Stundenreduktionen: Lehrer fürchten "halbentwickelte Gehirne"

14. April 2003, 11:26
94 Postings

Berufsverband der Kunst- und Werkerzieher warnt vor Kürzung bei musisch-kreativen Fächern

Linz - "Halbentwickelte Gehirne" als Folge von Stundenreduktionen in den Schulen befürchtete der "Berufsverband Österreichischer Kunst- und Werkerzieher Oberösterreich" (BÖKWE OÖ) in einem "Offenen Brief an die Bildungsverantwortlichen" am Montag. Seine Vorsitzende Susanne Weiß warnte davor, bei den musisch-kreativen Fächern neuerlich Kürzungen der Unterrichtszeit vorzunehmen.

Weiß verwies darauf, dass sich im österreichischen Schulsystem der Unterricht im Wesentlichen auf das Erlernen verbaler, analytischer, rationaler und linear-logischer Fähigkeiten konzentriere, die der linken Hirn-Hemisphäre zuzuordnen seien. Die Förderung der rechten Hirn-Hemisphäre, des nonverbalen, synthetischen, intuitiven, fantasievollen, kreativen, erfinderischen und ganzheitlichen Denkens und Handels führe dagegen in den Schulen ein zweitrangiges Dasein. In den Köpfen der Schüler, denen während ihrer Schulzeit wenig Zeit und Raum für ihre musisch-kreative Bildung geboten wurde, werde daher ein "halbentwickeltes Gehirn" bleiben.

Der musisch-kreative Bildungsbereich habe seit jeher mit einem minimalen Stundenausmaß auskommen müssen und sei wiederholt für Stundenkürzungen herangezogen worden. Der BÖKWE wehre sich daher dagegen, dass die genannten Gegenstände neuerlich für eine Stundenkürzung vorgeschlagen werden - weder im Zuge einer "zeitlichen Entlastung", noch im Rahmen der geplanten Oberstufenreform, stellte Weiß fest. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Zuwenig musisch-kreative Bildung könne "halbentwickelte Gehirne" verursachen

Share if you care.