UNESCO fordert dringenden Schutz für irakische Kulturgüter

12. April 2003, 17:01
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"Sofortmaßnahmen" von Amerikanern und Briten verlangt

Paris - Nach den Plünderungen im Irakischen Nationalmuseum in Bagdad hat die Erziehungs-, Wissenschafts- und Kulturorganisation der Vereinten Nationen (UNESCO) schnelle Schutzmaßnahmen für irakische Kulturgüter gefordert. Die amerikanischen und britischen Besatzungsbehörden sollten "Sofortmaßnahmen" zum Schutz irakischer Kulturgüter ergreifen, sagte der Generaldirektor der UNESCO, Koichi Matsuura, am Samstag in Paris. Die Sammlungen des Museums in Bagdad mit unschätzbaren Exponaten der sumerischen, babylonischen, assyrischen und islamischen Kultur gehörten zu den "kostbarsten dieser Welt", die "unbedingt geschützt werden müssen", hieß es in einem Brief Matsuuras an die US-Regierung.

170.000 zum Teil jahrtausendealte Antiquitäten seien entweder geplündert oder zerstört worden, sagte die stellvertretende Museums-Direktorin Midal Amin am Samstag in Bagdad. Die US-Truppen hätten die Bitte um Schutz ignoriert. "Die Amerikaner hätten das Museum schützen sollen. Wenn sie nur einen Panzer und zwei Soldaten abgestellt hätten, dann wäre so etwas nie passiert. Sie wissen, dass das ein Museum ist. Sie schützen das Erdölministerium, aber das kulturelle Erbe nicht." (APA/dpa)

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