Auf der Spur des Web-Users

14. April 2003, 12:28
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Surfverhalten wird analysiert, um Benutzbarkeit zu verbessern

Wie muss eine Websites gestaltet werden, um den so heftig umworbenen User auch wirklich anzusprechen? Nicht nur die Köpfe der Betreiber und ihrer Designer rauchen, auch internationale Forschungsinstitute haben dieses Thema längst für sich entdeckt. Sie führen entsprechende Studien über das Surfverhalten von Usern durch, um dann Schlüsse zu ziehen auf die Bedürfnisse der Testpersonen bei der Nutzung einer Website.

Geschäftig

Evolaris (siehe auch E-Business-Zug fährt schon) zum Beispiel, ein E-Business-Kompetenzzentrum in Graz, hat unter anderem eine eigene Abteilung eingerichtet, die sich mit Wünschen des Users an Design und Content der Website beschäftigt: Sie heißt bezeichnenderweise "Wants". Hier wird unter anderem analysiert, wer ein bestehendes Service im Web wirklich nützt und warum. Hier wird auch der Frage nachgegangen, was denn nun angesichts des überbordenden Angebots im Web die tatsächlichen Bedürfnisse der User sind. Die Erkenntnisse können sogar nach Berufssparten in verschiedene Schubladen geschlichtet werden und beim Bau einer Site je nach Zielgruppe wieder verwendet werden: "Techniker wollen viel lesen, Betriebswirte viel klicken," nennt Evolaris-Vorstand Michael Ksela Beispiele.

Vergleiche

Ähnlich arbeitet das Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation in Stuttgart. Man analysiert Nutzverhalten und schließt daraus auf die Bedürfnisse der User. Frank Heidmann, Usability-Experte am Institut, berichtet von Überlegungen, mehr Ordnung ins weltweite Angebot an Websites zu bringen. Eine Standardisierung nach Genres werde schon länger von der International Organization for Standardization (ISO) angestrebt. Dann müssten zum Beispiel Seiten von Parteien bestimmte grafische Kriterien erfüllen, um sich etwa von Websites von Non-Profit-Organisationen deutlicher als bisher zu unterscheiden. Die Detailarbeit am einzelnen Projekt könnte dieser Katalog freilich nicht ersetzten.

Das sieht auch Evolaris-Vorstand Ksela nicht anders. Er bezeichnet die Forschung in diesem Bereich als eine "Hilfestellung" für Unternehmen bei der Planung eines Internetauftritts, Kriterien für die nutzerfreundlichste Umsetzung zu finden. (pi / DER STANDARD Printausgabe, 14. April 2003)

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