Hongkong: Fluggästen soll Fieber gemessen werden

12. April 2003, 14:54
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China meldet weitere SARS-Tote

Hongkong - Hongkong will die Ausbreitung der Lungenkrankheit SARS mit neuen Maßnahmen eindämmen. Die Behörden erwägen, bei sämtlichen Passagieren, die von Hongkong abfliegen, Fieber zu messen, wie eine Sprecherin der Gesundheitsbehörde am Samstag mitteilte. Wie dies praktisch umgesetzt werden soll, ist noch unklar. Vom Hongkonger Flughafen Chek Lap Kok fliegen monatlich etwa eine Million Menschen ab. China meldete unterdessen zwei weitere SARS-Todesfälle.

Die Behörden riefen zudem für kommenden Samstag zu einer umfassenden Säuberungsaktion auf. Fernsehsender würden live darüber berichten, sagte eine Regierungssprecherin.

Hongkongs Wirtschaftskraft hat durch die Ausbreitung des Schweren Akuten Atemwegssyndroms merklich gelitten. 1.059 Bewohner in der ehemaligen britischen Kronkolonie sind nach offiziellen Angaben an SARS erkrankt, 32 Menschen starben in der Stadt bereits an der Krankheit. Die Regierung reagierte mit der Ankündigung der Fiebermessungen und weiterer Maßnahmen auf Meldungen aus Indonesien und den Philippinen, wo am Freitag die ersten SARS-Fälle bekannt gegeben wurden. Die Patienten hatten sich offensichtlich in Hongkong mit der Krankheit infiziert.

Weltweit wurden bisher mindestens 118 SARS-Tote registriert, 60 davon in China. Die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete am Samstag, es seien zwei weitere Menschen an der gefährlichen Lungenkrankheit gestorben - erstmals in der Inneren Mongolei.

Der erste bekannte SARS-Fall trat im Süden von China auf. Die Krankheit verbreitete sich von dort über Hongkong in bisher 18 Länder. Weltweit sollen sich schon mehr als 2.700 Menschen mit SARS infiziert haben. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rät derzeit von Flügen nach China ab. Andere Länder haben zum Teil restriktive Maßnahmen zum Schutz vor SARS ergriffen. Malaysia lässt beispielsweise kaum noch Menschen aus Hongkong ins Land. (APA/AP)

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