Bush: Saddam Husseins Regime ist Geschichte

12. April 2003, 21:21
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US-Streitkräften könnten im Irak "noch harte Kämpfe" bevorstehen

Washington - Das Regime des irakischen Staatschefs Saddam Hussein gehört nach den Worten von US-Präsident George W. Bush der Geschichte an. "Der Konflikt im Irak dauert an, und unseren Streitkräften könnten noch harte Kämpfe bevorstehen", sagte Bush am Samstag in seiner wöchentlichen Radioansprache. "Doch die Standbilder des Diktators und die Werke seines Terrorregimes stürzen."

Bush versicherte, die US-Truppen und ihre Verbündeten würden dem Irak bei der Einsetzung einer demokratischen Regierung helfen und dann das Land verlassen. Bald werde das irakische Volk seine Führung frei wählen können. "Während das Volk im Irak die Ankunft der Freiheit feiert, feiert Amerika mit ihm", sagte der US-Präsident.

US-Armee vermutet irakische Regimevertreter schon außer Landes

Die große Mehrheit der führenden Gefolgsleute des entmachteten irakischen Präsidenten Saddam Hussein ist nach Einschätzung des US-Militärs aus dem Irak geflüchtet. "Die Regimevertreter, die es nicht außer Landes schafften, haben sich nach Tikrit abgesetzt", sagte der amerikanische Brigadegeneral John Kelly am Samstag in einem Militärlager am Rande von Bagdad.

In Tikrit, der nördlich gelegenen Heimatstadt von Saddam Hussein, seien auch Kämpfer der Republikanische Garde, die die Gefechte mit US-Soldaten überlebt hätten. Einheiten der US-Marines setzten sich unterdessen Richtung Norden in Bewegung.

Die US-geführten Truppen haben nach eigenen Angaben 59 Militärs festgenommen, die Briefe mit Belohnungs-Angeboten für die Tötung von US-Soldaten sowie 630.000 Dollar bei sich hatten. Wie Brigadegeneral Vincent Brooks am Samstag am Sitz des US-Zentralkommandos in Katar mitteilte, gerieten die Männer im Westen des Irak in eine Militärkontrolle, als sie das Land mit einem Bus verlassen wollten. Die Nationalität der Festgenommenen war laut Brooks zunächst nicht bekannt.

Nach Angaben von Brooks fanden US-Soldaten im El Assad-Luftwaffenstützpunkt im Westirak 15 offenbar unversehrte irakische Kampfbomber. In Bagdad stieß die US-Armee nach seinen Worten auf eine Al-Samoud-Rakete und fünf mobile Raketenwerfer. In einer Phosphatfabrik im westirakischen El Kaima seien zwei unbemannte Flugzeuge, so genannte Drohnen, entdeckt worden.

Der US-Flugzeugträger "Abraham Lincoln" hat unterdessen den Golf verlassen. Der Flugzeugträger mit seiner Begleitflotte zog aus der Golfregion ab, wie US-Vizeadmiral Tim Keating am Samstag in Bahrain mitteilte. Weitere Kriegsschiffe sollen folgen. Insgesamt hatten die USA den Luftkrieg gegen den Irak von fünf Flugzeugträgern und ihren Begleitschiffen im Golf und zwei weiteren im östlichen Mittelmeer aus geführt. Von dort aus schossen sie 800 Tomahawk-Marschflugkörper auf das Land ab und absolvierten 7000 Flüge von Kampfflugzeugen, sagte Keating. Auch die "USS Kitty Hawk" könne die Region bald verlassen, kündigte der Vizeadmiral an. (APA/AP)

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