Apple vor Launch von Online-Musikservice

14. April 2003, 11:06
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Lizenzverträge mit allen Major Labels abgeschlossen

Steve Jobs, Gründer und Chef von Apple Computers, steigt ins Musikgeschäft ein. Der Computerhersteller wird in den kommenden Wochen einen digitalen Online-Musikservice starten, berichtet das Wall Street Journal (WSJ) heute, Montag. Demnach hat Apple bereits mit allen fünf großen Musiklabels einen Lizenzvertrag in der Tasche. Dem Einstieg ins Musikgeschäft steht daher nichts mehr im Weg, unabhängig davon, ob Apple seine Ambitionen, das Label Universal Music zu übernehmen, in die Tat umsetzt (siehe auch Microsoft spuckt Apple in die Suppe.

Der Vater des Gedankens

Der digitale Musikservice von Apple soll vor allem ein Kind von Jobs sein, der Musik als künftigen Motor für Unterhaltungselektronik und Online-Business betrachtet. Der neue Apple-Service zeichne sich vor allem durch seine Benutzerfreundlichkeit aus, die alle anderen bisher verfügbaren Services übertreffen soll. Zudem will Apple laut WSJ auf monatliche Abogebühren verzichten und lediglich für die einzelnen Songs kassieren. Demnach sollen Songs durchschnittlich 99 US-Cents kosten, Preisschwankungen nach unten und oben seien je nach Label möglich. Der Musikdienst soll in Apples iTunes integriert werden, mit dem Macintosh-User derzeit ihre Musikdateien organisieren können. Jobs glaubt auch, dass er es mit unautorisierten und kostenlosen Musikservices wie KaZaA aufnehmen kann. Für Apple selbst bedeutet der Launch eines Musikservices für Macintosh-Computer auf jeden Fall einen Push fürs Geschäft und für die Marke. Bisher waren die meisten legalen, aber auch viele unautorisierte Musikangebote im Internet nur für PCs verfügbar.

Verlustreich

Die Übernahmeambitionen des Hardwareherstellers haben indessen an den Börsen Kursverluste verursacht. Analysten stehen dem Vorhaben laut Financial Times offenbar skeptisch gegenüber. Erinnerungen an die Fusion zwischen AOL und Time Warner werden wach: Damals wurde angenommen, dass Content-Produzent und Internet-Provider, alte und neue Ökonomie eine ideale Verbindung eingehen würden. Heute nagt AOL Time Warner immer noch an der Fusion, die den Erwartungen nicht gerecht wurde. Auch bei Apple stellt sich die Frage, wozu das Unternehmen ein Musiklabel besitzen muss, wenn es auch mit Kooperationen mit allen Labels erfolgreich sein kann. (pte)

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