E-Business-Zug fährt schon

14. April 2003, 12:00
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Experte an Unternehmer: Bitte den Anschluss nicht verpassen

"Sie kam leiser, langsamer und mit viel größerer Wucht auf uns zu, als wir dachten." Otto Petrovic, Vorstandsvorsitzender des Evolaris E-Business Competence Centers in Graz (siehe auch Auf der Spur des Web-Users, denkt über die Entwicklung nach, Internettechnologien für sämtliche Geschäftsbereiche vom Einkauf bis zur Leistungserstellung zu nutzen. Seine Sorge, die er am Rande der Tagung "E-Business in der Wirtschaft" am vergangenen Donnerstag ausdrückte: Österreichische Unternehmen laufen Gefahr, bei ihren traditionellen Managementmethoden zu bleiben und nachhaltig den Anschluss zu verpassen. Er fordert: "Für die Wirtschaftsbetriebe ist es höchste Zeit, auf diesen fahrenden Zug aufzuspringen. Dazu reicht es nicht, das Alltagsgeschäft einfach zu automatisieren - es muss auch neu gestaltet werden."

Unsicher

Allerdings sei dieser in den meisten Fällen unvermeidliche Sprung von starken Gefühlen der Unsicherheit begleitet: Wie und wo setzt man moderne Kommunikationstechnologien effizient ein? Wie wirksam ist Onlinewerbung überhaupt? Und vor allem: Wie sieht es mit der Rechtssicherheit aus? Um sich in diesem Dschungel aus Fragen, Befürchtungen und Erwartungen orientieren zu können, veranstaltet EC Austria, die Info-, Service- und Veranstaltungsplattform für E-Business, Tagungen wie jene in Graz (die nächste findet am 15. 5. in Linz statt). Ausgehend von wissenschaftlichen Studien und zahlreichen Fallbeispielen schon umgesetzter E-Business-Projekte werden die neuesten Strategien und Trends sowie erfolgreiche Lösungen - von der IT-gestützten Kosten-, Prozess- und Vertriebsoptimierung bis zum Mobile Marketing - vorgestellt. Als eine der großen Herausforderungen gilt unter den Experten die anhaltende Sicherheits- und Vertrauenskrise bei Internet-Kunden und Anbietern, die sich trotz zahlreicher neuer Gesetze auf europäischer Ebene noch nicht gelegt hat.

Trust

Es sei daher wichtig, diese oft punktuellen Maßnahmen in ein "umfassendes Vertrauensmodell" einzubetten, hieß es während der Tagung. Von diesem Modell seien dann auch eine Imageaufwertung, mehr Transparenz und Anreize für technische Verbesserungen zu erwarten. (Doris Griesser / DER STANDARD Printausgabe, 14. April 2003)

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