Enel denkt an Trennung von Telekom-Gesellschaft Wind

14. April 2003, 12:39
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Stromgesellschaft will sich auf Kerngeschäft konzentrieren

Der italienische Stromkonzern Enel denkt an eine Trennung von der Telekom-Gesellschaft Wind, an der er seit kurzem 100 Prozent hält. Der Elektrizitätsriese, der vor drei Wochen vom Partner France Telecom einen 26-prozentigen Anteil an Wind gekauft hatte, will sich nach Angaben der römischen Tageszeitung "La Repubblica" (Montagsausgabe) vom Mobilfunk- und Festnetzbetreiber trennen, den er 1998 gegründet hatte, um sich auf das Kerngeschäft, den Strombereich, zu konzentrieren.

Die Trennung wird in italienischen Finanzkreisen befürwortet, die von einer Übermacht der noch staatlichen Enel im Elektrizitäts- und Telekombereich warnen. Laut Spekulationen könnte Enel die Telefongesellschaft an das Schatzministerium verkaufen, das die Fusion von Wind mit dem Festnetzbetreiber Albacom in die Wege leiten könnte. Die Hauptaktionäre von Albacom (Eni, British Telecom, Mediaset und die Bank Bnl) würden einen harten Kern bilden, der die Verwaltung von Wind übernehmen könnte, schrieb "Repubblica".

Albacom würde somit zirka eine 15-prozentige Beteiligung an Wind halten, die die Regierung bei guten Marktbedingungen an die Mailänder Börse bringen könnte. Auf diese Weise würde Wind privatisiert werden. Der Ex-Monopolist Enel war in den vergangenen Monaten wegen ihrer hundertprozentigen Kontrolle über Wind stark unter Druck geraten.

Wind, der 2000 mit dem Festnetzbetreiber Infostrada fusionierte, ist nach Telecom Italia und Vodafone Omnitel der drittgrößte Telekombetreiber in Italien. Im Oktober 2000 erhielt der Konzern die UMTS-Lizenz. Der Umsatz stieg von 3,457 Mrd. auf 3,921 Mrd. Euro.

Wind meldete noch Verluste von 900 Mio. Euro, was den Prognosen des Unternehmens entsprach. Wind hatte 2002 28,5 Mio. Kunden unter Vertrag, 8,7 Mio. davon im Mobilfunkbereich. Die Investitionen des Konzerns betrugen 2,068 Mrd. Euro.

Über die Entwicklung für 2003 ist Wind zuversichtlich. Wind will bis 2004 die Gewinnzone erreichen. Der Umsatz soll dabei bis 2006 um 20 bis 25 Prozent ansteigen. Das Unternehmen hofft, in Italien einen Marktanteil von 20 Prozent in der Mobilfunk- und Festnetzbranche zu erobern.(APA)

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