Prionen in Hamstern nachgewiesen

11. April 2003, 20:33
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Im Muskelgewebe festgesetzt - vorerst noch kein Schluss auf ähnliches Phänomen im Fleisch von Rindern gezogen

Berlin - Wissenschafter des Robert Koch-Instituts (RKI) Berlin haben BSE-ähnliche Prionen auch in Muskeln von Hamstern nachgewiesen. Das berichtete die Zeitschrift der European Molecular Biology Organization EMBO am Freitag in ihrer Mai-Ausgabe (EMBO reports 4, 5, 2003).

Bisher war angenommen worden, dass sich Prionen, die als Hauptursache auch für die menschliche Creutzfeldt-Jakob-Krankheit gelten, hauptsächlich im Zentralen Nervensystem festsetzen. Ob sich nach dem Prionennachweis im Muskelfleisch diese Einschätzung ändern müsse, ließen die Forscher bewusst offen.

Der Schluss daraus ...

"Wir müssen klar sagen, dass diese Resultate nicht notwendigerweise heißen, dass Muskeln von BSE-Rindern oder Scrapie-Schafen tatsächlich Prionen enthalten", betonte RKI-Forscher Michael Beekes. "Zur Zeit legen die Experimente nur weitere Forschung auf diesem Gebiet nahe." Prionen gelten als wesentliche, wenn nicht gar alleinige Ursache von Rinderwahnsinn BSE in Rindern, Scrapie in Schafen und der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit beim Menschen.

Die RKI-Wissenschafter hatten Hamster mit Prionen-infiziertem Futter gefüttert. Diese Hamster entwickelten typische Scrapie- Symptome. In vielen Muskeln der Tiere konnten anschließend Prionen- Proteine nachgewiesen werden. Kontrolltiere wiesen keinerlei Prionen in ihren Muskeln auf. Die Berliner Experimente ergänzen nach Einschätzung von Beekes Berichte des Prionen-Entdeckers Stanley Prusiner, der Scrapie-Proteine in Muskeln der hinteren Gliedmaßen von Mäusen fand, in deren Gehirn Prione gespritzt worden waren. (APA/dpa)

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