtforschung, das am Krankenhaus Maria Ebene, Frastanz, und an der Universität Innsbruck situiert ist. Die Umfrage wurde zwischen März und Mai 2001 durchgeführt, die Ergebnisse sind aber erst jetzt publiziert worden.

Gut informiert

Knapp die Hälfte der Befragten fühlen sich zum Thema Drogen sehr gut oder gut informiert, ein Viertel hält seinen Wissensstand für durchschnittlich. Die Suchtgiftproblematik wird von den Vorarlbergern als ernstes Problem gesehen: Nur 4,6 Prozent sind der Ansicht, Vorarlberg sei kaum oder gar nicht davon betroffen. 30,4 Prozent halten die Betroffenheit Vorarlbergs für "durchschnittlich", 64,3 halten das Problem für sehr groß oder groß.

Abgelehnt wird von den Vorarlbergern offensichtlich eine Liberalisierung: Nur 31,4 Prozent sind für eine Straffreistellung des Cannabiskonsums ab dem 18. Lebensjahr, 66,6 Prozent sind dezidiert dagegen. Ähnlich niedrig ist die Zustimmung zu einer Abgabe von Heroin an Süchtige unter medizinischer Aufsicht.

Junge Menschen liberaler

Allerdings gibt es deutliche Unterschiede in den Bevölkerungsgruppen: Männer und junge Menschen haben eine signifikant liberale Einstellung als Frauen und Ältere. So können sich etwa 37 Prozent der Männer eine Straffreistellung von Cannabis vorstellen, aber nur 27,5 Prozent der Frauen. Bei den 20- bis 29-Jährigen liegt der Anteil der Befürworter sogar bei 41,2 Prozent, bei den 50- bis 59-Jährigen nur bei 19,8 Prozent.

Exakt 20,1 Prozent der Befragten gab in der Telefonumfrage zu, bereits selbst illegale Drogen konsumiert zu haben. 42,1 Prozent haben einen Cannabis-Konsumenten in ihrem Bekanntenkreis, 18,8 Prozent kennen jemanden, der Ecstasy nimmt. Immerhin 12,8 Prozent kennen mindestens einen Heroinsüchtigen persönlich. (APA)

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