"Der FC Bayern wird nicht teilnehmen"

14. April 2003, 18:00
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Bayern München macht ernst und zieht sich aus allen Gremien des Deutschen Fußball-Bundes zurück

München/Hamburg - Den Drohungen ließ der FC Bayern München nun Taten folgen. Nur einen Tag nach dem von Vizepräsident Karl-Heinz Rummenigge verkündeten Bruch mit der Deutschen Fußball Liga (DFL) zogen sich die Münchner aus den Verbandsgremien zurück und boykottiert außerdem die DFL-Mitgliederversammlung am Dienstag.

"Der FC Bayern wird nicht an der Vollversammlung der DFL in Frankfurt teilnehmen. Dies haben wir heute schriftlich dem Vorsitzenden Werner Hackmann mitgeteilt", hieß es am Montag aus München. Rummenigge teilte Teamchef Rudi Völler am Telefon seinen Austritt aus dem Arbeitskreis der Nationalmannschaft mit. "Ich bedaure sehr, dass es jetzt so gekommen ist. Im Moment sind tiefe Wunden entstanden", sagte Völler

Beim bajuwarischen Exodus aus dem Verband ebenso dabei sind Uli Hoeneß (DFB-Spielausschuss), Vorstandsmitglied Karl Hopfner (AK Versicherung Nationalmannschaft) sowie Sprecher Markus Hörwick (Kommission für Gewaltprävention).

Präsident will vermitteln

Gerhard Mayer-Vorfelder, Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), bot sich als Schlichter an. "Es ist wichtig, dass die Bayern ihre Meinung im deutschen Fußball einbringen und damit ihre Verantwortung wahrnehmen. Deshalb wird es von großer Bedeutung sein, dass sich das Verhältnis zwischen dem FC Bayern und der Liga möglichst bald wieder entspannt", meinte Mayer-Vorfelder.

Auslöser des Zerwürfnisses zwischen den Bayern und dem Liga-Verband war eine DFL-Erklärung nach einem drei Millionen Euro leichten Vergleich in der Kirch-Affäre gewesen. Die Münchner hatten sich durch die Pressemitteilung insultiert gefühlt, in der den Bayern "moralisch verwerfliches" Verhalten vorgeworfen worden war. (APA/dpa/red)

  • Bayern-Funktionäre Hoeneß und Rummenigge: "Wir
haben alles gesagt, was zu sagen war."
    montage: derstandard.at

    Bayern-Funktionäre Hoeneß und Rummenigge: "Wir haben alles gesagt, was zu sagen war."

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