2002 weniger Verkehrstote und mehr Unfälle im Burgenland

14. April 2003, 13:08
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Mit 37 Getöteten niedrigste Zahl seit fünf Jahren - sieben Prozent mehr Alkoholunfälle

Eisenstadt - Einen Rückgang von 29 Prozent bei der Zahl der Verkehrstoten weist die Unfallstatistik 2002 für das Burgenland aus: 37 Personen kamen im Vorjahr im Straßenverkehr ums Leben, das ist der niedrigste Wert seit fünf Jahren (2002: 52 Todesopfer). Bei der Gesamtzahl der Unfälle mit Personenschaden (2002: 994, 2001: 952) gab es jedoch erstmals seit 1999 wieder einen Zuwachs, so Verkehrslandesrat Karl Kaplan (V) bei einer Pressekonferenz am Montag in Eisenstadt.

Auch die Zahl der verletzten Verkehrsteilnehmer erhöhte sich im Burgenland um 8,1 Prozent: von 1.264 im Jahr 2001 auf 1.385 im Vorjahr. Die Unfallbilanz 2002 bestätige einen langjährigen Trend, so Kaplan: "Das Unfallgeschehen steigt kontinuierlich an." Durch verbesserte Fahrzeugtechnik und medizinischen Fortschritt könnten aber gleichzeitig mehr Menschen gerettet werden.

Fünfzig Prozent der Getöteten Fußgänger oder Radfahrer

Während die Zahl der Verkehrstoten bei Freilandunfällen von 44 auf 21 um mehr als die Hälfte zurück ging, verdoppelte sie sich im Ortsgebiet von acht auf 16 Personen. Und rund 50 Prozent der Getöteten bei Unfällen im verbauten Gebiet waren Fußgänger oder Radfahrer.

Einen Anstieg von sieben Prozent zeigt die Statistik bei Alkoholunfällen: An jedem zehnten Crash mit Personenschaden war im Vorjahr im Burgenland zumindest ein Alkolenker beteiligt, erläuterte KfV-Landesstellenleiter Christian Kräutler. Mit 13,4 Prozent lag der Anteil der Alkoholunfälle im Bezirk Mattersburg landesweit am höchsten.

42 Prozent der Unfälle waren Alleinunfälle. Jeweils 21 Prozent ereigneten sich - so die amtliche Formulierung - im Richtungs- und mit Gegenverkehr. Hauptursachen dabei seien zu geringer Abstand, riskante Überholmanöver, Kurvenschneiden und mangelnde Beherrschung des Fahrzeuges bei höheren Geschwindigkeiten gewesen, so Kräutler.

Erstes Quartal 2003 katastrophal

Mit 123 Verunglückten liegen Radfahrer hinter den Pkw-Insassen (947) in der Statistik bereits auf Platz zwei. Bei Lkw-Unfällen gab es einen Anstieg der Verletzten um 84 Prozent von 45 auf 83, davon waren allein 39 Soldaten als Mitfahrer in Heeres-Kfz.

Für das erste Quartal 2003 zeichnet die Unfallbilanz hinsichtlich der Todesopfer im Straßenverkehr ein weniger optimistisches Bild: In den ersten drei Monaten hat sich die Zahl der Getöteten gegenüber dem Vorjahr verdreifacht.

Bewusstseinsbildung

Um die Verkehrssicherheit zu erhöhen, wolle man vor allem auf Bewusstseinsbildung setzen: Verkehrsteilnehmer sollen darauf hingewiesen werden, "dass das keine Kavaliersdelikte sind, wenn sie mit überhöhter Geschwindigkeit durch die Ortschaften rasen", so LR Kaplan: "Wir wollen nicht nur durch Strafen aktiv werden, sondern die Menschen hinführen zum Nachdenken."

Ein Ziel sei in diesem Jahr die Erhöhung der Sicherheit auf Schutzwegen. Zu diesem Thema soll noch im April eine Fachtagung stattfinden. Auch die Aktion "Fair & Sicher" soll 2003 fortgesetzt werden, kündigte Kaplan an. (APA)

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