Israel über neue "Achse" Ankara-Damaskus-Teheran beunruhigt

14. April 2003, 21:17
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Außenminister Shalom zu Gesprächen in die Türkei gereist

Ankara/Jerusalem - Die israelische Regierung ist über die Bildung einer "Achse" Türkei-Syrien-Iran beunruhigt, die sich auf das Erstarken der Kurden im Irak zurückführen lässt. Der israelische Außenminister Silvan Shalom ist am Sonntag auf eigenen Wunsch zu Krisengesprächen mit der türkischen Regierung in Ankara eingetroffen. Er ist der erste offizielle Vertreter Israels, der seit der Regierungsübernahme der islamischen Gerechtigkeits- und Entwicklungspartei (AKP) in der Türkei empfangen wird. Gleichzeitig hat der israelische Verteidigungsminister Shaul Mofaz am Montag im Armeesender Syrien neuerlich gedroht.

Die türkische Regierung hat mit dem vorübergehenden Einmarsch kurdischer Kämpfer in die nordirakischen Erdöl-Städte Kirkuk und Mosul ihre Befürchtungen sich bewahrheiten gesehen. Ankara hat daraufhin mit Syrien und dem Iran ein gemeinsames Vorgehen vereinbart, um ein Auseinanderbrechen des Irak nach dem Krieg verhindern. In der vergangenen Woche war zu diesem Zweck der iranische Außenminister Kamal Kharrazi nach Ankara gereist. In den drei Nachbarstaaten des Irak leben kurdische Bevölkerungsgruppen. Die mit den USA verbündeten Kurden im Nordirak waren seit 1991 der Kontrolle Bagdads entzogen. Der irakische Präsident Saddam Hussein hatte in den siebziger Jahren über 100.000 Kurden aus Kirkuk zwangsumsiedeln lassen. Ankara hat jetzt von den USA Garantien verlangt, dass diese nicht nach Kirkuk zurückkehren können.(APA/AFP)

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    Israels Außenminister Silvan Shalom bei seinem türkischen Kollegen Abdullah Gül

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