Erhebliche Preisunterschiede bei Hypothekarkrediten

14. April 2003, 12:39
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AK rät zu genauem Preisvergleich - Vorsicht bei Fixzinsen - Bauspardarlehen kann trotz "Zinsdeckelung" tückisch sein

Wien - Teils erhebliche Preisunterschiede bei Hypothekarkrediten hat die Arbeiterkammer (AK) ermittelt. Bei einem Kredit über 73.000 Euro können Verbraucher bis zu 11.000 Euro an Zinsen und Spesen sparen, also 15 Prozent, ergab ein AK-Test unter 15 heimischen Banken. Die variablen Zinsen bei Hypothekarkrediten reichen von 4,25 bis 5,25 Prozent. Durch Preisvergleiche und Verhandlungen könnten Kreditnehmer beachtlich sparen, stellten die AK-Konsumentenschützer fest, die Ende März die Konditionen für einen 73.000-Euro-Hypothekarkredit bei 10 Banken und 5 Bausparkassen erhoben.

Bei anfangs besonders niedrigen Fixzinsen drohen später oft kräftige Zinssprünge, warnt die AK. Bauspardarlehen seien dagegen langfristig attraktiv wegen der 6-prozentigen Zinsobergrenze. Allerdings würden Angebote häufig mit einem niedrigen Zinssatz gerechnet. Berechnungen mit steigenden Zinsen gebe es dagegen kaum.

Spesenunterschiede

Enorme Spesenunterschiede gebe es auch bei Kontoführung, Bearbeitungsgebühr sowie Kreditrestschuldversicherung. So schwankten Bearbeitungsspesen zwischen 0 und 2 Prozent, Kontoführungsgebühren zwischen 4 und 8 Euro und Kreditrestschuldversicherungen von 12,3 bis 36 Euro pro Monat für eine 30-jährige Frau. Der vollständige Vergleich ist im Internet unter http://www.konsumentenschutz.at abrufbar.

Fixzinsen auf ein Jahr ermittelte die AK schon ab 3,875 Prozent (Bawag, Raiffeisen Landesbank NÖ-Wien). Die Hypo NÖ bot 4 Prozent fix auf ein Jahr an, in einer Filiale der Bank Austria Creditansalt (BA-CA) erhielt die AK ein Offert mit 4,375 Prozent Fixzinsen auf 2 Jahre. Besonders niedrige Fixzinsangebote haben ihre Tücken, warnt die AK. Nach der Fixzinsphase droht ein kräftiger Zinssprung, wenn etwa automatisch auf einen variablen Zinssatz "gemäß Schalteraushang" umgestellt wird oder auf einen variablen Zins, der aus der Höhe eines Indikators (z.B. Euribor-6 Monate) plus Aufschlag (zwischen 1 und 2 Prozent) besteht.

Die AK fordert klarere Informationen bei Aufnahme eines Kredits. In den Hypothekarkredit-Angeboten müssten alle Spesen komplett aufgelistet sein. Außerdem müsse bei variablen Zinsen die Zinsgleitklausel-Bestimmung ausführlich erklärt sein.

Verschiedene Zinsszenarien berechnen

Weiters sollten alle mit der Kreditgewährung und Kontoführung verbundenen Spesen in den Effektiv-Zinssatz gemäß Bankwesengesetz eingerechnet werden, damit die Angebote besser vergleichbar seien. Die AK fordert die Banken und Bausparkassen auf, bei der Beratung verschiedene Zinsszenarien für den günstigen (fallende Zinsen) und schlechten Fall (steigende Zinsen) berechnen.

Kunden von Bauspardarlehen sollten sich verschiedene Zins-Szenarien durchrechnen lassen, etwa einmal mit einem Darlehenssatz von 4 und einmal mit 6 Prozent, raten die AK-Experten. Vor Vertragsunterfertigung sollten Kunden auf einem Vorvertrag bestehen und sich unklare Passagen aufklären lassen.(APA)

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AK

  • Ein Einfamilienhaus bleibt das Traum der meisten Österreicher. Dafür müssen die meisten ein Kredit aufnehmen. Gerade hier ist  aber Vorsicht geboten. Denn Kredit ist nicht gleich Kredit.

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