Wunsch nach Überprüfung des Entzugs

11. April 2003, 20:18
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Delegation des französischen Senats befindet sich in Östereich auf Info-Tour durch Europa, wegen Ansätze in der Drogenpolitik

Wien - Die teils unterschiedlichen Positionen der heimischen Parteien zur Drogenpolitik wurden am Freitag bei einem Treffen österreichischer Parlamentarier mit einer Delegation des französischen Senats deutlich. Während sich ÖVP und FPÖ strikt gegen jede Liberalisierungstendenz aussprachen, ist die SPÖ in dieser Frage vorsichtiger.

Die französische Abordnung unter der Führung der konservativen UMP-Politiker Nelly Olin und Bernard Plasait befindet sich derzeit auf einer Tour durch mehrere europäische Staaten, um sich über die unterschiedlichen Ansätze zu informieren.

"Helfen statt Strafen"

Konsens herrschte unter den österreichischen Abgeordneten Rudolf Parningoni (SP), Manfred Lackner (SP), Günter Kößl (VP) und Barbara Rosenkranz (FP) über den Grundsatz "Helfen statt Strafen". Wobei Rosenkranz anmerkte, dass im Fall einer Strafverschonung überprüft werden sollte, ob Betroffene auch tatsächlich eine Therapie machen oder wieder rückfällig geworden sind.

Bei der Frage der Cannabis-Legalisierung gingen die Positionen dann auseinander. VP-Mandatar Kößl zeigt sich überzeugt, dass Cannabis sehr wohl eine Einstiegsdroge sei, die in eine kriminelle Karriere führen könnte. SP-Gesundheitssprecher Lackner verwies dagegen auf das Beispiel der liberaleren Schweiz, die "ein völlig entspanntes Verhältnis zu Cannabis" habe, das er sich auch für Österreich wünsche. (moe, DER STANDARD Printausgabe 12/13.4.2003)

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