US-Militär will in Bagdad gegen Plünderer vorgehen

13. April 2003, 14:51
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Irakische Polizisten sollen sich in den Dienst zurückmelden

Bagdad - Das US-Militär in der irakischen Hauptstadt Bagdad will jetzt entschieden gegen die anhaltenden Plünderungen vorgehen. "Wie werden das Plündern stoppen und Personen, die dabei ertappt werden, festnehmen", kündigte am Sonntag Major David Cooper, ein Presseoffizier der in Bagdad stationierten US-Marineinfanteristen, an. Bereits von diesem Montag an würden US-Soldaten gemeinsam mit reaktivierten irakischen Polizisten Streife gehen.

Die irakische Polizei war am Mittwoch von den Straßen verschwunden, als US-Einheiten in weite Teile von Bagdad vorgerückten und das Regime des Machthabers Saddam Hussein zusammenbrach. Seitdem beherrschen Plünderer die Szene, die öffentliche Gebäude bis hin zu Krankenhäusern und Museen ausraubten. Die in Bagdad eingerückten US-Truppen unternahmen bisher wenig gegen diese Übergriffe.

Pollzei zurück auf die Straße bringen

Seit Samstag verhandeln US-Kommandanten in Bagdad mit hochrangigen irakischen Polizeioffizieren. "Unser vorrangiges Ziel ist es, die Polizei zurück auf die Straßen zu bringen", sagte Cooper. Über arabischsprachige Radiosender habe man die Polizisten aufgefordert, sich zurück zum Dienst zu melden.

Allerdings würden nur jene Beamte akzeptiert, die bei der Verkehrs- oder bei der Kriminalpolizei tätig waren. Auf diese Weise solle verhindert werden, dass ehemalige Mitarbeiter der Geheimdienste oder von den Sondertruppen des Diktators Saddam Hussein übernommen würden, fügte Cooper hinzu.

Kein unnötiges Risiko

Anfangs würden die reaktivierten irakischen Polizisten in gemeinsamen Patrouillen mit US-Soldaten eingesetzt. "Wir wollen sie keinem unnötigen Risiko aussetzen", erklärte Cooper. Man hoffe, dass bald bis zu dreitausend Beamte wieder im Dienst seien, um die öffentliche Ordnung wiederherzustellen.

Weitere Prioritäten des US-Militärs bildeten die Gewährleistung der Wasserversorgung, die Wiederherstellung der Stromversorgung und der Schutz von öffentlichen Einrichtungen. (APA/dpa)

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