Nadelstiche für das Schöne

14. April 2003, 13:36
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Kulturgeschichte der Tätowierung im Museum der Siegel und Stempel

Was uns aus der Punk- und Rockkultur als Zeichen der Rebellion gegen gesellschaftliche Normen bekannt ist, sich mit Matrosen, Zirkusmenschen und Gefangenen ins Bild des Verwegenen rückt - das Tätowieren des eigenen Körpers -, erlebt in Revivalzeiten mit dem Tattoo eine Art Light-Renaissance. Eine Entwicklung, die nicht selten ist: von der authentischen Manifestation zum Lifestyle-Accessoire.

Dass aber die Kunst des Hautstichs bis in Ötzi-Zeiten zurückreicht, beweist die spitzfindig mit "Lebensspuren hautnah" betitelte Ausstellung im Welser Museum für Siegel und Stempel. Die Kunst hat von Beginn an die Meisterschaft japanischer und polynesischer Hautstecher herausgefordert und wurde in alten europäischen Kulturen, bei Indianerstämmen, den Inuits oder auch den Tschuktschen in Sibirien gepflegt. Seit einer Woche ist die Sonderausstellung in der denkmalgeschützten Museums-Villa (englischer Landhausstil) zu sehen.

Sie punktet weniger mit "authentischen" Exponaten als mit einer analytischen Dokumentation. Man erfährt etwas über Zweck und Bedeutung dieser Körperschmückung, ihre verschiedenen Techniken und erhält einen umfassenden ethnografischen und regionalen Überblick. (afze/DER STANDARD; 12.04.2003)

Museum der Siegel und Stempel
Pollheimerstraße 4
4600 Wels
(07242) 706 49
Di-Fr 10-17
Sa 14-17
So, Ftg 10-12, 14-16
Bis 27. Juli

Link

Lebensspurena

  • Artikelbild
    pressfoto: museum der siegel und stempel
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