Diskussion um Hitler-Miniserie von CBS

12. April 2003, 09:53
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Fernsehproduzent tritt zurück - er zog Parallelen zur aktuellen Situation in den USA

Eine umstrittene Miniserie des US-Senders CBS über die Jugend Adolf Hitlers sowie ihr Produzent Ed Gernon sorgen in den USA für Schlagzeilen. Nach US-Medienberichten vom Freitag ist Gernon nun zurückgetreten. Zuvor hatten der Sender und Gernons Arbeitgeber, eine kanadische Produktionsfirma, Äußerungen des Produzenten scharf kritisiert. "Daily Variety" zufolge sagte Gernon in einem Interview mit der Fernsehzeitschrift "TV-Guide", dass Angst "absolut" ein Grund für die Akzeptanz von Hitlers Politik durch die deutsche Öffentlichkeit gewesen sei.

Parallelen

Der Produzent zog dabei auch Parallelen zur aktuellen Situation in den USA. Die Amerikaner unterstützten die Irak-Politik von Präsident George W. Bush "aus der Angst heraus, was passieren würde, wenn sie es nicht täten." "Daily Variety" verwies zwar darauf, dass Gernon an keiner Stelle einen direkten Vergleich zwischen Bush und Hitler macht.

Der Sender CBS verurteilte die Äußerungen des Produzenten dennoch als "absolut falsch" und distanzierte sich von ihm.

Gegner mobilisiert

Die Serie "Hitler: The Rise of Evil" soll am 18. und 20. Mai in den USA ausgestrahlt werden. Seit Produktionsbeginn im vergangenen Jahr hat das TV-Projekt zahlreiche Gegner mobilisiert, darunter Veteranenverbände und Fernsehkritiker, die auf die Gefahr einer Humanisierung des jungen Hitlers verweisen. Der britische Schauspieler Robert Carlyle spielt die Hauptrolle. (APA/dpa)

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