Europas Airlines: "Die Krise ist akut"

13. April 2003, 19:52
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Heuer werden mindestens 1,68 Milliarden Euro Verlust erwartet

Frankfurt - Die internationale Luftfahrtindustrie hat die Reiseunlust wegen des Irakkriegs und der Lungenkrankheit Sars im März teils deutlich zu spüren bekommen. Nach Angaben des internationalen Luftfahrtverbandes IATA ging der Luftverkehr im März im Vergleich zum Vorjahresmonat auf vielen Strecken zurück.

Der Verband europäischer Fluggesellschaften (AEA) rechnet für 2003 mit Milliardenverlusten. Der Flugverkehr zwischen Europa und dem Nahen Osten und Afrika sei im März um 20 Prozent zurückgegangen, der zwischen Europa und Asien um 15 Prozent, zitierte der Tagesspiegel IATA-Kommunikationschef William Gaillard.

Konsolidierung

Im März sei der Flugverkehr innerhalb Europas um vier Prozent geschrumpft, der transatlantische Flugverkehr sei um zwölf Prozent, der transpazifische um elf Prozent zurückgegangen. "Die Krise ist akut", sagte Gaillard. Die Branche müsse nun konsolidieren.

Europas Fluglinien erwarten daher heuer mindestens 1,8 Milliarden Dollar (1,68 Mrd. Euro) Verluste. Der Umsatz pro Passagier und geflogenem Kilometer werde im günstigsten Fall um fünf Prozent zurückgehen, sagte AEA-Präsident Ulrich Schulte-Strathaus laut dem Zeitungsbericht. Dies bedeute Verluste von 1,8 Milliarden Dollar. Schlimmstenfalls sei mit einem Minus von neun Prozent für den europäischen Luftverkehr zu rechnen. Dann seien für die Branche Verluste in Höhe von 3,4 Milliarden Dollar zu erwarten.

Bereits Ende März hatte die IATA mitgeteilt, die Zurückhaltung bei Flugreisen könnte zu weiteren Verlusten von zehn Milliarden Dollar führen. Insgesamt habe die Krise im Luftreiseverkehr bisher zu Verlusten von rund 30 Milliarden Dollar geführt. (Reuters, DER STANDARD, Printausgabe 14.4.2003)

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