Erstes Disketten-RAID realisiert

14. April 2003, 10:55
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Fünf 3,5-Zoll-Disketten unter MacOS X verbunden

Spät aber doch gibt es jetzt das wahrscheinlich erste USB-Floppy-Disc-RAID. Daniel Blade Olson hat fünf USB-Laufwerke für 3,5-Zoll-Disketten zu einem 4,22 MB "großen", virtuellen Datenträger zusammengeschlossen. Da die Datenträger sehr günstig sind und in vielen Haushalten und Unternehmen sogar größere Mengen völlig ungenutzt herumliegen, hat er dadurch im wahrsten Sinne ein Redundant Array of Inexpensive Disks realisiert. Im zweiten Anlauf konnte er sein bahnbrechendes Projekt unter MacOS X verwirklichen. Dass Windows XP, wo er seinen ersten Versuch durchgeführt hatte, derartiges nicht gestattet, bezeichnet Olson auf seiner Projektsite als "lame".

Hintergrund

Der bekennende MacOS-X-Fan ist Mitarbeiter von Y-E DATA, einem Hersteller von USB-Laufwerken für Wechselmedien. Daher hat er Zugriff auf eine große Anzahl solcher Laufwerke. An einem mit seinem iMac verbundenen USB-Hub hat der Bastler vier Laufwerke angeschlossen, ein Weiteres hat er direkt mit dem Computer konnektiert. Mit Hilfe des Betriebssystems wurde aus den fünf DOS-formatierten Disketten ein Stripe-RAID, schließlich ist dem Mann Performance wichtiger als Sicherheit. Anstatt der vollen 7,2 MB hat sein virtueller Datenträger aber nur 4,22 MB, wovon nach dem Mounten 3,9 MB nutzbar sind. Warum etwa drei Megabyte fehlen, weiß Olson nicht, es ist ihm aber auch nicht wichtig - schließlich will er als nächstes das "weltgrößte FDD-RAID" aus nicht weniger als 125 Laufwerken erstellen. Da ihm dazu die entsprechenden USB-Hubs fehlen, bittet er um entsprechende Sachspenden.

Ausblick

Inzwischen hat er mit neuen Diskettenlaufwerken seines Arbeitgebers, die doppelt so schnell arbeiten, ein weiteres FDD-RAID realisiert. Durch die damit realisierte Verteilung von 3,6 MB von fünf herkömmlichen Disketten in nur 16 Sekunden lässt sich Olson zu Begeisterungsstürmen hinreißen: "Kick Ass!!!". Gleichwohl gibt er unumwunden zu, dass es nicht besonders "portable" ist, fünf Diskettenlaufwerke mitzuschleppen: "Aber das Tempo des Floppy-Clusters ist faszinierend. Und es ist wirklich cool, wenn die Laufwerke bei Zugriffen alle Lampen einschalten und in einer nicht erkennbaren Reihenfolge zu arbeiten beginnen." So hat er sich auch nicht abhalten lassen, ein RAID aus vier Sony-Memory-Sticks zu kreieren. (pte)

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