TeliaSonera droht Milliardenklage von Lettland

12. April 2003, 11:04
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Dänische Telia-Tochter hatte Exklusiv-Vertrag zur Modernisierung des lettischen Telefonnetzes

Der skandinavische Telekomkonzern TeliaSonera ist von einer Klage in der Höhe von 1,1 Milliarden Euro bedroht. Wie die schwedische Tageszeitung "Dagens Nyheter" heute, Samstag, berichtet, handelt es sich um das Erbe eines alten Streits mit dem lettischen Staat, der mit der schwedischen Telia bereits vor der Fusion mit Sonera bestanden hat. Laut "Dagens Nyheter" blieben Verhandlungen zwischen dem schwedisch-finnischen Konzern und einem lettischen Regierungsvertreter erfolglos. Lettland drohe nun, die Klage auszuweiten.

Abkommen aus dem Jahr 1994

In dem Streit geht es um ein Abkommen zwischen der dänischen Tilts Communication und der lettischen Lattelekom aus dem Jahr 1994. Tilts - damals eine 100-Prozent-Tochter von Telia - verpflichtete sich, 20 Jahre lang für die Modernisierung des lettischen Telefonnetzes zu sorgen. Als Lettland sein EU-Beitrittsansuchen stellte, war die baltische Republik gezwungen, das Tilts gewährte Monopol zu brechen.

Einer daraus resultierenden Klage von Tilts in der Höhe von 1,4 Milliarden Euro antwortete der lettische Staat mit einer Gegenklage in der Höhe von 1,1 Milliarden, weil Tilts nicht den vereinbarten Zeitplan zur Digitalisierung des Telefonnetzes eingehalten habe.(APA)

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