NATO-Generalsekretär befürwortet Nachkriegseinsatz

14. April 2003, 12:03
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Robertson: "Falls die Mitgliedstaaten einstimmig Grünes Licht geben, werden wir gehen"

Brüssel - NATO-Generalsekretär George Robertson hat sich aufgeschlossen gegenüber US-Vorschlägen gezeigt, der Allianz nach Ende des Krieges im Irak eine friedenssichernde Rolle zu geben. Die NATO sei bereit, auf eine entsprechende Anfrage einer internationalen Organisation wie den Vereinten Nationen (UN) oder einer Gruppe von Ländern zu antworten, sagte Robertson der Brüsseler Tageszeitung "Le Soir" (Montag).

"Falls die Mitgliedstaaten einstimmig Grünes Licht geben, werden wir gehen. Vorbedingung ist, dass (wir) einen Mehrwert zu dem bringen, was bereits von der internationalen Gemeinschaft geleistet wird."

Skepsis in Deutschland und Frankreich

Robertson stellte klar, dass es eine derartige Anfrage an das westliche Bündnis bisher nicht gebe. Bei dem Treffen mit US-Außenminister Colin Powell Anfang April in Brüssel hätten einige Außenminister von NATO-Staaten auf die Erfahrung der Allianz bei der Friedenssicherung und bei der Zerstörung von Massenvernichtungswaffen hingewiesen.

Andere Außenamtschefs hätten sich zurückhaltend gezeigt. Skepsis gibt es unter anderem in Deutschland und Frankreich. Powell hatte bei dem Treffen im NATO-Hauptquartier die Idee einer friedenssichernden Rolle ins Spiel gebracht.

Bislang keine formale Diskussion

Bisher gebe es im Bündnis keine förmliche Diskussion über eine Rolle im Nachkriegs-Irak, sagte Robertson. "Doch man spricht auf den Fluren davon." Auf die Frage, ob eine mögliche NATO-Mission ein UN-Mandat brauche, sagte Robertson, es sei zwar deutlich, dass die UN im Irak eine Rolle spielen werden. Doch insgesamt sei noch nicht klar, wie der Wiederaufbau des Golfstaates organisiert werde.(APA/dpa)

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    Auf "Grünes Licht" hofft NATO-Generalsekretär Robertson.

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