Palästinenser beschlagnahmen Waffen militanter Gruppen

11. April 2003, 19:52
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Israelische Armee bestätigt Waffenübergabe - Erstmals seit Beginn der Intifada 2000

Jerusalem - Das israelische Militär hat erstmals seit dem Beginn der Intifada im September 2000 von palästinensischen Polizisten beschlagnahmte Waffen militanter Gruppen erhalten. Die Armee erklärte am Freitag, die Palästinenserpolizei in Jericho im Westjordanland habe unter anderem Sprengstoff, Granaten und eine Rakete übergeben. Sie bestätigte damit einen entsprechenden Bericht der israelischen Zeitung "Maariv".

Nach deren Informationen stimmten mehrere palästinensische Politiker, unter ihnen der designierte Ministerpräsident Mahmud Abbas, der Waffenübergabe zu. Abbas hatte sich mehrfach für ein Ende des bewaffneten Kampf gegen Israel ausgesprochen. Damit machte er sich viele Feinde bei radikalen Palästinenser-Organisationen.

Abbas setzte unterdessen seine Bemühungen zur Bildung einer Regierung fort. Palästinenser-Präsident Yasser Arafat hatte ihm zwei zusätzliche Wochen für die Regierungsbildung gewährt; mit der Vorstellung des Kabinetts wurde jedoch bereits für Samstag gerechnet. Die Zusammensetzung der Regierung ist zwischen Abbas und Arafat umstritten. Bei einer Verzögerung der Regierungsbildung würde sich vermutlich auch die offizielle Veröffentlichung des "Fahrplans" für den Nahost-Friedensprozess verschieben, den das so genannte Nahost-Quartett aus UNO, USA, EU und Russland erarbeitet hat. (APA)

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