Guger für höhere Frauenpension und späteres Antrittsalter

13. April 2003, 12:51
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WIFO-Pensionsexperte hätte gern die Kindererziehung höher bewertet und befürwortet ein Pensionssplitting

Wien - Für WIFO-Pensionsexperten Alois Guger sind im Rahmen der Pensionsreform Umverteilungsschritte zu Gunsten der Frauen nötig. Von den derzeitigen Reformplänen wären Frauen auf Grund ihrer geringeren Lebensverdienstsumme (Teilzeitarbeit, Kindererziehung) besonders stark betroffen. Guger schlägt deshalb eine starke Aufwertung der Kindererziehungszeiten und Pensionssplitting vor. Im Gegenzug sollen Frauen erst mit 65 in Pension gehen.

Pferdefuß

Zwar sieht die Pensionsreform schon jetzt die pensionsbegründende Anrechnung von Kindererziehungszeiten vor (maximal 24 Beitragsmonate pro Kind). Die Regelung hat allerdings einen Pferdefuß: Sie gilt nur für Kindergeldbezieherinnen. Wer "nur" Karenzgeld erhalten hat - und das sind wohl sämtliche betroffenen Pensionistinnen der nächsten Jahrzehnte -, kann aus diesem Posten nichts lukrieren. Außerdem werden die 24 Beitragsmonate mit 643 Euro stark unterdurchschnittlich bewertet (für Teilzeit-beschäftigte Kindergeldbezieherinnen erhöht sich die Pensionsbemessung um diesen Betrag).

Anrechnung mit Medianeinkommen der Frauen

Nach Gugers Vorschlag würden Kindererziehungszeiten entweder mit dem Medianeinkommen der Frauen (1.680 Euro brutto) oder mit dem Medianwert aller Erwerbseinkommen (2.090 Euro) angerechnet. Zudem würde die Regelung auch für Karenzgeldbezieherinnen gelten, also sofort schlagend werden. Pensionseinbußen, die sich aus Teilzeitarbeit ergeben, könnten laut Guger durch Pensionssplitting zwischen Partnern abgefedert werden.

Mehrkosten beachtlich

Die Finanzierung der Aufwertung von Kindererziehungszeiten könnte laut Guger über die frühere Angleichung des Frauenpensionsalters an jenes der Männer erfolgen. Trotzdem wären die Mehrkosten immer noch beachtlich: "Daher fände ich es zumutbar, dass man an die Frauen herantritt und sagt: Ein wichtiger Schritt der Finanzierung wäre, dass das Frauenpensionsalter schon früher angehoben wird. Wir werden das zusätzliche Arbeitskräfteangebot ab 2012 brauchen", so Guger. Nach derzeitigem Recht soll das frühere Pensionsantrittsalter der Frauen bis 2033 auslaufen. (APA)

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