Fast jeder zehnte Euro wird in Österreich mit Tourismus gemacht

15. April 2003, 09:43
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Wifo: "Auch Marktanteil steigt" - Sicheres Urlaubsland zeigt Wirkung - mit Infografik

Wien - Österreichs Tourismuswirtschaft trägt immer mehr zum Reichtum des Landes bei. Nach Berechnungen des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo) ist im Vorjahr die Bruttowertschöpfung im Tourismus leicht auf 20,9 Mrd. Euro gestiegen; das entspricht einem Anteil von 9,6 Prozent am Bruttoinlandsprodukt (BIP). Fast jeder zehnte Euro, der in Österreich verdient wird, hat etwas mit Tourismus zu tun.

In den Berechnungen berücksichtigt wurde jene Wertschöpfung, die durch Mobilität erzeugt wird. "Wenn sie in Wien wohnen und in Wien in ein Museum gehen wird das nicht dazugerechnet. Wenn sie aber nach Salzburg fahren, dort zum Friseur gehen oder den Fidelio anhören, fällt das unter die Kategorie touristische Ausgaben", sagte Wifo-Tourismusexperte Egon Smeral dem STANDARD.

Österreich gewinnt an Boden

Nimmt man auch die Freizeitwirtschaft dazu, liegt der Anteil des Sektors am BIP fast doppelt so hoch bei rund 18 Prozent. Im Tourismus gibt es 475.000 Vollarbeitsplätze.

Auch im internationalen Vergleich gewinnt Österreichs Tourismus wieder an Boden: Der nominelle Marktanteil in Europa, der seit 1990 (9,2 Prozent) kontinuierlich zurückgegangen ist und im Jahr 2000 mit 5,1 Prozent den tiefsten Stand erreicht hat, liegt wieder bei 5,8 Prozent. Das ist gegenüber 2001 eine Verbesserung um 0,4 Prozentpunkte.

Länder wie Italien, Frankreich oder Spanien, die gemessen an den internationalen Zahlungsströmen auf Marktanteile zwischen 13,1 und 16,6 Prozent kommen, liegen zwar deutlich vor Österreich. "Wenn man Geschäftsreisen herausnimmt und nur Urlaubsmotive in der Rechnung berücksichtigt, ist Österreich aber überdurchschnittlich gut unterwegs", Smeral.

Qualität trägt Früchte Die verbesserte Wettbewerbsfähigkeit habe zum einen mit dem deutlichen Anstieg der Qualität in den Beherbergungsbetrieben zu tun. Andererseits habe auch die Vermarktung Österreichs als qualitativ hochwertige Kurzurlaubsdestination im Herzen Europas Früchte getragen, sagte Smeral.

Das wachsende Sicherheitsbedürfnis der Gäste sollte Österreichs Tourismuswirtschaft speziell heuer zugute kommen. "Als ein bekannt sicheres, einfach mit dem Auto erreichbares Urlaubsland sollten wir im heurigen Sommer trotz der kleineren Budgets der Leute profitieren", sagte der Wirtschaftsforscher. (Günther Strobl, DER STANDARD Print-Ausgabe, 15.4.2003)

  • Österreichtourismus

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    grafik: der standard

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