Ozon-Abbau über der Arktis hat sich verlangsamt

14. April 2003, 21:06
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Günstige Witterungsbedingungen verursachen aber noch keine Trendumkehr

Mainz - Der Abbau der lebenswichtigen Ozonschicht über der Nordhalbkugel hat sich im vergangenen Winter verlangsamt. Wie Forscher der Mainzer Johannes-Gutenberg-Universität und des Max-Planck-Instituts für Chemie am Montag mitteilten, sind dafür vergleichsweise milde Temperaturen in der arktischen Stratosphäre verantwortlich. Temperaturen von minus 80 Grad, die die Vernichtung des Ozons durch aggressive Chlorverbindungen begünstigten, seien nur selten erreicht worden.

Im Jänner und Februar sei es so warm gewesen, dass es kaum zu der typischen Wolkenbildung gekommen sei, in denen die Ozonzerstörung beginne, sagte der Mainzer Physiker Joachim Curtius. Die Ozonschicht über der Arktis sei im vergangenen Winter um schätzungsweise rund 30 Prozent geschrumpft. Ein solcher Verlust werde von der Natur bis zum Herbst durch Neubildung von Ozon wieder ausgeglichen. Die Werte gingen aber nicht so dramatisch zurück, wie in der Antarktis, sagte Curtius.

Der verlangsamte Ozonabbau sei noch nicht die Folge des Verzichts auf Fluorchlorkohlenwasserstoffe in den Industrieländern. Dies werde sich erst in zehn bis 30 Jahren auf die Atmosphäre auswirken. Die Mainzer Forscher hatten mit Hilfe des Forschungsflugzeugs "Geophysica" in den vergangenen Monaten den Zustand der arktischen Ozonschicht untersuchen können. (APA/AP)

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